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Starke Schauen für starke Frauen in Paris

Paris Starke Entwürfe für starke Frauen schickte Lanvin-Designer Alber Elbaz über die Pariser Laufstege der Prêt-à-Porter-Schauen (2. bis 10. März) für Herbst/Winter 2010/11.

Mit Jubelrufen quittierte das Publikum die Raffinesse seiner Mäntel, Tages- und Cocktailkleider, die eine neue modische Tonart anschlugen. Eine Handbreit über dem Knie endende Kleider in gedeckten Tönen wie Schwarz, Dunkelgrau oder Beige modellierte Elbaz derart geschickt um den Körper herum, dass sie sich - bei betonter Taille - vor dem Busen oder im Rücken rafften und Volumen bekamen. Die Ärmel erschienen leicht aufgeblasen, die Schultern etwas nach vorne gezogen. Nach einem schlichten Anfang kamen geschmücktere Entwürfe mit afrikanisch anmutendem Schmuck, ethnischen Stickereien, Federbesatz und in auffallenderen Farben wie Rot, Pflaume, Bronze oder Gold.

Bei Maison Martin Margiela drehte sich alles um Übergrößen und den Gegensatz Mann/Frau. Der perfekt geschnittene Herrenanzug mit Oversize-Ärmeln wurde zur transparenten Bluse kombiniert, der lockere Blazermantel wirkte wie vom Freund ausgeliehen. Röcke erschienen als leicht überdimensionierte Röhren und dabei so gerade, dass sie in der Taille abstanden. Hosen erwiesen sich hinten als Miniröcke, als Handtaschen dienten die weißen Pappkartons, in die gewöhnlich Krawatten verpackt werden. Dennoch wirkte die Kollektion - auch wenn sie statt von Margiela nur noch von seinem Team designt wird - stimmig und schön.

Im Gegensatz zu ihren Kollegen griff Vivienne Westwood kräftig in den Farbtopf und mixte Orange und Hellblau, Rosé und Rot, Pop-Art- Drucke, Sternenmuster, Blüten und Abstraktes. Die Modelle waren mit geschickten Raffungen um den Körper geschwungen, trotz Stofffülle wurde die Figur betont. Als kleines «Karnevals-Goody» trugen einige Mannequins gelbe Pappkronen oder Umhänge aus Papierschlangen.

Den Reiter-Look der Luxusklasse und dazu ein Hauch von Boudoir setzte Dior-Designer John Galliano (49) in Paris gekonnt in Szene. Das Defilee markierte den ersten massenwirksamen Höhepunkt bei den Prêt-à-Porter-Schauen. Ein enormer Presse-Auftrieb war dabei.

Galliano griff erwartungsgemäß in die Vollen: Kavallerie-Mäntel aus schwerem Leder in Mokka-Tönen, schwindelerregend hohe Overknee- Stiefel, wippende kurze Volant-Röcke und taillierte Schößchenjacken zu Jodhpur-Hosen in britischen Karomustern. Das ließ die Models wie eine Mischung aus den Drei Musketieren und Lady Chatterley aussehen.

Fantastisch geschnitten waren Gallianos Mäntel in einer abgewandelten Trenchcoat-Form aus weichem Tweed in Grautönen. Kostbare Pelzjacken und sehr zarte Chemisenkleider aus Chiffon in Bleu, Apricot, Khaki oder einem Senfton mit Rüschen, Volants oder feinen Stickereien komplettierten das Ganze.

Dem Glamour der Schau entsprach die Liste der Stargäste: Charlize Theron, Fanny Ardant und Marisa Berenson saßen im Publikum. Lindsay Lohan kam etwas spät und für viele unerwartet. Im vergangenen Jahr hatte sie Dior kein Glück gebracht: Bei einem Shooting mit ihr war Schmuck im Wert von 250 000 Pfund (etwa 277 000 Euro) abhandengekommen. Von Stefanie Schütte, dpa

dpa-infocom