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Pferdedecke und Zusatz-Abenteuer: «Download Content»

Hamburg Eine Rüstung hier, ein Extra-Level dort: Mit zusätzlichen Inhaltshäppchen versuchen die Anbieter von Computerspielen, die Spieler bei Laune zu halten. Gleichzeitig tut sich für die Firmen eine weitere Einnahmequelle auf.

«Download Content» (kurz DLC) heißt das Phänomen - also herunterladbare Inhalte. Sie ergänzen auf Wunsch das schon gekaufte Spiel. Erstmals dürfte DLC im Jahr 2006 auf Computer und Konsolen gekommen sein - für das Rollenspiel «Oblivion»: «Dabei handelte es sich um eine Pferdedecke», erinnert sich Patrik Schönfeldt vom Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) in Karlsruhe. Es war also nur ein winziges Extra, mit dem sich das Reittier verschönern ließ.

So richtig Fahrt aufgenommen hat das Thema DLC allerdings erst im vergangenen Jahr. Und wieder waren es nicht selten Rollenspiele, die sich häppchenweise ergänzen ließen. Für «Fallout 3» zum Beispiel gab es mehrere solcher Inhalte mit neuen Missionen oder Spielgebieten.

Der endgültige Durchbruch kam mit «Dragon Age: Origins», ebenfalls ein Rollenspiel. Bei diesem Bestseller des ausgehenden Jahres 2009 drängte der Anbieter den Käufern geradezu auf, sich mit dem Download zusätzlicher Inhalte zu beschäftigen. Denn wer die Packung öffnete, fand darin zwei Codes, mit denen sich eine Rüstung und ein kleines Abenteuergebiet herunterladen ließen - in diesem Fall kostenlos.

Warum waren diese Extras nicht einfach auf der DVD mit dem Spiel enthalten? Der Verdacht, dass es dabei allein ums Geldverdienen geht, liegt nahe. Doch Christian Schmidt ist überzeugt, dass mehr hinter DLC steckt: «Bei 'Dragon Age' war das auch Teil der Strategie gegen Raubkopierer und den Gebrauchtverkauf des Spiels», erklärt der Experte von der Zeitschrift «GameStar». Denn nur, wer das Spiel neu erworben hatte, durfte die Extras kostenlos herunterladen. Für Gebrauchtkäufer und Raubkopierer standen sie nicht zur Verfügung.

Allerdings bleibt es meist nicht bei Gratis-Extras. Die Strategie ist, gerade bei beliebten Titeln nach und nach weitere Inhalte für auf den ersten Blick kleines Geld nachzuschieben. Meist kostet DLC nur eine einstellige Euro-Summe - eine denkbar geringe Investition. Der Haken: Mancher Inhalt bringt nur minimale zusätzliche Spielzeit. Und wer immer mal wieder ein Extra kauft, hat recht bald dann doch eine stattliche Summe berappt.

Noch steckt das Thema in den Kinderschuhen - und daher testen die Anbieter wohl auch noch, was die Spieler wirklich haben wollen. Laut Schmidt funktionieren die Minihäppchen auf dem Markt bislang nicht so gut: «Die Leute wollen zum Beispiel in einem Rollenspiel auch eine vollwertige Geschichte bekommen.»

Der VDVC hat zu DLC jüngst eine nicht-repräsentative Foren-Umfrage gestartet. Demnach finden 17 Prozent der Befragten die Möglichkeit «super», so an Zusatzinhalte zu kommen, 25 Prozent finden DLC okay - wenn Preise und Inhalt in einem gesunden Verhältnis stehen. Weiteren 25 Prozent sind die Extras egal.

Dagegen meint immerhin ein Drittel der Befragten: Ein neues Spiel soll komplett sein und keine Ergänzungen nötig haben. Das deckt sich mit einer Befürchtung, die in Foren kursiert: Entwickler nehmen vor dem Start ihrer Titel Inhalte wieder heraus, um sie später zusätzlich verkaufen zu können.

Umfassende Untersuchungen zum Erfolg von DLC fehlen noch. Aber es gibt aus Anbieter-Sicht vielversprechende Anhaltspunkte. So vermeldete Electronic Arts, der Publisher von «Dragon Age: Origins», schon kurz nach der Veröffentlichung, man habe mit kostenpflichtigen Zusatzinhalten mehr als eine Million US-Dollar erwirtschaftet. Und für Christian Schmidt ist ohnehin klar: «DLC ist derzeit das Phänomen schlechthin, das wir im Spielebereich haben.» Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom



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