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Kempter mit Einstweiliger Verfügung gegen Amerell

Frankfurt/Main Das juristische Tauziehen im Schiedsrichterskandal geht weiter.

Nach DFB-Präsident Theo Zwanziger hat nun auch das ehemalige Schiedsrichter-Ausschuss-Mitglied Manfred Amerell per Einstweiliger Verfügung praktisch einen Maulkorb erhalten.

Wie Christian Schertz, Rechtsanwalt des in die Affäre verwickelten Schiedsrichters Michael Kempter mitteilte, hat das Landgericht Köln einer Einstweiligen Verfügung Kempters gegen Amerell entsprochen und dem 63-Jährigen damit verboten, private E-Mails oder SMS von Kempter an ihn «zu veröffentlichen und/oder zu verbreiten».

Sollte Amerell, der in der Vergangenheit in regelmäßigen Abständen aus Mails und SMS zitiert hatte, um damit ein Abhängigkeitsverhältnis Kempters zu ihm zu widerlegen, gegen die Einstweilige Verfügung verstoßen, wird ein Ordnungsgeld in Höhe von jeweils 250 000 Euro fällig. Darüber hinaus darf Amerell ebenfalls nicht mehr behaupten, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe dem ehemaligen Referee Franz Xaver Wack «ganze Akten» zur Verfügung gestellt mit Aussagen der Schiedsrichter, die Amerell ebenfalls belasten.

Am Mittwoch hatte Amerell seinerseits beim Landgericht Augsburg eine Einstweilige Verfügung gegen DFB-Präsident Theo Zwanziger erstritten. Der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) darf demnach die Affäre um den ehemaligen Schiedsrichtersprecher und Bundesliga- Referee Kempter nicht mehr mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche vergleichen. Zwanziger droht bei Zuwiderhandlung ein noch nicht festgesetztes Ordnungsgeld, das maximal 250 000 Euro betragen könnte. Schertz, der auch den DFB vertritt, kündigte in einer Stellungnahme am Donnerstagabend Rechtsmittel gegen diese Verfügung an.

Zudem erklärte der Anwalt: «Weder der DFB noch ich kennen bisher diese Verfügung. Vielmehr haben wir hiervon, was ja inzwischen signifikant für die Vorgehensweise der Gegenseite ist, zuerst und allein aus den Medien erfahren. Umso inakzeptabler ist es, dass ein Gerichtssprecher dieses gegenüber Medien kundtut, bevor die Partei selbst hiervon Kenntnis erlangt hat.»

Dem Augsburger Amerell war in der Schiedsrichter-Affäre vom aufstrebenden Referee Kempter vorgeworfen worden, ihn sexuell belästigt zu haben. Der 27-jährige Kempter hatte sich Ende letzten Jahres in dieser Sache an den DFB gewandt. Amerell hat sexuelle Belästigung stets bestritten.

dpa-infocom


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