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Aston Martin Rapide: Sportler mit Familiensinn

Hamburg Glaubt man Aston Martin-Chef Ulrich Bez, waren die Fahrer von Sportwagen bislang nicht zu beneiden. Immer ohne Familie und meist nur mit kleinem Gepäck, so lautet das schwere Los derer, die sich einen Porsche Turbo oder Lamborghini Murciélago leisten können.

Ein Herz für die Familie

Damit macht Bez jetzt Schluss und bringt als «ersten Viertürer unter den echten Sportwagen» den Rapide an den Start. 180 000 Euro teuer, 350 kW/477 PS stark und rund 300 km/h schnell, soll er Familiensinn beweisen und passionierte PS-Freunde aus der Einsamkeit erlösen.

Ein Sporttalent mit James-Bond-Status

Damit gar nicht erst Zweifel am sportlichen Anspruch des Rapide aufkommen, montieren die Briten unter der langen Haube ihr bestes Stück: den Zwölfzylinder aus James Bonds aktuellem Dienstwagen DBS. Im Rapide leistet der sechs Liter große Motor 350 kW/477 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 600 Nm. Das reicht selbst bei stolzen zwei Tonnen Leergewicht für einen ausgesprochen kultivierten Kraftakt. Der bei Magna im österreichischen Graz weitgehend aus Aluminium gefertigte Exil-Engländer beschleunigt in 5,2 Sekunden auf 100 Sachen und jagt danach ungeniert dem Tempolimit entgegen.

Kraft und Kultur gehen Hand in Hand

Dabei überzeugt der Rapide nicht nur mit seinem ungehemmten Vortrieb, sondern vor allem mit seinem hohen Maß an Fahrkultur. Die Lenkung ist präzise, die variable Härte von Federn und Dämpfern wohldosiert und das sechsstufige Automatikgetriebe wunderbar feinfühlig. Auf der Autobahn ein idealer Dauerläufer, wird der Rapide auf der Landstraße zum Lustobjekt und macht jede Kurve zum Vergnügen. Nur auf wirklichen engen Passstraßen und mit besonders großen Ambitionen spürt man, dass der Wagen für einen Spitzensportler eben doch zwei Türen, einen halben Meter und vier bis sechs Zentner zu viel hat.

Ein typischer Brite mit Manieren

Dafür ist der Rapide britisches Understatement in Reinkultur. Lange nicht so protzig wie ein Ferrari, nicht so zwielichtig wie ein Lamborghini, nicht so aufdringlich wie eine Corvette ZR1 und nicht so gewöhnlich wie ein Porsche Turbo, gibt er den stillen Genießer, dem allerorten bewundernde Blicke zufliegen. Den Begriff still kann man dabei übrigens durchaus wörtlich nehmen. Zumindest innen hört man wegen des dicken Dämmglases fast schon zu wenig vom Motor. Nur außen macht der Rapide auch akustisch auf sich aufmerksam.

Form steht vor Funktion

Neben dem Fahrspaß ist es vor allem das Design, das für den Rapide spricht. Mit klarer Linie gezeichnet und von keinen Kompromissen aus der Form gezwungen, ist der Viertürer mehr Kunst als Karosse. Muskulös und elegant, forsch und filigran und aus jeder Perspektive wohlproportioniert, lässt er Konkurrenten wie den Porsche Panamera ziemlich plump aussehen. Den Preis dafür zahlen die Gäste im Fond. Wo sonst die Form der Funktion folgt, wurde dieses eherne Designgesetz umgekehrt und deshalb viel Kopf- und Kniefreiheit geopfert.

Beim Platzangebot endet der Familienanspruch

Zwar hat Aston Martin mit dünnen Schalensitzen vorn wie hinten noch das beste daraus gemacht. Außerdem beweisen die Briten bei der Ausstattung mit Lack und Leder viel Liebe zum Detail. Und sie verwöhnen die Fondgäste mit eigenen Video-Monitoren, einer separaten Klimaanlage sowie klimatisierten Sitzen. Doch macht auch das den Einstieg nicht größer und den Fußraum nicht weiter. Kleinen Kindern wird das nichts ausmachen. Doch spätestens nach den pubertären Wachstumsschüben ist es deshalb vorbei mit dem Familienfrieden.

Handwerkskunst statt Hightech-Spielereien

Während Aston Martin die Handwerkskunst in Ehren hält und deshalb viel feines Holz und weiches Leder verarbeitet, sind die Briten bei den elektronischen Errungenschaften eher sparsam. Mittlerweile weit verbreitete Extras wie der Tempomat mit Abstandsregelung, das Kurvenlicht oder eine Hilfe bei der Spurführung überlassen sie deshalb lieber Menschen, die auch sonst mal das Ruder aus der Hand geben. In einem echten Sportwagen, so argumentiert Firmenchef Bez ein wenig überheblich, hätten solche Assistenzsysteme nichts zu suchen.

Fazit: Eine faszinierende Versuchung

Ob mit oder ohne Helferlein: Der Rapid wird seinen Weg in die Garagen der Superreichen machen, und das Produktionsziel von 2000 Autos im Jahr scheint durchaus realistisch. Denn auch wenn er weder der schärfste Sportwagen noch der bequemste Viersitzer ist, bleibt er in diesem Jahr die vielleicht faszinierendste Versuchung, der Schnellfahrer mit gut gefülltem Spesenkonto erliegen können. Und wenn sie die zweite Sitzreihe nur als Alibi brauchen.

Datenblatt: Aston Martin Rapide
Motor und Antrieb: V12-Benziner
Hubraum: 5935 ccm
Max. Leistung: 350 kW/477 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 600 Nm bei 5000 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: Sechsgang-Automatikgetriebe
Maße und Gewichte:
Länge: 5019 mm
Breite: 1929 mm
Höhe: 1360 mm
Radstand: 2989 mm
Leergewicht: 1950 kg
Zuladung: 460 kg
Kofferraumvolumen: 301-750 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 296 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,2 s
Durchschnittsverbrauch: k.A.
Reichweite: k.A.
CO2-Emission: k. A.
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU5
Kosten:
Basispreis der Modellreihe: 180 000 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer pro Jahr: k.A.
(alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke)
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: ESP, Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags, Xenon-Licht
Komfort: Klimaautomatik, Navigation, Bang & Olufsen-Soundsystem

dpa-infocom



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