Strahlende Altlast: 500 bis 750 Meter unter dem früheren Salzbergwerk Asse II lagern 126 000 Fässer mit schwach und mittel radioaktivem Atommüll. Foto: Christian Kunst
Zwischen 1909 und 1964 wurden in dem Bergwerk zehn Kilometer entfernt von Wolfenbüttel Kali- und Steinsalz abgebaut.
1965 kaufte die Gesellschaft für Strahlenforschung, später Mitglied der Helmholtz-Gesellschaft die Schachtanlage für umgerechnet etwa 450 000 Euro und erklärte sie zu einer „Forschungsanlage“. Asse II sollte als Prototyp für das schon damals als Endlagerstandort gehandelte Gorleben und zur Klärung noch offener technischer Fragen dienen. Foto: dpa
Zwischen 1967 und 1978 wurden in zwölf Kammern 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert. Strahlenschutz spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Zu Beginn wurden viele Fässer noch geordnet in den Salzkammern aufgestapelt. Foto: dpa
Später wurden die Fässer einfach in die Kammern geschüttet. Das schützte die Mitarbeiter zwar vor einer unnötigen Strahlenbelastung. Allerdings konnten auf diese Weise auch Fässer kaputt gehen. Foto: dpa
Insgesamt handelt es sich um 47 000 Kubikmeter strahlende Masse. Das entspricht einem Volumen von 60 Einfamilienhäusern. 67 Prozent des Mülls stammen aus Kernkraftwerken, 23 Prozent aus der Kernforschung und 8 Prozent aus der Industrie, 2 Prozent sind anderen Ursprungs. Foto: Bundesamt für Strahlenschutz
2008 wurde bekannt, dass es seit 1988 einen Sumpf vor Kammer 12 gibt, in dem sich mit Cäsium verseuchte Lauge gesammelt hat. Außerdem wurde aufgedeckt, dass die in der Asse II federführende Helmholtz-Gesellschaft kontaminierte Lauge ohne Genehmigung abgepumpt hat. Foto: dpa
Der Strahlenschutz übernimmt das Zepter: Unter dem Druck der Öffentlichkeit übernimmt nach dem Skandal um Kammer 12 das Bundesamt für Strahlenschutz die Verantwortung in der Asse II. Foto: dpa
Seitdem stehen alle Maßnahmen in der Asse unter dem strengen Diktat des Strahlenschutzes. So beginnt jede Besichtigungstour damit, dass jedem Besucher ein Dosimeter umgehängt wird, um zu kontrollieren, ob er während des Besuchs Strahlen ausgesetzt war. Foto: Christian Kunst
Zu Beginn der Besichtigung steht der Dosismeter idealerweise auf 0,0000. Foto: Christian Kunst
Aber auch das Bergrecht spielt immer noch eine gewisse Rolle: Jeder Besucher bekommt ein spezielles Notpaket mit unter Tage. Foto: Christian Kunst
Darin befindet sich eine Atemschutzmaske. Sie kommt in dem Fall zur Anwendung, dass es in dem Bergwerk zu einem Brand kommt. Foto: Christian Kunst
Hier riecht es noch der alten Bergmannszeit. Der riesige Förderturm bringt die Besucher in die Tiefe. Mit zehn Metern pro Sekunde geht es bergab. Foto: Christian Kunst
490 Meter unter Tage: Der bisherige technische Geschäftsführer der Asse II, Ulrich Kleemann, erläutert den Querschnitt des früheren Salzbergwerks. Foto: Christian Kunst
In einem Schrein in der Salzwand strahlt hinter Glas die heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. Hier wird sie gebraucht, denn nur einige Hundert Meter entfernt, tickt die erste nukleare Zeitbombe. Foto: Christian Kunst
Kleemann erläutert, wie von einer Kammer aus zwischen 1972 und 1978 knapp 1300 Fässer mit mittelradioaktiven Abfällen durch einen Schieber im Boden in die darunter liegende Kammer 8a abgeseilt wurden. Foto: Christian Kunst
Hier die Grafik noch einmal im Detail. Foto: Christian Kunst
In der Kammer ist noch der verrostete Kran zu sehen, mit dem die Fässer in die darunter liegende Kammer abgeseilt wurden. Foto Kunst
Durch diesen Schacht wurden die Fässer abgeseilt. Foto: Christian Kunst
Der Berg bewegt sich: „In der Spitze 20 Zentimeter pro Jahr“, berichtet Kleemann. Unter dem Druck des Bergs haben sich Risse gebildet. Die große Gefahr: Je mehr Risse sich bilden, umso mehr Wasser kann in den Salzstock eindringen und möglicherweise mit dem Atommüll in Kontakt geraten. Foto: Christian Kunst
Die Pfeiler sind mittlerweile gekrümmt wie ein Indianerbogen. Zeichen für den starken Druck den der Berg auf den Salzstock ausübt. Foto: Christian Kunst
Auf einer Illustration zeigt Kleemann, wie Wasser in den Berg eindringen kann. Grundwasser kann entlang von Störungen oder durchlässigen Gesteinsschichten fließen und durch die rissig gewordene Salzbarriere in das Bergwerk eindringen. Das geschieht derzeit zwischen 500 und 600 Meter Tiefe. Je tiefer sich das Grundwasser befindet, umso salzgesättigter ist es. Foto: Christian Kunst
In einer Kammer auf 658 Metern wird der größte Teil aufgefangen. Dazu wurde auf das lockere Salzmaterial eine Plane gelegt, die das Wasser sammelt, das zu einem Sammelbecken geleitet und abgepumpt wird. Foto: Christian Kunst
Dieses Wasser ist auch nach streng atomrechtlichen Kriterien nicht kontaminiert. Durch das Abfangen des Wassers wird versucht, es von den tiefer gelegenen Kammern mit radioaktivem Abfall fernzuhalten. Foto: Christian Kunst
Gefährliches Risiko 750 Meter unter Tage: Auf einer Illustration zeigt Kleemann die größte Gefahr unter Tage. In Kammer 12 und eventuell auch in den Kammern 8 und 10 ist Lauge mit Resten aus Atomfässern in Verbindung gekommen. Foto: Christian Kunst
Strahlenschutz ist überall gegenwärtig: Am Ende der Besichtigung werden Füße und Hände auf Strahlen getestet. Foto: Christian Kunst
Auch die Kamera eines französischen Fernsehteams wird unter die Lupe genommen. Foto: Christian Kunst
Die neuen Betreiber der Asse wissen: Was in dem Atommülllager passiert, wird in der Region mit Argusaugen beobachtet. Überall macht die Bürgerinitiative mobil. Foto: Christian Kunst
In jedem zweiten Vorgarten steht dieses Protest-Kreuz. Foto: Christian Kunst
Und immer wieder warnen die Kritiker vor einem „Absaufen“ der Asse. Foto: dpa
Und sie sind überzeugt: Die Zukunft gehört alternativen Energien und nicht der Atomkraft
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26. März 2010