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FSV Mainz 05

Ein freier Tag für Frische und Power

Mainz Der amtierende Deutsche Meister spielt am Samstag (15.30 Uhr) in der Bruchwegfestung vor. FSV Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg.

Eine der überragenden Heimmannschaften der Bundesliga fordert ein Krisenteam heraus, das allerdings auswärts dank überragender Offensivkräfte mit 20 Punkten die fünftbeste Bilanz ausweist.

Das rauschende Bruchwegfest gegen den 1. FC Köln vor 14 Tagen ist noch in guter Erinnerung. Dieser in Unterzahl errungene 1:0-Sieg des FSV Mainz 05 hatte körperlich und mental Kraft gekostet. Beim folgenden 0:1 in Freiburg, sagt Thomas Tuchel, fehlte seiner Mannschaft die Frische. Darauf hat der 05-Trainer in dieser Woche reagiert. Nach zwei intensiven Trainingstagen gab der 36-Jährige am Donnerstag komplett frei.

"Und nun gehen wir das Match gegen den VfL Wolfsburg mit Frische und mit großer Vorfreude an", sagt Tuchel. "Wir wollen mit Power antreten und wieder ein typisches Heimspiel daraus machen. Wir wollen erneut eine außergewöhnliche Leistung abrufen."

Der Deutsche Meister 2009 kommt am morgigen Samstag (15.30 Uhr) an den Bruchweg. Man kann sich überlegen, ob man den VfL Wolfsburg nach diesem in der Vorsaison überragenden Potenzial einstuft. Oder nach dem aktuell restlos enttäuschenden zehnten Tabellenplatz, mit einem Punkt Rückstand auf den Aufsteiger aus Mainz.

Der 05-Trainer hat sich in seiner gestrigen Ansprache vor den Mainzer Medienleuten dafür entschieden, die außerordentliche Offensivkraft des gerupften Meisters herauszustellen. 50 Tore hat der VfL in den bisherigen 27 Spielen geschossen, eine bessere Bilanz haben lediglich Bayer Leverkusen (56 Tore) und der FC Bayern München (54) stehen. Der Hinweis, dass die Wolfsburger mit 51 Gegentoren die schlechteste Defensivbilanz dieser Liga ausweisen, ließ Tuchel ("Das Spiel startet bei 0:0")kalt. Seit dem Amtsantritt von Lorenz-Günter Köstner, von jeher ein überzeugter Defensivstratege, habe sich das geändert. Und das jüngste 1:5 im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin sei kein Maßstab. Die Mannschaft sei nach dem Einsatz in der Europaliga einfach müde gewesen.

Köstner habe die Mannschaft jedenfalls wieder getrimmt auf jenen Stil, mit dem Felix Magath sensationell Meister geworden war: kompakte Defensivstellung, schnelle, zielgerichtete offensive Umschaltung nach der Balleroberung. Über den "herausragenden Zehner der Liga", Zvejzdan Misimovic. Über die insbesondere mit Christian Gentner offensiv besetzten Halbpositionen im Mittelfeld. Und natürlich über die Topstürmer Grafite und Edin Dzeko, die in der Vorsaison gemeinsam 54 Tore (28 + 26) geschossen haben.

Für den FSV Mainz 05 ist und bleibt dieses Potenzial eine riesengroße Herausforderung. Auch wenn das Hinspiel (ein abwechslungsreiches und dramatisches 3:3) schon nicht so gelaufen war, wie das die Experten den 05ern zugeschrieben hatten.

Für Tuchel gilt es am Samstag , Druck zu machen und den Druck hochzuhalten, aber dabei das gefährliche offensive Umschaltverhalten des Gegners nie aus den Augen zu verlieren. Die 05er werden wahrscheinlich weit nach vorn verschoben verteidigen, um schon die Zulieferpässe auf die Verteiler Misimovic und Gentner zu verhindern. Das könnte in ein 4-3-3-System münden, in dem sich die Sturmreihe aggressiv auf das Wolfsburger Eröffnungsspiel stürzt. Und dahinter schieben hoch stehende Außenverteidiger direkt nach.

Auf Adam Szalai im Sturmzentrum hat sich der Trainer bereits festgelegt. Der 22-Jährige, der den Rot-gesperrten Torjäger Aristide Bancé ersetzen muss, hatte in Freiburg kein glückliches Spiel. In dieser Trainingswoche habe der Ungar aber sehr gute Leistungen gezeigt, so Tuchel, und er habe "viele und vor allem auch entscheidende Tore" markiert in den Übungsspielen. Der Trainer setzt das Talent aus Madrid überhaupt nicht unter Druck. Der "ehrgeizig gestrickte" junge Mann müsse auch nicht übermäßig torfixiert auftreten. Ebenso wie zuvor Bancé werde Szalai auch daran gemessen, wie er für die Mannschaft arbeite.

Man müsse sich in Szalai auch mal reinversetzen. "Gegen Hannover 96 hatte er zwei, drei hervorragende Torchancen, da wäre er schon beinahe der Held gewesen", erzählt Tuchel. "Dann hat er auch in Berlin gut gespielt, und danach war er erst mal wieder außen vor." Szalai müsse sich immer noch an die hohe Trainingsintensität in Mainz gewöhnen, und es fehle ihm auch Wettkampfpraxis.

Gute Chancen auf einen Platz in der Anfangself hat André Schürrle. 19-mal gehörte der 19-Jährige in seiner ersten Profisaison schon dazu. Zuletzt kam das Offensivtalent von der Bank. Mit Erfolg. Schürrle ist nach Einwechslungen sofort im Spiel. "Er hat auch genug Qualität für die Startelf, aber wir wollten ihn nicht auspowern", betont Tuchel. "Jetzt ist André heiß, wieder mal anzufangen."

Reinhard Rehberg

RZO



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