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Schmiergeldverdacht - Festnahme bei Ferrostaal

Essen/München - Wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen hat es im Zuge von Durchsuchungen beim Anlagenbauer Ferrostaal eine Festnahme gegeben. «Der Verdacht ist, dass seitens Ferrostaals Bestechungsgelder zur Erlangung von Aufträgen gezahlt wurden.»

Dies sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München am Mittwochabend und bestätigte damit entsprechende Berichte der «Süddeutschen Zeitung» («SZ») und «Financial Times Deutschland» («FTD»/Donnerstag). Die Beamten hatten die Essener Zentrale von Ferrostaal sowie 16 weitere Gebäude durchsucht.

Die Abwicklung sei über Schein-Beraterverträge erfolgt, erläuterte die Sprecherin. Gegen wen sich die Ermittlungen im Einzelnen richten, wollte sie nicht sagen. Die «SZ» berichtete, die Staatsanwaltschaft ermittele gegen vier Manager und Mitarbeiter von Ferrostaal. Darunter sei auch das Vorstandsmitglied Klaus Lesker, der am Mittwoch vernommen worden sei. Laut «FTD» handelt es sich bei dem Festgenommenen um ein Vorstandsmitglied.

Der Sprecher von Ferrostaal, Hubert Kogel, betonte, der Verdacht richte sich nicht gegen das Unternehmen als solches. «Uns wurde von der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass es sich um Bestechungsvorwürfe bei einzelnen Projekten handele.» Das Ermittlungsverfahren betreffe nur einzelne Personen im Konzern; man werde eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Weitere Details wollte Kogel nicht nennen.

Der «SZ» zufolge sollen beim Bau von Kraftwerken und bei der Lieferung von U-Booten vor allem Regierungen geschmiert worden sein. An der Durchsuchung des Industriedienstleisters waren 16 Staatsanwälte, 60 Polizisten und 8 Steuerfahnder beteiligt. Laut Staatsanwaltschaft stand die Razzia bei der früheren MAN-Tochter nicht im Zusammenhang mit dem dortigen Schmiergeldskandal.

dpa-infocom