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Siegel für Studiengänge: Was die Akkreditierung sagt

Bonn Autos prüft der TÜV, schadstoffarmes Spielzeug bekommt den Blauen Engel.

Doch wie erkennt man, ob ein Studiengang etwas taugt? Dabei soll die Akkreditierung helfen.

Das «Gütesiegel» macht Qualitätsvorgaben, die alle Bachelor- und Masterprogramme erfüllen müssen. Die Idee klingt gut. In der Praxis hilft sie bislang aber wenig. Die wichtigsten Fragen dazu im Überblick:

Wie viele Studiengänge sind schon akkreditiert?

Laut dem Akkreditierungsrat in Bonn gab es Anfang März 3054 Bachelor- und 2971 Masterprogramme mit Gütesiegel. Die Hochschulrektorenkonferenz verzeichnete zu diesem Zeitpunkt aber 5856 Bachelor- und 4922 Masterstudiengänge. Fast die Hälfte der neuen Studiengänge ist also noch nicht ausgezeichnet.

Sollen Studenten von Studiengängen ohne Siegel die Finger lassen?

Ist ein Studiengang noch nicht akkreditiert, müsse das für Bewerber kein Ausschlussgrund sein, sagt Achim Hopbach vom Akkreditierungsrat. Denn das heißt nicht, dass ein Angebot im Test durchgefallen ist. In der Regel laufen die Prüfverfahren noch oder stehen noch aus. Der Abschluss in einem Fach zählt außerdem auch, wenn der Studiengang noch nicht akkreditiert ist.

Warum sind so viele Studiengänge noch nicht akkreditiert?

«Ein Grund dafür ist die unterschiedliche Genehmigungspolitik der Länder», erläutert Hopbach. In einigen Bundesländern müssen Studiengänge vor dem Start akkreditiert sein, um zugelassen zu werden. Andere Länder erlauben es, die Prüfverfahren erst später abzuschließen und einen Studiengang vorerst ohne Siegel anzubieten.

Entsprechend groß sind die regionalen Unterschiede, wie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Essen in einer Studie zeigt. In Rheinland-Pfalz sind bereits rund 85 Prozent der Bachelor- und Masterangebote geprüft und für ordnungsgemäß befunden worden. Eine Quote von mehr als zwei Dritteln können Bremen (70 Prozent), Thüringen (69) und Nordrhein-Westfalen (67) vorweisen. Deutlich niedriger ist sie dagegen in Hamburg (25), im Saarland (21) und in Sachsen (19). Das Schlusslicht ist Bayern (17 Prozent).

Bringt ein solches Siegel dann überhaupt etwas?

Kritiker halten dem Konzept vor, dass es noch mehr Bürokratie schaffe. Von «administrativer Überregulierung» spricht etwa Prof. Bernhard Kempen vom Deutschen Hochschulverband. Aus Sicht der Befürworter hilft das Ganze aber, nationale Standards für Studiengänge zu etablieren und ihre internationale Anerkennung sicherzustellen.

Dürfen auch Studenten mitreden bei der Begutachtung?

Ja. Die Begutachtung nehmen Agenturen vor, die für den Akkreditierungsrat arbeiten. Sie binden auch Hochschüler aus dem studentischen Akkreditierungspool als Gutachter ein.

Was wird geprüft?

Zum einen formale Vorgaben - dazu gehört, ob die Bologna-Kriterien eingehalten werden und ob es genug Lehrpersonal und Räume gibt. Neuerdings wird aber auch die Studierbarkeit eines Angebots überprüft, wie Hopbach erklärt. Eine neue Vorschrift ist außerdem, dass jedes Modul nur noch mit einer Prüfung abgeschlossen wird. So soll die Prüfungslast verringert werden. Denn bisher werden die Lehrveranstaltungen eines Moduls oft einzeln abgeprüft.

Liste akkreditierter Studiengänge: dpaq.de/Yuj3a Abschluss zählt auch ohne Akkreditierung Der Abschluss in einem Fach zählt auch, wenn der Studiengang noch nicht akkreditiert ist. «Den Titel zu tragen, ist dann rechtlich in jedem Fall okay», sagt Achim Hopbach vom Akkreditierungsrat in Bonn. Probleme könnten Absolventen höchstens im Ausland bekommen. Denn womöglich erkennen die Hochschulen dort einen deutschen Abschluss nicht als vollwertig an, wenn nicht klar ist, ob das Studium den Bologna-Standards entspricht. Von Tobias Schormann, dpa

dpa-infocom



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