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Nachdenkliche Frohnatur: Podolski schiebt Frust

Köln Von der Lockerheit vergangener Tage ist wenig geblieben.

Ausbleibende Erfolgserlebnisse und anhaltende Kritik machen Lukas Podolski derzeit sichtlich zu schaffen.

Mit der ihm zugedachten Rolle als Leitfigur einer Mannschaft, der es häufig an Zusammenhalt und Klasse mangelt, konnte er sich bisher nur wenig anfreunden. Zu schwer scheint die Last, die er seit seiner Rückkehr vom FC Bayern München zum 1. FC Köln zu tragen hat. «Ich wusste schon, dass viel auf mir lasten und der Druck groß sein würde. Das war mir klar. Aber dass es dann solche Ausmaße annimmt, konnte ich nicht voraussehen», klagte Podolski in der «Kölnischen Rundschau».

Es passt ins Bild, dass nach dem deprimierenden 0:1 in Mainz wieder einmal mehr über den zaudernden «Poldi» als über das kollektive Versagen der Mannschaft diskutiert wurde. Diesmal kam die Kritik jedoch von außen. Mit deutlichen Worten rügte FSV- Präsident Harald Strutz den Auftritt Podolskis, der in Mainz weniger durch sehenswerte Aktionen als vielmehr durch ständiges Lamentieren aufgefallen war: «Lukas ist auf dem besten Weg, ein richtig unbeliebter Spieler zu werden. Ich kann ihm nur raten, sich endlich auf seine Leistung zu konzentrieren.»

Einige Beobachter glauben, dass dieses Dauerthema von den eigentlichen Problemen der Mannschaft ablenkt. «Der FC hat ein Podolski-Problem», urteilte der ehemalige Kölner Sportdirektor und derzeitige DSF-Experte Udo Lattek. Für ganz abwegig hält auch Podolski diesen Gedanken nicht: «Man macht es sich zu einfach, wenn man vieles auf mich reduziert - sowohl im Positiven als auch im Negativen. Man kann nicht sagen: Ach, der Poldi ist ja da. Der macht das dann schon.» Als Ursache allen Übels hat er vielmehr den fehlenden Teamgeist ausgemacht: «Wir müssen uns als Einheit präsentieren. Mit elf Mann den Gegner bekämpfen.»

Wie tief der Frust sitzt, offenbarte sich schon im Anschluss an das Länderspiel der DFB-Elf Anfang März gegen Argentinien. Nach mäßiger Leistung beim 0:1 in München legte sich Podolski lautstark mit einem Journalisten an und löste damit ein großes Medienecho aus. Nach einem Rüffel des Bundestrainers entschuldigte sich der Angreifer für sein Verhalten.

Nur wenige Tage später gab es endlich einmal positive Schlagzeilen. Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club aus München beendete Podolski seine 1425 Minuten anhaltende Torflaute. Doch alle Hoffnungen auf eine positive Wirkung des umjubelten Treffers erwiesen sich als Wunschdenken. In Mainz blieb Podolski erneut weit unter seinen Möglichkeiten. «Ich erwarte mehr von mir», räumte er selbstkritisch ein.

Seine Rückkehr in die sportliche Heimat hat er dennoch nie bereut. «Ich bin Lichtjahre davon entfernt zu sagen: Dann steigen wir halt ab, und dann bin ich wieder weg.» Noch hat er die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht aufgegeben - für sich und seinen geliebten Club: «Es muss vieles getan werden. Nicht nur im Kader, auch im Umfeld. Mir fehlt dieses Gefühl, dass wir eine FC-Familie sind. Dieses Gefühl muss wieder hier rein in den Club. Das ist eine Aufgabe, die wir in der nächsten Saison angehen müssen.» Von Heinz Büse, dpa

dpa-infocom

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