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Lifestyle

Kantig oder länglich: Die richtige Brille zum Gesicht

Braunschweig/Berlin Juristen bevorzugen randlos, alterslose Hipster das Kassenmodell, Studenten die Hornbrille.

Aber nicht nur persönliche Stilvorlieben sollten über die Wahl der Brille entscheiden - der Gesichtstyp ist ausschlaggebend.

Denn es gibt ovale, kreisrunde und rechteckige Gesichter - und es gibt runde, ovale und eckige Gläser, randlose, breite oder dünne Fassungen, breite oder dünne Bügel. «Das Gesicht ist die populärste Stelle des Körpers», sagt Horst Dauter vom Bundesverband Deutscher Augenoptiker in Braunschweig. Deshalb wiegt die Entscheidung für die Brillenform schwer im Outfit.

Dauter warnt deshalb davor, blind jedem Trend hinterher zu laufen. Momentan sei etwa eine geradlinige Form in Mode. «Das kann nur in seltenen Fällen gut aussehen.» Die geraden Formen passten nicht zu den rundlich gebogenen Formen des menschlichen Gesichts. Diese würden durch gerade Linien geschnitten und wirkten disharmonisch. Genauso rät er von breiten Bügeln ab. Denn diese «wirken wie Scheuklappen».

Um verhunzende Fehlkäufe zu vermeiden , «sollte jemand mit zum Optiker kommen oder eine Digitalkamera mitgenommen werden», rät der Lifestyle- und Farbberater René Koch aus Berlin. Fotos können die Unterschiede zeigen und eine Entscheidung erleichtern. Der Preis sei jedenfalls kein Kriterium. «Eine preiswerte Fassung kann sogar schöner sein als eine teure Brille», sagt Dauter. Die Brille müsse schlicht zum individuellen Gesicht passen.

«Regeln für die richtige Brille gibt es nicht.» Es gibt aber einige Hilfen. Generell gelte: «Menschen mit einem kleinen Gesicht sollten kleine Brille tragen, und große Gesichter können große Brillen tragen», erklärt Koch. Der Trend gehe zwar momentan zu XXL-Brillen. Doch kleine Gesichter sähen dahinter immer so aus, als sollten sie mit der Brille versteckt werden.

Optimal sitzen die Gläser, wenn die Iris in der Mitte der Scheibe zu sehen ist, erklärt Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen in Berlin. Sind die gesamten Augen durch die Brille zu sehen, wirkten sie am attraktivsten. Menschen mit einer eher rechteckigen Gesichtsform, also langen, schmalen Längskonturen sowie Ecken an Stirn und Kinn, können gut eine Brille mit runden, minimalistischen oder geschwungenen Formen tragen. «Die Formen machen das Gesicht weicher», sagt Kruschinski. Ebenso gut eigneten sich Modelle mit hohen und markanten Bügeln. Denn diese unterbrechen die Länge des Gesichts.

Ein rundes Gesicht dagegen zeichnet sich durch eine gleichmäßige äußere Kontur aus und ist im Verhältnis zur Breite eher kurz. Dazu passten am besten Brillenformen, die das Gesicht vertikal betonen. So lasse eine eckige Brille das Gesicht schmaler wirken und bringe Spannung. Wenn die Wangen der breiteste Bereich sind, handelt es sich um ein trapezförmiges Gesicht. Einen schönen Kontrast setze da zum Beispiel die Schmetterlingsform, sagt Kruschinski. Damit könnten die meist schmalen Schläfen verdeckt werden.

Brillen mit kräftigen , tiefer angesetzten und nach oben geschwungenen Rahmen harmonieren gut mit herzförmigen Gesichtern. Zarte, abgerundete Fassungen wiederum lassen Gesichter mit einem breiten Haaransatz weicher wirken. «Menschen mit ovalen Gesichtern können fast jede Brille tragen», erklärt René Koch. Besonders gut zur Geltung kommen sie laut Kruschinski durch rechteckige Fassungen.

Doch nicht nur die Form, auch die Farbe will sorgfältig ausgewählt sein. Visagist Koch unterscheidet zwei Typen: den hellen, nordischen sowie den eher dunkelhaarigen, südländischen. Zu blonden Menschen passten eher gedämpfte Farben, etwa Pastell- und Erdtöne. Ein dunkelhaariger Mensch vertrage stärkere Kontraste. Sein Gesicht käme auch mit kräftigen, leuchtenden Blau- oder Rottönen zur Geltung. «Rothaarige können sehr gut grüne Brillen tragen», sagt Dauter.

Eine Option sind immer auch die Farben , die an Hemden oder Hosen gefallen. Denn in seinen Lieblingsfarben fühle der Brillenträger sich wohl und attraktiv, sagt Kruschinski. Und sie stehen ihm meist auch tatsächlich. Außerdem passe die Brille dann gut zu den eigenen Outfits und harmonisiere das Gesamtbild. Wer sich partout nicht entscheiden möchte - und das nötige Kleingeld hat -, kann den Rat von René Koch befolgen und sich zwei oder drei Brillen kaufen. Damit lässt sich das Outfit je nach Anlass und Tagesform variieren. Von Anja Gladisch, dpa

dpa-infocom