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Die Walsers reizt das Biografische

Leipzig Martin Walser und seine Tochter Alissa haben auf eigenen literarischen Wegen den Reiz am Biografischen entdeckt.

Die beiden Autoren fesselten jeweils mit ihren Werken die Besucher der Leipziger Buchmesse.

«Tagebücherschreiben kommt aus einer vollkommenen Alleingelassenheit», sagte Vater Walser, der am Mittwoch 83 Jahre alt wird. «Die intimste Empfindung der deutschen Sprache anzuvertrauen, ist die größte Erfüllung.» Seine Tochter setzt sich in ihrem kürzlich veröffentlichten Debütroman «Am Anfang war die Nacht Musik» (Piper, München) hingegen über eine fremde Biografie, die des Arztes und Wunderheilers Franz Anton Mesmer, mit sich selbst auseinander: «Je mehr ich mich mit dem Material beschäftigt habe, habe ich meine Themen entdeckt.»

Vater Walser schöpft im hohen Alter aus dem eigenen Leben. Zur Buchmesse veröffentlichte er die Novelle «Mein Jenseits» (Berlin University Press) und das dritte seiner «Tagebücher» aus den Jahren 1974 bis 1978. Darin rechnet er mit einem der berühmtesten Streits der deutschen Nachkriegsliteraturgeschichte ab - zwischen ihm und dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

«Jemand, der sich der deutschen Sprache anvertraut, muss glauben», sagte der Altautor. «Glauben ist eine Begabung, so etwas wie Musik.» Alissa Walser hatte als Kind Klavier und Flöte gelernt. «Musik schärft die Kraft, nicht immer dem Beweisbaren zu vertrauen», sagte die 49-jährige Tochter.

www.leipziger-buchmesse.de

dpa-infocom