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Grimme-Preisträger: Bekleckst, frech, sprachlos

Marl Ein Wechselbad der Gefühle: Von spritzigen Shows bis zu bedrückenden Reportagen hat das Adolf-Grimme-Institut am Freitagabend ein breites Spektrum von Fernsehproduktionen für ihre herausragende Qualität auszeichnet.

Die Preise überreichte Moderatorin Désirée Nosbusch bei einer Gala im Stadttheater Marl. Für reichlich Gelächter sorgte die in der Kategorie Unterhaltung prämierte «heute-show», eine satirische Nachrichtensendung im ZDF. Deren Moderator Oliver Welke widmete seine Auszeichnung Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), der in kurzen Filmsequenzen oft unfreiwillige Auftritte in der Show hat. «Vor kurzem hat mich Gesundheitsminister Philipp Rösler auffallend freundlich gegrüßt. Ich glaube, der wollte die Beißhemmung erhöhen», verriet Welke.

Noch frecher trat Ina Müller auf , die sich für ihre Late-Night- Show «Inas Nacht» aus Hamburger Kneipen einen Grimme-Preis abholte. Ihre Gäste müssten «ekelig oder ganz toll sein» sagte die Moderatorin und wünschte sich vielsagend FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß als Gesprächspartner.

Mit der «heute-show» und «Inas Nacht» holten sich nur öffentlich- rechtliche Sender die Grimme-Preise im Bereich Unterhaltung. Die Privaten setzten sich überraschend in der Kategorie Information und Kultur mit zwei Preisen durch: ProSieben mit «Galileo Spezial - Karawane der Hoffnung», über Genitalverstümmelung bei Mädchen und das Deutsche Sportfernsehen mit «Tabubruch» über Homosexualität im Profifußball lieferten behutsame Reportagen zu wenig populären Themen. Die übrigen der insgesamt zwölf Grimme-Preise gingen an das öffentlich-rechtliche Fernsehen, es heimste auch alle Ehrungen im Bereich Fiktion ein.

Auch eine Grande Dame fehlte nicht: «Ich bin sprachlos und mein Mann wird sagen, das kommt selten vor», sagte Senta Berger über ihren Grimme-Preis. Die 69-Jährige spielte in dem ARD-Stück «Frau Böhm sagt nein» eine Vorstandssekretärin, die Managern ihre üppigen Bonuszahlungen verweigert.

Viel Farbe ins Spiel brachte Helmar Weitzel, um seine Freude über den Sonderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen auf eine Leinwand zu bannen. Denn der wissbegierige Moderator der Kindersendung «Willi will's wissen» wurde speziell für die Folge «Wie macht der Künstler Kunst?» ausgezeichnet. Darin widmet sich Weitzel mit vollem Körpereinsatz der modernen Kunst. Auf der Bühne rollte er im dunklen Anzug und mit Farbe über den Boden und das Bild, um sein Werk zu perfektionieren. Der bekleckste Preisträger versuchte vergeblich, sich mit einer Umarmung beim Laudator, NRW-Medienminister Armin Laschet (CDU), zu bedanken.

Der Grimme-Rekordhalter ist seit diesem Jahr Dominik Graf. Der Regisseur des ZDF-Krimis «Kommissar Süden und der Luftgitarrist» holte sich seine achte Trophäe ab. Dennoch hat Graf kein Platzproblem: «Sie sind sehr handlich.» Größter Gewinner bei der 46. Verleihung der Grimme-Preise war das ZDF, das sich in allen drei Kategorien durchsetzen konnte und sechs Auszeichnungen zugesprochen bekam.

Preisträger: http://dpaq.de/jBWid

dpa-infocom