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Vögel haben trotz Schnees schon Frühlingsgefühle

Matzlow-Garwitz/Mainz Schnee und Kälte in Deutschland halten die Vögel nicht von der Brautschau ab - einige beginnen sogar schon mit der Fortpflanzung. Die Temperaturen um den Gefrierpunkt halten die Tiere nicht davon ab.

«Die ersten größeren Vögel, wie Seeadler und Kolkraben, haben schon mit der Eiablage begonnen», sagt Klaus-Dieter Feige, Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (OAMV). Entscheidender als die Temperaturen sei, dass es inzwischen länger hell bleibe. «Die Vögel haben schon ein Gefühl von Frühling», sagte Feige. Bei den Zugvögeln seien erste Kraniche und Feldlerchen gesichtet worden. «Im Tierreich geht es nach der Regel: Wer zuerst kommt, kriegt die besten Reviere.»

Die derzeitigen Temperaturen um null Grad Celsius reichten den meisten Arten aus, um mit der Fortpflanzung zu beginnen. «Seeadler haben zudem längere biologische Rhythmen und müssen früh beginnen, damit ihr Nachwuchs dann schlüpft, wenn am meisten Nahrung zur Verfügung steht», erklärte der Experte. In sechs bis acht Wochen gebe es auch noch weniger Nahrungskonkurrenten. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg brüten die meisten Seeadler in Mitteleuropa.

«Entscheidend für die Meisen ist beispielsweise nicht die Temperatur, sondern der Hormonspiegel», erläuterte Feige. So seien Blau- und Kohlmeisen in Futterhaus-Nähe eher auf der Suche nach Nistkästen als Meisen am deutlich nahrungsärmeren, zugeschneiten Waldrand. Auch Grünfinken zwitscherten schon - je öfter sich die Sonne zeige, umso mehr. «In großen Trupps sind auch Birkenzeisige und Berghänflinge unterwegs, die hier rasten und sich verpaaren, um später weiter nach Norden zu ziehen und dort sofort mit der Brut beginnen zu können.» Hier seien Rastgebiete wie Moore sehr wichtig.

Insgesamt sei es ein sehr schneereicher, aber für die Vogelwelt «normaler» Winter. «Die Natur ist auf so etwas eingerichtet, und Verluste werden schnell wieder ausgeglichen.» Solche Winter seien generell für die Gesundung der Tierbestände wichtig - dies gelte auch für andere Tierarten. «Das klingt zwar hart, aber Zufüttern ist eigentlich nicht nötig.»

Das sagt auch Ornithologe Siegfried Schuch vom Naturschutzbund Rheinland-Pfalz (NABU): «Die natürliche Auslese ist wichtig für Vogelvölker.» Traurig sei nur, dass in diesem Jahr wohl viele Greifvögel verhungert seien, da sie unter der geschlossenen Schneedecke keine Mäuse fangen konnten, so der Experte aus Mainz.

dpa-infocom



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