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 Brennpunkt 

Kommentar
Christian Kunst

Erst die Endlager-Frage beantworten

Christian Kunst zu längeren Atomlaufzeiten

Jedem Unionspolitiker, der von Atomlaufzeiten bis 2050 träumt, sei ein Besuch im Atommülllager Asse II empfohlen. Was dort von einer ganzen Generation von Kernenergie-Fanatikern unter der Erde verbuddelt wurde, ist gespenstisch. In einem völlig maroden Salzstock lagern 126.000 Atomfässer. Und es ist nach Aussage des Betreibers, dem Bundesamt für Strahlenschutz, völlig unberechenbar, ob und wann so viel Wasser in das frühere Bergwerk eindringt, dass dieser Zufluss nicht mehr beherrschbar ist.

Und jetzt will die Koalition mit Gorleben den nächsten Salzstock für eine Endlagerung erkunden - noch bevor sie das Problem in dem anderen gelöst hat. Das ist fahrlässig. Noch fassungsloser macht es einen aber, dass Schwarz-Gelb jetzt prüfen lässt, ob deutsche Atomkraftwerke noch bis zu 28 Jahre länger Müll produzieren sollen. Es wäre die Pflicht der Regierung gegenüber nachfolgenden Generationen, zuvor die Endlager-Problematik für die derzeit gültigen Laufzeiten zu klären. Denn solange diese Frage nicht beantwortet ist, darf sie nicht sehenden Auges weiteren Müll produzieren lassen.

Das Argument der Koalition, dass wir die Atomkraft als Brückentechnologie in ein neues Zeitalter der erneuerbaren Energien brauchen, klingt plausibel. Angesichts der jetzt bekannt gewordenen Prüfung noch längerer Laufzeiten wirkt es jedoch mehr als scheinheilig. Man darf gespannt sein, wie die Quittung an den Wahlurnen in NRW ausfallen wird.

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