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RZ-KOMMENTAR: Ein schwieriger Partner

Warum hält die Landesregierung am Nürburgring an ihrem problematischen Partner Kai Richter fest? Längst ist erwiesen, dass der alerte Investor aus Düsseldorf zwar die früheren Verantwortlichen am Ring mit seinen Ideen begeistern konnte, aber keine Erfahrung mit eigenen Bauprojekten und keine ausreichenden Finanzmittel im Rücken hatte.

Offene Rechnungen nähren nun auch noch Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit. Zudem fehlt es ihm an Geschick, auf die vorhandenen Geschäftspartner und die Gastronomie rund um den Ring zuzugehen. Warum also nicht den Umbau am Ring nutzen und sich von Richter trennen?.

Die freundliche Erklärung lautet: Das Land und die weitgehend landeseigene Ring GmbH sehen die Chance, Richter in den neuen Besitz- und Betriebsgesellschaften fester an die Kandare zu nehmen. Schließlich stecken in Richters "Mediinvest" 85,5 Millionen Euro stille Beteiligungen von einer landeseigenen Bank. Die will man irgendwann mal wiedersehen. Und ein anderer Investor dürfte sich derzeit schwerlich für das überdimensionierte Projekt erwärmen. Zudem: Das Sagen in der künftigen Betriebsgesellschaft hat hauptsächlich Jörg Lindner, ein Spross der renommierten Hotel-Dynastie. Ob Richters Zahlungsmoral sich bessert, hängt freilich vom Publikumserfolg des reichlich überdimensionierten Freizeitparks ab.

Die unfreundliche Erklärung: Ein Jahr vor der Landtagswahl will die Regierung vor allem eins - ganz schnell Ruhe am Ring und in dem skandalgeschüttelten, 350 Millionen Euro teuren Freizeitpark. Die bereits im Dezember präsentierte künftige Gesellschafterstruktur noch einmal zu ändern, käme dem Eingeständnis eines Fehlers gleich. Würden das Land oder die landeseigene Ring GmbH Kai Richter die Hotels und das Feriendorf abkaufen (für den Großteil bürgt ja schon die öffentliche Hand mit 85,5 Millionen), läge das Geschäftsrisiko komplett und endgültig beim Steuerzahler.

Dass es irgendwann einmal genau so kommt, ist keineswegs unwahrscheinlich. Aber mit Sicherheit nicht vor dem Wahltermin am 27. März 2011.

E-Mail an die Autorin: Claudia.Renner@Rhein-Zeitung.net

RZO