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«Chemie für Schüler» lockt die Jüngsten an

Darmstadt Der viel zu große Kittel rutscht von den Schultern, der Saum reicht fast bis zu den Knöcheln. Die Ärmel sind drei Mal umgeschlagen und dennoch zu lang.

Doch die kleine Feli stört das alles nicht. Die Fünfjährige macht bei «Chemie für Schüler» der Technischen Universität (TU) Darmstadt mit. Konzentriert füllt sie Mineralwasser in einen Glaszylinder, bedacht, bloß keinen Tropfen zu verschütten. «Fertig», sagt sie schüchtern und zupft verlegen an ihrem Laborkittel.

«Jetzt gibst du ein paar Rosinen in den Zylinder», fordert Astrid Kompter sie auf, und Feli handelt nach Anweisung. «Oh», stellt das Mädchen kurz darauf fest und lacht. «Die Rosinen wirbeln im Glas rauf und runter!»

Feli, die den Darmstädter Kindergarten Sankt Josef besucht, hat soeben erfahren, wie sich Rosinen in Sprudelwasser verhalten. Gezeigt hat ihr das TU-Lehramtsstudentin Astrid Kompter (22). Bei dem Projekt «Chemie für Schüler» können Grundschüler und auch ältere Kindergartenkinder mit Studenten experimentieren und spielerisch die Naturwissenschaft für sich entdecken.

«Wir wollen Kindern zeigen , dass Chemie kein langweiliger Kram ist», erläutert Klaus Wannowius, TU-Beauftragter für Schulen. Er hat das Projekt vor zehn Jahren gegründet ­ weil er Spaß an Chemie hat und diesen weitergeben wollte, wie er sagt. Inzwischen ist «Chemie für Schüler» eine regelmäßige Veranstaltung: Fünf bis sechs Mal im Jahr sitzen 200 bis 250 Schüler im Hörsaal und experimentieren kräftig mit. «Wichtig ist, dass wir dabei hauptsächlich Dinge verwenden, die Kindern aus dem Alltag bekannt sind», betont Wannowius. «Rosinen etwa, Mineralwasser, Spülmittel und Gummibärchen.»

Was etwa ein gelbes Gummibärchen so alles kann, erleben Nina und Katharina (beide 9) hautnah mit: Wird es in einen Kolben mit erhitztem Kaliumchlorat gegeben, entfacht es eine Stichflamme, brennt hellleuchtend und entwickelt starken Rauch, der zischend aus dem Kolben schießt. «Dass man mit so wenigen Zutaten so tolle Experimente machen kann, gefällt mir», sagt Nina. «Und man lernt auch noch etwas dabei», ergänzt Freundin Katharina, die von einem Experiment mit Flüssigstickstoff beeindruckt ist. «Zum Beispiel, dass man seinen Finger nicht in den kalten Stickstoff tauchen darf, weil er sonst abfallen kann.»

Dass die Mädchen so begeistert bei der Sache sind, freut Engelbert Jennewein, Lehrer an der Rehbergschule in Roßdorf. «Mit solchen Veranstaltungen kann man Kinder sehr gut fordern, fördern und motivieren.» Dabei meldeten sich plötzlich auch die Schüler zu Wort, die sich sonst im Unterricht zurückhielten, beobachtet der Lehrer, der regelmäßig mit dritten Klassen am Projekt teilnimmt. «Schließlich ist das nicht wie Schule, sondern wie Spielen, und das macht Spaß.»

Genau das möchte Wannowius erreichen. «Wir wollen einfach nur mit Spaß Interesse an der Sache wecken.» Auf genaue Erklärungen chemischer Reaktionen wird deswegen bei den Experimenten verzichtet. «Wir sagen aber was wir machen und mit welchen Zutaten, um die Kinder nicht zu überfordern.» Vielleicht ist das eine oder andere Kind so von der Chemie begeistert, dass es als Student an die TU zurückkehrt, hofft Wannowius.

Lehrer und Kindergärtner sind von dem Konzept überzeugt: Bei jeder Veranstaltung ist der Hörsaal ausgebucht ­ obwohl Wannowius keine Reklame macht. «Es spricht sich von alleine rum, wann unsere Termine sind», erzählt der Chemiker stolz. «Eine bessere Werbung gibt es nicht.» Weitere Veranstaltungen sind für Mai und Juni dieses Jahres geplant. Informationen gibt es auf der Homepage der TU, Fachbereich Chemie. Die Teilnahme ist kostenlos.

Projekt «Chemie für Schüler»: dpaq.de/HqyjM Von Sonja Jordans, dpa

dpa-infocom



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