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Musik

Lorin Maazel neuer Chefdirigent in München

München (dpa) - Der 80 Jahre alte Star-Dirigent Lorin Maazel wird neuer Chef der Münchner Philharmoniker.

Der Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt beschloss die Berufung des berühmten US-Amerikaners am Mittwoch einstimmig.

«Mit der Berufung von Lorin Maazel ist es gelungen, einen weltweit herausragenden Dirigenten zu verpflichten», sagte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). «Ich bin sicher, er wird die Philharmoniker zu Höchstleistungen motivieren und das Münchner Publikum begeistern können.»

Maazel ist derzeit Musikdirektor in Valencia. Zuvor war er schon Künstlerischer Direktor der Deutschen Oper Berlin (1965-1971) und Wiener Staatsoperndirektor (1982-1984). Von der Konzertsaison 2012/2013 an soll er nun die Philharmoniker als Chefdirigent leiten. Die Vertragslaufzeit beträgt drei Jahre. Eine wichtige Aufgabe Maazels sei die Nachwuchsförderung, sagte der Kulturreferent der Stadt München, Hans-Georg Küppers. Er solle das Orchesters nach drei Jahren an einen jüngeren Dirigenten übergeben - und bis dahin für internationalen Erfolg sorgen.

«Er wird ein wesentlicher Botschafter der Musikmetropole München», sagte Küppers im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Maazel leitete bis 2009 die New Yorker Philharmoniker und gilt als teuerster Dirigent der Welt.

Maazel sei der «Wunschkandidat» als Nachfolger von Chefdirigent Christian Thielemann gewesen, sagte Küppers. Thielemann war nach Querelen um seine Vertragsverlängerung an die Sächsische Staatskapelle gewechselt. Der Streit um den neuen Vertrag war beim Publikum nicht gut angekommen. Das Engagement des weltberühmten Maazels soll auch die Wogen glätten.

«Mit Maestro Lorin Maazel gewinnen wir einen Künstler, dessen Karriere in der Musikwelt brillant und außergewöhnlich ist», sagte der Intendant der Münchner Philharmoniker, Paul Müller. Auch der Vorstand des Orchesters, das sich derzeit auf Japan-Tournee befindet, begrüßte die Verpflichtung.

Nach dem Willen der Stadt München soll der US-Amerikaner Maazel schon vor dem Start der Vertragslaufzeit bei den Philharmonikern mitmischen. «Wir sprechen darüber, ob es eine Möglichkeit gibt, auch vorher schon Konzerte zu geben», sagte Küppers. Das sei aber noch nicht in trockenen Tüchern.

Der weltberühmte Dirigent, Komponist und Violinist Maazel, der schon mit neun Jahren ein großes Orchester dirigierte, kennt sich mit der Münchner Kulturszene gut aus - von 1993 bis 2002 war er Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. «Ich erachte die Chefdirigenten-Position der Münchner Philharmoniker als eines der repräsentativsten Ämter heute in der Welt der klassischen Musik», sagte Maazel nach Angaben der Stadt München.

«Die Erwartungshaltung ist natürlich, dass er weiterhin auf höchstem Niveau mit unserem Orchester arbeitet», sagte Küppers. Angst, dass sich der Dirigent im inzwischen recht fortgeschrittenen Alter nach seiner Zeit bei den New Yorker Philharmonikern in München ein wenig ausruhen möchte, habe er nicht. «Diese Sorge ist mir fremd». Maazel sei «ausgesprochen vital» und engagiert und arbeite auf hohem Niveau.

dpa-infocom