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Audi A8: Flaggschiff im Zeichen der Ringe

Hamburg Es ist ein Auftakt nach Maß: Wo alle Welt noch unter der Krise stöhnt, beginnt Audi das neue Jahr mit einem Paukenschlag. Pünktlich zum zaghaften Wirtschaftsfrühling bringt der Hersteller sein neues Topmodell A8 auf den Markt.

Mit Gardemaßen gegen die Konkurrenz

Größer, stärker und trotzdem sparsamer und technisch ambitioniert, soll der Luxusliner ab März auf Augenhöhe mit Mercedes S-Klasse und BMW 7er fahren. Für den Kampf um einen Stammplatz in den Vorstandsgaragen hat Audi die Oberklasse-Limousine auf ein neues Gardemaß gestreckt. Schon ohne die für den Sommer avisierte Langversion wächst der Radstand auf 2,99 und die Länge auf 5,14 Meter. Kein anderes Oberklasse-Auto hat so ein Format. Weil die Motoren Platz brauchen und der Fußgängerschutz seinen Tribut fordert, kommt bei den Fahrgästen vom Wachstum aber wenig an. Zwar gibt es mehr als genügend Platz auf allen Plätzen - doch wirklich verschwenderisch ist das Raumangebot nicht.

Für einen Diäterfolg reicht es trotz Leichtbau nicht

Und noch ein Manko bringt die Größe mit sich: Obwohl Audi wie kein anderer Hersteller dem Leichtbau huldigt und den A8 deshalb wieder komplett aus Aluminium baut, haben die Entwickler kaum Gewicht gespart. Aber immerhin ist das Auto trotz des neuen Formats und der erweiterten Ausstattung kaum schwerer geworden. Und zwei bis vier Zentner leichter als die Konkurrenz sei ihr Flaggschiff schließlich auch, beteuern die Ingenieure.

Auf der Straße purzeln die Pfunde

Dass der A8 fast zwei Tonnen auf die Waage bringt, merkt man auf der Straße kaum. Lenkung, Fahrwerk und Luftfederung, deren Charakter man auf Knopfdruck ändern kann, lassen den Wagen handlicher wirken. Und an der nötigen Kraft mangelt es ohnehin nicht - vor allem, wenn man den V8-Benziner unter der Haube hat. Er markiert mit seinen 273 kW/372 PS und 445 Nm bis zum Debüt eines neuen Zwölfzylinders und des S-Modells die Leistungsspitze und hat mit dem A8 etwa so viel Mühe wie ein Marathonläufer mit dem Sonntagsspaziergang. Während die neue Achtgang-Automatik die Gänge schnell und unmerklich wechselt und allenfalls ein leises Grollen aus den Tiefen der Karosse dringt, schnellt der A8 in 5,7 Sekunden auf Tempo 100. Auch jenseits von 200 km/h hat er noch so viel Dampf, dass die 250er Marke nur eine Formsache ist.

Den Preis zahlt man an der Tankstelle

Den Preis für das Vergnügen zahlt man an der Tankstelle. Zwar hat Audi den Verbrauch trotz 22 Mehr-PS um 1,4 Liter gedrückt. Doch ein Normwert von 9,5 Litern und ein CO2-Ausstoß von 220 g/km wollen nicht so recht zum Sparer im Smoking passen. Diese Rolle übernehmen die Diesel: Der überarbeitete V8 kommt nun bei 258 kW/350 PS auf 7,6 Liter (CO2-Ausstoß: 199 g/km). Der neue V6 mit serienmäßigerStart-Stopp-Automatik steht mit 184 kW/250 PS und 6,6 Litern (174 g/km) in der Liste. Später folgt ein zweiter V6 mit 150 kW/205 PS und Frontantrieb, der mit 6,0 Litern (159 g/km) zufrieden ist.

Ein Innenraum mit Wohlfühlgarantie

Während man sich innen auf Anhieb wohl fühlt in der schönen neuen Welt, die edle Kombination aus blankem Metall, warmem Holz und weichem Leder genießt, braucht das Außendesign eine gewisse Gewöhnung. Zu alltäglich und zu nah am A6, lautet die Kritik am neuen Alu-Kleid - zumindest solange die Sonne scheint. Doch sobald es dunkel wird und die neuen LED-Strahler ihren markanten Lichtbogen in die Nacht recken, wird der A8 zum Charakter-Darsteller.

Technik wie in einer Raumfähre

Die ersten Voll-LED-Scheinwerfer für die Großserie sind allerdings nur ein technisches Highlight. Daneben gibt es erstmals eine Verknüpfung von Navigationssystem und Fahrzeugelektronik, mit der etwa Scheinwerfer oder Getriebeprogramm im vorausschauenden Gehorsam an die Topographie angepasst werden. Außerdem kann der A8 als erstes Auto buchstäblich die Handschrift seines Fahrers lesen. Denn wichtige Kommandos oder die Zieleingabe für die Navigation erfolgen auf Wunsch über ein Touchpad mit Buchstabenerkennung.

Bei den Preisen hält Audi Distanz zu BMW und Mercedes

So ambitioniert der technische Anspruch und so luxuriös das Innenleben sind, wahrt Audi zumindest in einem Punkt Distanz zur Konkurrenz: beim Preis. Mit 72 200 Euro für den kleinen Diesel, 89 300 Euro für den 4.2 FSI und 90 800 Euro für den V8-TDI ist der A8 zwar teuer als sein Vorgänger, bleibt aber deutlich unterhalb von S-Klasse und 7er - vor allem, wenn man den serienmäßigen Allradantrieb mit einrechnet.

Fazit: Der neue A8 sichert Audi den Stammplatz im Oberhaus

Die Technik ist faszinierend, die Motoren sind kräftig und für ihre Leistungsklasse sparsam, das Ambiente ist erstklassig und der Preis mehr als wettbewerbsfähig. So hat der A8 allemal das Zeug, S-Klasse und 7er das Leben schwerer zu machen. Für einen glatten Durchmarsch an die Spitze der Statistik wird es zwar nicht reichen. Doch spätestens mit diesem Auto hat sich Audi endgültig den Stammplatz im Oberhaus gesichert.

Datenblatt: Audi A8 4.2 FSI
Motor und Antrieb: V8-Benzin-Direkteinspritzer
Hubraum: 4162 ccm
Max. Leistung: 273 kW/372 PS bei 3500 U/min
Max. Drehmoment: 445 Nm bei 3500 U/min
Antrieb: Allradantrieb
Getriebe: Achtgang-Automatik
Maße und Gewichte:
Länge: 5137 mm
Breite: 2992 mm
Höhe: 1949 mm
Radstand: 2992 mm
Leergewicht: k.A.
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: 510 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,7 s
Durchschnittsverbrauch: 9,5 Liter/100 km
Reichweite: 950 km
CO2-Emission: 220 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU5
Kosten:
Basispreis der Modellreihe: 72 200 Euro
Grundpreis des A8 4.2 FSI: 89 300 Euro
Typklassen: KH 21/VK 29/TK 28
Kfz-Steuer pro Jahr: 284 Euro/Jahr
(alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke)
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: ESP, Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags, Xenon-Licht
Komfort: Klimaanlage, elektrische Fensterheber, adaptive Luftfederung

dpa-infocom



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