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Das Geheimnis des Kommissars - Der Fiat 130

Turin Millionen Menschen schalten sonntags um 20.15 Uhr das erste Programm ein, um «Tatort» zu schauen.

Anfangs passiert etwas Rätselhaftes, nach 90 Minuten haben die Kommissare alles aufgeklärt.

Doch an manchen Sonntagen bleibt ein Geheimnis, und zwar eines mit vier Rädern. Wenn nämlich Lena Odenthal und Mario Kopper unterwegs sind, steuern sie meist ein seltsames altes Auto, von dem auch nach diversen Folgen kaum jemand weiß, um was für ein Ding es sich da handelt. Und selbst wenn die Bezeichnung genannt wird, bleibt das Rätsel oft ungelöst: Fiat 130? Nie gehört.

Die Autobauer aus Turin haben es Anhängern der Marke schwer gemacht, jeden Klassiker anhand der Bezeichnung identifizieren zu können. Zu wirr und wenig einprägsam waren die dreistelligen Typenkürzel von 128 über 131 oder 850. Der 130 ist aber auch innerhalb des Zahlensalates eine unbekannte Größe: So selten wie er war kaum ein Fiat. Heute wie einst stand Fiat vor allem für kleine Autos. Immer wieder gab es bei Fiat aber auch Menschen, die mit der Marke den etablierten Konkurrenten in höheren Klassen zeigen wollten, dass man auch in Turin solche Fahrzeuge konstruieren konnte. Ein Beispiel dafür ist jenes Modell 130, das im «Tatort» unterwegs ist.

Erschienen ist der 130er 1969. Allein von den technischen Daten hatte er durchaus das Zeug, es mit einem Mercedes Strich-Acht oder zumindest einem Rekord oder Commodore von Opel aufnehmen zu können. Die viertürige Karosserie war mit ihren 4,75 Metern Länge durchaus stattlich. Das Design spiegelt den Ende der 60er verbreiteten Mix aus überholtem Barock und neuen, klareren Linien wider. Typisch für den 130 ist außerdem der Dachaufbau mit viel Glas und wenig Blech.

Unter der Motorhaube arbeitet ein Aggregat, das den Status des 130 deutlich macht: ein Sechszylinder. Der hatte zunächst 2,9 Liter Hubraum und leistete 140 PS, später wurde nachgelegt mit 3,2 Litern Hubraum und bis zu 165 PS. Neben dem V6-Motor gab es für den großen Fiat alles, was in der Klasse der nobleren Limousinen üblich oder begehrt war: Leder für die Sitze konnte ebenso geordert werden wie die Klimaanlage oder die elektrischen Fensterheber. Auch ein Automatikgetriebe befand sich im Angebot. Immer dabei war ein aufwendiges Fahrwerk mit Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen.

In der Praxis hatte der 130 jedoch damit zu kämpfen, dass der durchschnittliche Fiat-Fahrer kleine und günstige Fahrzeuge bevorzugte. Der große Fiat war daher kein Verkaufserfolg. Bei Fiat allerdings baute man weiter auf die Technik des Großen - und überraschte die Welt 1971 mit einer Modellvariante, die nichts mehr von der souveränen Unaufgeregtheit der Limousine hatte: Die Bezeichnung der neuen Version lautete schlicht 130 Coupé.

Merkmal dieses Zweitürers ist in erster Linie die von Pininfarina gezeichnete Karosserie: An der fand sich keine Spur mehr vom Schwulst der 60er. Das Coupé trug durchweg geradlinige und schnörkellose Bleche. Auch auf Chrom wurde weitgehend verzichtet. Trug die Limousine an der Front runde Doppelscheinwerfer, setzte Pininfarina auf breite rechteckige Leuchten. Die klassischen Proportionen der Limousine wurden hier durch einen gestreckten Eindruck ersetzt.

Heute ist das Coupé begehrt und selten - was wiederum daran lag, dass es zu seiner Zeit wohl zu avantgardistisch und daher kaum gefragt war. Obwohl es mit allerlei Luxus ausgestattet war und mit dem 165 PS starken Motor knapp 200 km/h lief, konnte Fiat vom Zweitürer nur rund 5000 Exemplare absetzen. Und zwar nicht in einem Jahr, sondern über die gesamte Bauzeit von 1971 bis 1977. Der Limousine ging es kaum besser. Insgesamt brachte es der Viertürer bis zum Verkaufsende 1976 auf nur 15 000 Exemplare. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom



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