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Land zieht sich aus Management der Eifel-Rennstrecke zurück

Ring: Private steigen als Betreiber ein

Rheinland-Pfalz Wirtschaftsminister Hering wirkt gelöst nach dem 30-stündigen Verhandlungsmarathon um das neue Geschäftsmodell am Nürburgring: "Die langen Nächte haben mich an Opel erinnert." Aber im Gegensatz zu Opel sei "etwas rausgekommen".

Mit der Übernahme der bisher privat geführten "Motorsport Resort Nürburgring GmbH" (MSR) zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro gehören dem Land künftig auch das Lindner-Vier-Sterne-Hotel, das Erlebnisdorf "Grüne Hölle" samt Riesendisko und Drei-Sterne-Hotel sowie das Feriendorf in Drees. Die Baukosten wurden zuletzt mit 118 Millionen Euro beziffert. Die privaten Gesellschafter sind damit draußen: der österreichische Hotelprojektierer Geisler & Trimmel, Weber Architekten (Köln) und der bisherige Hauptgesellschafter Kai Richter mit seiner Mediinvest.

Die Veränderung ist nicht so groß , wie sie aussieht. Schon jetzt wird die Mediinvest mit 85,5 Millionen Euro über die landeseigene Wirtschaftsförderbank ISB gestützt. Nur 6,1 Millionen Euro an privatem Kapital stecken in der MSR und bleiben zunächst dort. Ein bestehender Kredit über 20 Millionen Euro bei der Landesbank Vorarlberg wird abgelöst - ohne eine in der Regel hohe Vorfälligkeitsgebühr, wie Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) versichert.

Sollten Kai Richter und seine Firmen zum Neustart am 1. Mai 2010 noch offene Rechnungen bei der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH haben (unsere Zeitung berichtete), wären sie damit erledigt: Das Land wäre dann Gläubiger und Schuldner zugleich. Richter bleibt zunächst 50-Prozent-Gesellschafter der Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST) für das bargeldlose Ringcard-Bezahlsystem. Das Land arbeite auf eine 100-prozentige Übernahme hin, lässt Hering durchblicken. In der CST stecken auch schon 5,6 Millionen Euro Gesellschafterkredit von der Ring GmbH.

Richters Mediinvest steigt mit 50 Prozent in die neue Betriebsgesellschaft ein, die andere Hälfte gehört der Lindner-Gruppe. "Lindner will mit Richter diese Gesellschaft machen", sagt Hering. "Er ist davon überzeugt, dass das ein erfolgreicher Partner ist." Geschäftsführer der neuen "Destination Nürburgring GmbH" wird Jörg Lindner.

Das Land agiert künftig nur noch als Besitzer. Allerdings startet die alte/neue Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH mit dem bekannten Jahresverlust von 12 Millionen Euro und steht auch weiterhin für Verluste aus der Formel 1 gerade. Um diese künftig zu mindern, sei man mit dem ADAC "in guten Gesprächen", deutet Hering an.

Das Land nimmt für die Immobilien bei der ISB rund 330 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent auf. Der auf 20 Jahre geschlossene Pachtvertrag mit der Betreibergesellschaft soll mindestens die Zinsen sowie die Abschreibungen decken: 90 Prozent Gewinnabführung bei steigender Mindestpacht in den ersten drei Jahren, danach 85 Prozent bei mindestens 15 Millionen Euro jährlich. Laut Hering kommen bis zum Jahr 2031 allein mit der Mindestpacht 121 Millionen Euro zusammen. Das sind 10 Millionen Euro mehr als die bis dahin anfallenden Kreditzinsen.

Claudia Renner

dpa

RZO