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Mainz 05

Bancé-Tor verändert Stimmungsbild

Mainz Die gute Leistung und das 1:0 bei 1899 Hoffenheim, der zweite Auswärtssieg der Bundesligasaison haben die allgemeine Stimmung rund um den FSV Mainz 05 deutlich aufgehellt.

Der Aufsteiger belegt punktgleich mit Frankfurt und Stuttgart Platz neun, deutete mit der Vorstellung in Sinsheim an, dass dies nicht der letzte Erfolg der Mannschaft von Thomas Tuchel in dieser Spielzeit gewesen sein soll.

In den leuchtenden Augen der Verantwortlichen war abzulesen, dieser Erfolg war für den FSV Mainz 05 von immenser Bedeutung. Drei weitere Punkte auf dem Konto. Natürlich. Doch das 1:0 in Sinsheim war wegweisend für die verbleibenden neun Begegnungen dieser Bundesligasaison. Aristide Bancés Supertor, das den zweiten Auswärtssieg der Runde klarmachte, war gleichzeitig ein deutliches Signal. Die latente Unzufriedenheit, die in den vergangenen Wochen rund um den Bruchweg waberte, haben die 05er mit einem Schlag beendet und in ein neues, spannendes Stimmungsbild verwandelt.

Nach der 1:2-Niederlage eine Woche zuvor gegen Werder Bremen und den bis dahin gezeigten Auswärtsleistungen bestand eine gewisse Gefahr, die Mannschaft von Thomas Tuchel könne im Niemandsland der Liga versinken. Nach menschlichem Ermessen zwar nicht gefährdet, aber auch nicht sonderlich interessant. Mit der Gesamtleistung von Hoffenheim veränderten die 05er diese merkwürdige Atmosphäre komplett.

Der Aufsteiger hat sich mit dieser konzentrierten Vorstellung, der besten Leistung dieser Rückrunde, wieder auf den neunten Platz vorgeschoben - vor dem Deutschen Meister VfL Wolfsburg, vor den hoch bewerteten Hoffenheimern, punktgleich mit Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart auf den Plätzen davor. Das ist eine prächtige Ausgangsposition für die weitere Saison. Nicht, dass der 05-Trainer mit seinen Profis nun auf einen Platz schielen müsste, der internationales Startecht ermöglicht.

Vielmehr haben die 05er nun die Basis geschaffen, ihre eigenen Ziele anzugehen und zu erreichen: Möglichst noch viele Punkte einspielen, wirklich das Optimale aus dieser ohnehin starken Aufstiegssaison rauszuholen. "Wir freuen uns jetzt schon auf das Köln-Spiel am Samstag", sagte Harald Strutz nach dem Sieg in Sinsheim in freudiger Erwartung. Den Spielern dürfte es ebenso wie ihrem Präsidenten gegangen sein, denn die rundherum gelungene Leistung, individuell, mannschaftlich, taktisch und fußballerisch, weckte Vorfreude auf die nächsten Aufgaben.

Eine solch konzentriert arbeitende und auf ihre Stärken fokussierte Mannschaft kann in der Bundesliga noch so manchen Gegner ähnlich in Bredouille bringen wie die spielstarken Hoffenheimer. Ralf Rangnicks Ensemble fand gegen die in ihrer taktischen Ordnung in den Blöcken verschiebenden, die Zweikämpfe suchenden und meist gewinnenden, lauffreudigen und kampfstarken 05er über 90 Minuten keine Mittel.

"Wir sind kühl und ballsicher aufgetreten, mit dem nötigen Glauben an uns über die gesamte Spielzeit und haben zum richtigen Zeitpunkt Nadelstiche gesetzt", sagte der 05-Trainer begeistert und stolz auf die Vorstellung seiner Mannschaft. "Wir hatten wenig Ballverluste und gute Ballstafetten, haben sehr konzentriert gegen den Ball gearbeitet und hatten auch Mut zum Positionswechsel", erklärte Tuchel.

Der 05-Trainer schickte seine Elf defensiv ausgerichtet, in einem 4-5-1-System auf den Sinsheimer Rasen. Bei eigenem Ballbesitz sollten Andreas Ivanschitz und Jan Simak als hängende Spitzen Bancé unterstützen. Ivanschitz gelang das sehr gut. Der Österreicher zeigte nach langer Durststrecke aufsteigende Form, wirkte frisch und motiviert, hatte viele gute Szenen. Simak fiel etwas ab. Dem Tschechen fehlen offenbar noch Praxis, Power und Frische. Die drei zentral arbeitenden Profis vor der Abwehr, Eugen Polanski, Miroslav Karhan und Elkin Soto, kontrollierten das Mittelfeld. Die Hoffenheimer mussten sich von Beginn an überwiegend auf das Schlagen langer Bälle verlegen, mit Kombinieren ging gegen die 05-Sechser kaum etwas. Hinten dran agierten der überragende Nikolce Noveski und der starke Bo Svensson fehlerfrei.

Die Außenverteidiger Radoslav Zabavnik und Malik Fathi attackierten früh, kamen selten in Bedrängnis und drängten oft flott nach vorne. In der zweiten Hälfte stellte Tuchel auf ein 4-2-3-1 um, "weil wir mehr zentrale Anspielstationen haben wollten", wie der 05-Coach erklärte. Damit kam der Gegner ebenfalls nicht zurecht. Wie in vielen anderen Bundesligaspielen auch, war es eine einzige individuelle Klasseaktion, die das enge Spiel entschied. Bancés Solo nach Sotos Befreiungsschlag.

Der Sieg bietet dennoch reichlich Raum für Verbesserungen, denn dem Mainzer Spiel nach vorne fehlte oft das Konkrete. Die 05er richteten sich vielleicht ein wenig zu stark darin ein, Kontrolle auszuüben, nichts anbrennen zu lassen. Die fußballerisch schön aufgebauten Angriffe blieben häufig im Ansatz stecken, weil der letzte Pass nicht kam oder der Ball führende die Situation nicht erkannte. Der Gesamtauftritt könnte jedoch bewirken, dass bei den 05ern die Überzeugung wieder wächst, druckvoller den Weg in den gegnerischen Strafraum zu suchen und zu finden. (Jörg Schneider)

RZO


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