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Mode

Pariser Modemarathon startet durch

Paris Alles drängt nach Paris: Zumindest modisch gesehen hat die französische Metropole die Nase vorn, wenn sie vom 2. bis 10. März Schauplatz der Prêt-à-Porter-Kollektionen der Damenmode für Herbst/Winter 2010/11 ist.

Während die Konkurrenz in Mailand sich mit knapp sechs Tagen Modeschauen für die kommende Saison begnügte, wartet Paris nun direkt im Anschluss mit einem neuntägigen Marathon auf. Allein 89 offizielle Präsentationen stehen auf dem Kalender, daneben gibt es noch zahlreiche «Off»-Schauen. Für junge, in der Szene schon anerkannte Avantgarde-Designer gilt Frankreich zur Zeit als erste Wahl für die Präsentation ihrer Kollektionen. Auch wenn sie vielleicht in London, Berlin oder New York angefangen haben: Sobald sie es sich finanziell leisten können, zieht es sie nach Paris.

Und so tauchen auf dem Kalender auch zahlreiche Namen neuer interessanter Designer auf. Nicolas Andreas Taralis etwa, der mit seinem klaren und konzentrierten Stil ein wenig an Helmut Lang erinnert. Tatsächlich hat der in Kanada aufgewachsene Designer bei dem einstigen Superstar der Mode studiert und später dem ähnlich kultisch verehrten Hedi Slimane bei Dior assistiert. Schon seit ein paar Jahren macht er eigene Kollektionen.

Als vielversprechender Newcomer gilt der in Paris lebende Belgier Anthony Vaccarello. Der heute 30-Jährige hat vor vier Jahren den Großen Preis des angesehenen Modefestivals von Hyères gewonnen und schneidert mit architektonischer Präzision. Beide eröffnen die Modewoche und zeigen ihre Kollektionen am Dienstagabend (2. März).

Hoch gelobt wurde in der vergangenen Saison die poetische, in ihrem Farbspiel unglaublich sichere Kollektion des Italieners Marco Zanini für Rochas. Der 38-Jährige, der am Mittwoch (3. März) seine Entwürfe zeigt, war zuvor bei Versace und bei Halston und könnte Rochas in ein neues In-Label der Mode verwandeln.

Seiner Kollegin Phoebe Philo ist das bei Céline auf Anhieb gelungen. Die Britin, die vor ein paar Jahren Chloé zu einer der angesagtesten Marken der Welt machte, gab in der vergangenen Saison ihr Debüt. Danach schwärmten Einkäufer und Journalisten unisono von Céline. Und so gilt ihre Schau diesmal als einer der absoluten Höhepunkte. Daneben warten alle natürlich auch auf die «üblichen Verdächtigen», die Stars der französischen Mode wie Balenciaga, Chanel, Dior, Lanvin, Hermès oder das Haus Yves Saint Laurent.

Doch natürlich wird das Fehlen Alexander McQueens in diesem Reigen eine tiefe Lücke reißen. Die schon fertigen Entwürfe des genialen Modemachers, der sich am 11. Februar das Leben nahm, sollen nur in einem privaten Rahmen gezeigt werden. Die eigentlich für den 9. März terminierte Schau wurde abgesagt. Stattdessen wird am selben Tag das Haus Thierry Mugler nach längerer Schauen-Abstinenz nun wieder offiziell präsentieren. Nach dem starken Revival der 80er Jahre in diesem Winter dürfte die Marke, die den Amazonenlook der Eighties maßgeblich prägte und nun unter Chefdesignerin Rosemary Rodriguez noch einmal durchstartet, gute Karten haben.

So dicht und bunt das Programm auch erscheint: Ausruhen darf Paris sich nicht auf seinen Lorbeeren der vergangenen Modesaisons. Schließlich gab es in Mailand einige sehr starke Schauen. Marni etwa punktete mit wunderbar ausbalancierten Farbkombinationen. Und Miuccia Prada erwies sich wieder als einzigartige Trendsetterin der Modewelt: Sie zeigte in Mailand eine starke wegweisende Kollektion, die trotz Anleihen an die 60er Jahre äußerst zeitgemäß wirkte und mit der Betonung weiblicher Formen eine neues, sehr weibliches Frauenbild vorschlug.

Mehr zum Thema (engl./ franz.): www.modeaparis.com/ Von Stefanie Schütte, dpa

dpa-infocom