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Thunfisch, Eisbären und seltene Korallen

Die wichtigsten Beschlüsse der Konferenz

Doha Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites haben bei ihrer Konferenz in Doha (Emirat Katar) über insgesamt 42 Anträge debattiert. Hier die wichtigsten Ergebnisse und Versäumnisse im Überblick:

Thunfisch-Überfischung: Keine Chance gegen die Fischerei-Nationen hatte der Thunfisch. Der bei Sushi-Liebhabern begehrte Blauflossenthunfisch darf weiter gefangen und verkauft werden. Die EU hatte ein Handelsverbot angestrebt. Japan sah seine "Esskultur" bedroht. Die Zahl dieser Fische in Mittelmeer und östlichem Atlantik ist in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 85 Prozent geschrumpft.

Hai-Schutz gescheitert: Deutschland konnte trotz eines ersten Abstimmungserfolgs letztlich keine Kontrolle für den Handel mit Heringshaien durchsetzen. Der Schutz für den Dornhai wurde von vornherein abgelehnt. Auch die Flossen des Hammerhais und des Weißspitzen-Hochseehais dürfen weiter unkontrolliert gehandelt werden. Zwei Anträge der USA auf Handelsbeschränkungen von 2012 an wurden abgelehnt.

Sieg für graue Riesen: Tansania und Sambia erhalten keine Erlaubnis zum Handel mit Elfenbein. Abgelehnt wurde auch das Begehren der Länder, den Handel mit Elefanten, deren Häuten und Lederwaren daraus zu erlauben. Tansania wollte 90 Tonnen Elfenbein verendeter Elefanten und beschlagnahmte Schmuggelware verkaufen. Sowohl Tansania als auch Sambia sind Zentren der Wilderei und des Elfenbeinschmuggels. Nach Schätzungen von Pro Wildlife wurden allein im vergangenen Jahr 38 000 Elefanten in Afrika gewildert. "In Tansania war es besonders unglücklich, dass es viel Wilderei gerade in einem Nationalpark gibt, der mit deutscher Entwicklungshilfe entstanden ist", sagte der stellvertretende deutsche Delegationsleiter Gerhard Adams. Ende 2008 durften vier Länder (Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe) 108 Tonnen aus Lagerbeständen nach China und Japan verkaufen. "Seither eskalierten Elfenbeinschmuggel und Wilderei, die Schwarzmarktpreise in Asien stiegen auf 1863 Dollar (1400 Euro) pro Kilogramm", schreibt Pro Wildlife.

Eisbär-Handel: Der vom Klimawandel bedrohte Eisbär erhielt in Katar wiederum keine Hilfe: Der Handel mit Eisbären, Fellen und anderen Jagdtrophäen bleibt erlaubt. Der Antrag, den die USA gestellt hatten, scheiterte vor allem am Widerstand der Europäer. Die EU-Staaten begründeten ihr Nein damit, dass der Eisbär schon jetzt genug geschützt sei, weil der Handel nur mit Einschränkungen erlaubt ist. Tierschützer, die sich für den Antrag ausgesprochen hatten, sprachen von einem "schwarzen Tag für den Eisbären".

Schönster Molch: Der als "schönster Molch der Welt" geltende Zagros-Molch (Neurergus kaiseri) aus dem Iran ist akut vom Aussterben bedroht und darf deshalb künftig nicht mehr an

Reptiliensammler im Ausland verkauft werden. Die Entscheidung für eine entsprechende Resolution fiel einstimmig. Von dem Molch, der wegen seines schönen schwarz-weißen Musters bei den Sammlern sehr begehrt ist, leben in der Natur nur noch weniger als 1000 Exemplare.

Korallen: Unkontrolliert bleibt der Handel mit den Roten Edelkorallen und den Rosa Korallen, die beide vor allem in der Schmuckindustrie begehrt sind. In geheimer Abstimmung hatte es keine Mehrheit für Handelsbeschränkungen gegeben.

RZO