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Kunde plaudert gerne: Zuhören ist Pflicht

Hamburg Fangen Kunden an zu plaudern, dürfen Arbeitnehmer nicht ungeduldig werden.

«Der Kunde ist König und hat Priorität», erklärt Etikette-Trainerin Imme Vogelsang aus Hamburg.

Beschäftigte dürften ihn nicht einfach abwimmeln, indem sie etwa sagen: «Tut mir leid, ich muss jetzt weiterarbeiten.» Ebenso sei es unhöflich, sich nebenher wieder der Arbeit zuzuwenden, während der Kunde noch etwas erzählt. Denn ihm gebühre die volle Aufmerksamkeit. Aktiv zuhören sei Pflicht: «Dazu gehört es, dem anderen in die Augen zu schauen und ihm über Rückmeldungen zu signalisieren, dass man zuhört.»

Ähnliches gilt, wenn geschäftlicher Besuch in den Betrieb oder ins Büro kommt. Einen redseligen Gast dann abzuwürgen und auf den Berg Arbeit auf dem Schreibtisch zu verweisen, geht also nicht. Denn selbst wenn die Arbeit drängt - der Gast geht vor. «Zur Not muss ich mir dann einen Kollegen suchen, der die Arbeit übernimmt, damit ich mehr Zeit für den Besuch habe», erklärt Vogelsang. Geschäftlicher Smalltalk werde in Deutschland generell unterschätzt. Dabei ist das Plaudern mit dem Besuch keineswegs unwichtig oder gar vertane Arbeitszeit - es sei vielmehr nötig, um eine Grundlage für geschäftliche Beziehungen zu schaffen.

dpa-infocom



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