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Lifestyle

Ob Creme oder Parfüm: An Schönheit wird nicht gespart

Nürnberg An der Schönheit wird auf keinen Fall gespart: Seit Jahren wächst der Markt für Naturkosmetik stetig.

Auch die Finanzkrise konnte ihm im vergangenen Jahr nichts anhaben.

«Der Naturkosmetik-Markt hat sich trotz allem gut entwickelt», sagt Branchen-Expertin Elfriede Dambacher auf der Nürnberger Kosmetik- und Wellnessmesse Vivaness (17. bis 20. Februar), die der weltgrößten Leistungsschau für Bioprodukte - der Biofach - angeschlossen ist. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts IRI (Information Research) wuchs der Umsatz in Drogeriemärkten und im deutschen Lebensmittelmarkt im ersten Halbjahr 2009 um 7,6 Prozent. Bereits im Jahr davor hatte der Markt um knapp 10 Prozent auf 672 Millionen Euro zugelegt.

Durchschnittlich hat im Jahr 2009 jeder fünfte Erwachsene in Deutschland mindestens einmal zu einem Naturkosmetikprodukt gegriffen. Im vergangenen Jahr sei die Reichweite von reiner Naturkosmetik auf 20,4 Prozent (2008: 18,2) gestiegen, erläutert Marktforscherin Daniele Volkmar. «Das ist ein großer Sprung.» Die Nachfrage nach Naturkosmetik sei ungebrochen, weil bei den Verbrauchern zum einen das Umweltbewusstsein und zum anderen der Wunsch, sich bewusst etwas Gutes zu tun, gestiegen sei.

Mit einem aktuellen Anteil von 5,6 Prozent am Gesamtkosmetikmarkt mache Naturkosmetik zwar nur einen geringen Teil aus. «Aber es ist derzeit der einzige relevante Wachstumsmarkt in dem Bereich», erklärt Dambacher. Denn die Zielgruppe der sogenannten Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability) sei auch in der Krise bereit, für Qualität Geld auszugeben. «Das sind Menschen, die einen Lebensstil pflegen, der auf Nachhaltigkeit und Gesundheit beruht. Das schließt aber nicht aus, dass sie auf die Malediven in Urlaub fahren.» Längst habe die Gruppe der Lohas die Ökos der 80er Jahre abgelöst, erläutert die Branchen-Kennerin.

Am meisten mögen die Verbraucher Cremes in verschieden Varianten von Anti-Ageing über Cellulite-Straffer bis hin zu durchblutungsfördernden Cremes. «Über 50 Prozent des Umsatzes werden mit Pflegecremes für Körper und Gesicht gemacht», erzählt Dambacher. Noch immer seien besonders Frauen diejenigen, in deren Einkaufswagen Naturkosmetik wandere. Sie seien mit 80 Prozent die Hauptzielgruppe der Branche. Für Männer sei das Angebot dagegen weiterhin gering: «Männerpflege ist ein sehr kleiner Bereich.» Das Sortiment umfasst unter anderem typische Produkte wie Aftershave, Rasier- oder Duschgel.

Ein anderer Bereich, der es nur auf einen Anteil von unter einem Prozent am Naturkosmetikmarkt bringt, sind Naturparfüms. Hier macht den Herstellern besonders das «Duftgedächtnis» der Verbraucher zu schaffen. Jahrelang seien die Verbraucher durch Parfümerien gelaufen und hätten sich - ganz unbewusst - ein Repertoire an Düften erschnüffelt. Und jetzt denken sie: «Es muss riechen wie Armani», sagt Jean-Claude Richard, Geschäftsführer eines Schweizer Naturkosmetik-Unternehmens, das auch Parfüms herstellt. Meist sei den Käufern die Vielfalt der Naturparfüms nicht groß genug. «Die herkömmliche Kosmetikindustrie bedient sich aus mehreren tausend Duftstoffen», erklärt Richard. Naturparfüms stünden dagegen nur etwa 200 bis 300 Duftstoffe zur Verfügung. «Mehr gibt die Natur nicht her», sagt er mit einem Achselzucken. Zudem entwickelten Naturparfüms ihren vollen Duft erst über Stunden hinweg.

In Deutschland liegt laut IRI das größte Potenzial zum Verkauf von Naturkosmetik in Drogerie- und kleinen Verbrauchermärkten. Demnach trugen sie im Jahr 2008 mehr als ein Drittel zum Umsatz bei - Tendenz steigend. Und auch Dambacher stellt fest: «Drogeriemärkte und Discounter treiben den Markt momentan am meisten.»

Webseite der Messe: www.biofach.de Von Ira Kugel, dpa

dpa-infocom