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Kundenkarten: Tausche Rabatte gegen Daten

Berlin/Mainz Kundenkarten versprechen Rabatte und Prämien.

Doch die Vorteile fallen laut einer Untersuchung nicht besonders hoch aus - und Verbraucherschützer befürchten, dass die Kunden zu viel über sich preisgeben.

Payback und Deutschland Card sind die größten Anbieter, doch es gibt hunderte Karten einzelner Firmen. Die Stiftung Warentest in Berlin hat den Markt der Rabatt- und Kundenkarten schon vor einiger Zeit für ihre Zeitschrift «Finanztest» detailliert untersucht und listet dabei auch die Karten einzelner Mode- oder Baumarktketten auf.

Doch nach der Auswertung der Stiftung Warentest hält sich der Sparvorteil in engen Grenzen: «Die regelmäßige Ersparnis ist mäßig, sofern sich die Sammelpunkte überhaupt umrechnen lassen.» Untersucht wurden in dem Test 23 kostenlose Rabatt- und Kundenkarten. Das Ergebnis: Kunden könnten lediglich zwischen 0,5 und drei Prozent sparen. «Gibt es höhere Rabatte, muss der Kunde zuvor gewöhnlich einen höheren Mindestumsatz erreichen», sagt Warentesterin Kerstin Backofen.

Vielen Verbrauchern ist das den Platz in der Brieftasche dennoch wert - sonst würden sie nicht so eifrig Punkte sammeln. Auch um ihre persönlichen Daten ist ihnen nicht bange. Dabei haben Verbraucher- und Datenschützer immer wieder auf Mängel hingewiesen.

Das neue Bundesdatenschutzgesetz vom 1. September 2009 besagt, dass die Nutzung von Kundendaten grundsätzlich nur noch mit Einwilligung des Betroffenen möglich sein soll. Lediglich nach dem «Listenprivileg» dürfen die Firmen Kundendaten weiterreichen. Das bedeutet, dass Anbieter nur bestimmte Daten auswerten oder an Dritte weitergeben dürfen. Darunter fallen nach dem Gesetz ausschließlich Name, Anschrift, Titel, akademische Grade und Geburtsjahr.

Viele Anträge für Kundenkarten erfragen aber nicht nur die Stammdaten. Auch Angaben zu Einkommen, Mietzahlungen oder Familienstand soll der Verbraucher auf den Bögen angeben. «Dadurch ist eine detaillierte Analyse des Konsumverhaltens möglich», urteilt Thilo Weichert vom Unabhängigen Datenschutzzentrum in Schleswig-Holstein (ULD). Wo der Kunde einkauft, was er in welchen Mengen konsumiert und wie viel Geld er insgesamt ausgibt - all das werde gespeichert.

Die Verbraucherzentralen Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben im vergangenen Jahr 22 Kundenbindungssysteme auf ihre Datensicherheit hin untersucht. Das Fazit: «Viele Unternehmen informieren nicht klar und deutlich darüber, was mit den - oftmals zu viel erhobenen - Daten der Verbraucher geschieht und dass Verbrauchern ein gesetzliches Auskunftsrecht über die gespeicherten Daten zusteht.»

Den «Schutz der Persönlichkeitsrechte» und «keine Werbeflut im Briefkasten» verspricht Payback. Aber die Karten werden für die Werbung eingesetzt, wenn die «auf Ihre Bedürfnisse und Interessen zugeschnitten ist», heißt es beim Anbieter der Deutschland Card in den Datenschutzhinweisen. «Für die Unternehmen rechnen sich Kundenkarten mehr als für die Kunden selbst», lautet das Fazit von Lore Herrmann-Karch von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Ein weiterer Nachteil der Kartennutzung liege im Psychologischen: «Wenn man Kundenkarten nutzt, vergleicht man die Preise oft nicht mehr intensiv.»

Datenschutz-Broschüre von Payback: http://dpaq.de/Payback-Datenschutzbroschuere Von Thomas Schörner, dpa

dpa-infocom



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