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Wie ein wildes Tier: Die legendäre AC Cobra

Thames Ditton Wild, schnell, ungebändigt - Sportwagen werden gern mit wilden Tieren verglichen.

Nicht umsonst prangen in den Markenzeichen von Ferrari oder Lamborghini der Stier oder ein sich aufbäumendes Pferd.

Doch so wirklich wild erscheint heute keiner dieser Wagen mehr. Ohnehin gibt es in der Geschichte nur wenige Autos, die wild und «tierisch» sind. Wer ganz ehrlich ist, wird nur eines nennen können: die AC Cobra.

Das Prinzip hinter der AC Cobra ist simpel: Man nehme möglichst wenig Auto und kombiniere das mit möglichst viel Motor. In diesem Fall war es das Zusammentreffen eines leichtgewichtigen britischen Roadsters mit einem fetten, leistungsstarken amerikanischen V8-Motor.

Was sich daraus ergab, war in der Blütezeit der Cobra in den 60er Jahren fast schon unglaublich: Das nicht einmal vier Meter lange Auto wiegt knapp eine Tonne, also ungefähr so viel wie ein Kleinwagen vom Schlage eines VW Polo. Unter der Haube fanden jedoch Motoren mit bis zu sieben Litern Hubraum und Leistungen bis zu 480 PS Platz. Das reichte aus, um den offenen Zweisitzer in gut vier Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen. Mutige sollen in den schärfsten Cobra-Ausführungen bis zu 290 km/h schnell unterwegs gewesen sein.

Dabei hatte alles recht harmlos begonnen: Eine kleine Firma im britischen Thames Ditton baute ab 1953 einen kleinen Roadster. Die Firma hieß AC, eine Kurzform der ursprünglichen Bezeichnung Autocarriers. Der Wagen hieß AC Ace, sah nett aus und war recht flott unterwegs - so schnell, dass er auch auf Rennstrecken manchen Erfolg einfuhr. Auf den Pisten der Welt war in den 50er Jahren aber auch ein gewisser Carroll Shelby erfolgreich unterwegs - allerdings vor allem in namhaftem Sportgerät wie Autos von Ferrari oder Aston Martin.

Es kam aber der Tag, an dem für Shelby nicht mehr allein die Sporterfolge im Vordergrund standen: Ein Herzfehler soll ihn zum Abschied vom aktiven Rennsport getrieben haben. Das hinderte den Texaner nicht daran, weiter über schnelle Autos nachzudenken. Seine wohl wichtigste Idee: einen leichten europäischen Sportwagen mit einem amerikanischen V8-Motor zu kombinieren.

Dass er als Rennfahrer die Erfolge des AC Ace hautnah mitbekommen hatte, dürfte die Entscheidung für gerade dieses Auto als Basis des Projekts vereinfacht haben. Als Motorlieferanten konnte Shelby Ford gewinnen: Der ansonsten technisch unveränderte Ace sollte künftig einen Ford-V8 mit 4,2 Litern Hubraum unter der Haube tragen. Das AC-Werk baute in kleiner Serie das Roh-Fahrzeug. Dann kam der V8 in den Wagen, und fertig war das Auto, das zur Legende werden sollte.

Auch wenn sich die ersten Cobras noch vom Bild jener Cobra unterschieden, das sich vielen Auto-Enthusiasten eingebrannt hat, war das Auto beachtlich. Anfangs war die Cobra noch ein zierliches Gefährt, das sich nur in Details vom AC Ace unterschied. Das erste Auto war die 260er. Die Bezeichnung weist auf den Hubraum von eben 260 Kubikzoll hin, was 4,2 Litern entspricht. Es folgte die 289er mit 4,7 Litern Hubraum. Trotz des unscheinbaren Aussehens kam schon diese Ur-Version auf knapp 250 km/h.

Das heute so legendäre Erscheinungsbild der Cobra geht auf das Modell 427 zurück, das 1965 erschien. Weil viel nicht genug war, wurde ein Motor mit 7,0 Litern Hubraum (427 Kubikzoll) montiert - ein Rennmotor mit 425 PS. Um diese Leistung zu verkraften, wurde die Cobra komplett umgebaut: Es gab einen stabileren Rahmen, ein überarbeitetes Fahrwerk und bessere Bremsen. Nachdem vorher schon in einigen Fahrzeugen verbreiterte Radhäuser zum Einsatz gekommen waren, wurden die Backen nun noch einmal aufgepumpt.

Von allen Cobra-Versionen zusammen sollen bis 1968 gerade 979 Exemplare gebaut worden sein. Dass die Cobra bis heute unvergessen ist, hängt mit einer anderen Sache zusammen: Die Cobra ist zum meistkopierten Auto der Welt geworden. Immer wieder haben Kleinserienhersteller optische Kopien aufgelegt, die mit dem Original außer der Form nichts gemein hatten. Es wird geschätzt, dass neben den knapp 1000 Originalen - beziehungsweise dem noch existierenden Rest - mehr als 10 000 Replikas gefertigt wurden. Doch wirklich ungebändigt und tierisch wild, sind nur die unverfälschten Originale. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom



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