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Hermès, Vuitton und Miu Miu schließen Paris grandios ab

Paris Paris zieht an. Nach einem ungewöhnlich erfolgreichen Mode-Marathon sind die Kollektionsschauen (2. bis 10. März) der Damenmode für Herbst/Winter 2010/11 in Paris zu Ende gegangen.

Lange war die Aufmerksamkeit für die französische Mode nicht so groß, fast überall herrschte Aufbruchsstimmung. Mit Vuitton, Hermès und Miu Miu wartete der letzte Tag dann auch noch mal mit drei modischen Knallern auf.

Auf die Minute genau zum Showbeginn erhoben sich die Wasserspeier des Brunnens am Louvre, um den der Laufsteg bei Louis Vuitton sich rundete. Wer auch nur eine Minute zu spät kam, blieb draußen. Ebenso präzise und kultiviert wirkte die Show: Eine Hommage an weibliche Formen und die damenhafte Eleganz der 50er Jahre. Mit Bardot-Pferdeschwanz, Porzellanteint und kleiner Henkeltasche (Vuitton hat den 30er-Jahre-Klassiker Speedy neu aufgelegt) traten die Models vornehm, adrett und ladylike auf.

Designer Marc Jacobs konzentrierte sich auf die Silhouette der 50er Jahre mit schmalem Oberteil, betontem Busen und blütenkelchartig sich öffnendem Rock und bot mehr als 50 Varianten davon auf: Als Kostüm aus softbraunem Anzugstoff, als Tweed-Corsage mit Samtbändern und schwerem Lederrock in Mokka, als Kleid in Bleu mit Spitzenbesatz, als grauer Strickentwurf, fliederfarbener Bouclémantel oder üppiges Abendkleid mit Schleppe und Schleife.

Jacobs schloss mit seinen Entwürfen ziemlich genau an das Frauenbild an, das Miuccia Prada zuvor in ihrer von den Fifties inspirierten Prada-Kollektion in Mailand vorgestellt hatte. In Paris bei Miu Miu setzte sie jedoch wie so viele andere auf die 60er Jahre, und das mit ihrer speziellen schrägen und doch stilsicheren Handschrift. Extrem kurze, mit Volants sich öffnende Miniröcke, steif und doch anschmiegsam wirkende Stoffe und leicht A-förmige Oberteile mit an den Schultern blusig sich rundenden Ärmeln ließen die Models mädchenhaft und etwas Twiggy-like erscheinen. Ein Hauch von Vamp gesellte sich dazu durch viel Schwarz, aufgestickte Ornamente und Kleider mit breiten Trägern, die viel Haut offenbarten. Hinzu kamen ein paar Aufheller in Form von Kleidern in glänzendem Orange oder Lila.

Jean Paul Gaultier hatte sich bei Hermès von Emma Peel und John Steed aus «Mit Schirm, Charme und Melone» inspirieren lassen, doch Hüte, Regenschirm und das Spiel mit dem Gegensatz von Männlich- Weiblich war eigentlich nur ein Vorwand, um traumhaft schönes Leder in Szene zu setzen. In Schwarz als sexy Anzug, als lockere Weste, grauer Blazermantel oder Trenchcoat in einem sehr schönen Nougat-Ton: Bei Hermès hatte alles unschlagbare Klasse. Fließende Seidenröcke und -kleider mit Leopardenprint sowie superweiche Pelze komplettierten die Kollektion.

Trotz der Stärke dieser Schauenwoche riss die Abwesenheit Alexander McQueens ein tiefes Loch. Der britische Modemacher, der sich im Februar das Leben genommen hatte, spielte mit seiner genialen Kreativität stets eine Sonderrolle. Nur wenige Modeleute waren zur Besichtigung seiner letzten Entwürfe in privatem Rahmen eingeladen worden und berichteten von Kleidern mit gotischen Einflüssen von geradezu bestürzender Schönheit. Von Stefanie Schütte, dpa

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