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Trend-ABC: Was man zurzeit übers Web wissen muss

Hamburg Das Internet entwickelt sich rasant. Nicht jeder bekommt alles mit.

Deshalb ein Update für Menschen, die keine Web- Experten sind, sich aber innerhalb von etwa sieben Minuten Lesezeit auf einen aktuellen Stand bringen möchten. Von A bis Z:.

A wie Augmented Reality (Erweiterte Realität): Das Smartphone vor ein Gebäude halten und Infos dazu per Web angezeigt bekommen. Oder weitergehend: Das Gerät an einen Menschen halten und per Gesichtserkennung und Web-Abgleich Details aus dessen Profil in einem sozialen Netzwerk (siehe N) erhalten. Wer hätte gedacht, dass es das wirklich mal geben wird - sagen wir: 1984? Damals fantasierte mancher noch über futuristische Brillen oder Computerchips im Kopf. Doch jetzt bringt das Mobiltelefon den Schritt. Projekte zur Produkterkennung zum Beispiel und Preisangabe per Handy existieren bereits, die anderen werden bald Massenphänomen.

B wie Blogger: Wenn die Presse die Vierte Gewalt ist, sind sie vielleicht die Fünfte? Jedenfalls erfüllen einige Blogs wichtige gesellschaftliche Aufgaben und verfolgen spannende Projekte. Oder sie machen einfach nur Spaß. Promi-Blogger und prominente Blogger gibt es natürlich auch. Perez Hilton ist inzwischen eher «out», stattdessen beispielsweise ist Michael K. von dlisted.com angesagt.

C wie Chatroulette.com: Das ist die Sau, die sogenannte, die aktuell durch das globale virtuelle Dorf getrieben wird. Es handelt sich sozusagen um Chatten mit Zufallsgenerator. Man weiß nie, wen man bekommt. So kann es denn auch bei der Internet-Plauderei verzückend oder versaut werden. Das Erstaunlichste an dem Phänomen ist der Erfinder: ein 17 (!) Jahre alter Schüler aus Moskau.

D wie Datenschutz: Dauerthema beim Internet. Immer wieder Zankapfel. Klar ist, dass mit dem Internet und seinen Diensten die Privatsphäre, wie man sie früher kannte, nicht mehr existiert. Ob Suchmaschinen, Sharehoster oder soziale Netzwerke: überall hinterlassen Nutzer Daten und sind sich oft gar nicht der Tragweite ihres Tuns bewusst.

E wie Evernote: Ein «virtuelles Gedächtnis» will der Online-Dienst Evernote sein. Ob Fotos oder digitalisierte Visitenkarten, Dateien, Links oder aufgezeichnete Sprachnotizen - all das können Nutzer per PC oder Multimedia-Handy auf den Servern des Anbieters abspeichern und von überall aus abrufen. Ein Beispiel für die Möglichkeiten des mobilen Internets.

F wie Foursquare und Gowalla: Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Freunde-Radar und virtuellem Gewinnspiel. Nutzer können ihren Standort angeben und die Meldung mit Kommentaren garnieren. Wer zum Beispiel essen geht, kann gleich die Pasta oder den Cocktail empfehlen. Jeder sieht auf einer Karte, wo sich die Freunde aufhalten. Technische Grundlage: Multimedia-Handys mit GPS-Empfänger und Internetanschluss.

G wie Grindr: Eine Anwendung beim iPhone, mit der man per GPS andere Nutzer in der Nähe orten und sich für einen Kontakt entscheiden kann. Das Ganze steht hier nur stellvertretend für die modernen Möglichkeiten des Datings. Es gibt zum Beispiel auch Aka-Aki: Wer das auf seinem Handy installiert, bekommt eine Art Alarm, wenn Mitglieder mit gleichen Interessen in der Nähe sind. Das Programm merkt sich, wenn sich Wege von Mitgliedern kreuzen. So entsteht eine Liste der Begegnungen - und eine Flirt-Chance nach der anderen.

H wie Hype: Seit es das WWW gibt, wird immer irgendwas durchs Dorf getrieben (siehe auch C). In der Web-Hektik kann ein Schritt beiseite und eine nüchterne Betrachtung sicher nicht schaden. Anfang der Nullerjahre war eBay Hype, 2003 war «Friendster» Pflicht, 2004 Blogs, 2005 Skype, 2006 Podcasts, 2007 «Second Life», 2008 Facebook, 2009 die Kurzmitteilungsplattform Twitter und 2010 soll es jetzt Foursquare sein...

I wie Imagehoster: Dienstleister im Netz, bei denen jeder Bilder speichern kann. Bekannte Beispiele: Flickr, Fotocommunity oder Picasa. In Zeiten der digitalen Fotografie, in der so viel geknipst wird wie nie zuvor, ein spaßiges Forum für Foto-Fans.

J wie Journalismus: Es gibt guten und schlechten. Mit dem Verbreitungsweg - also, ob gedruckt oder online - hat das eigentlich wenig zu tun. Auch wenn immer wieder Diskussionen darüber angestoßen werden. Frage ist jedoch, wer ist für was zu zahlen bereit. Gibt es neue Finanzierungsmodelle? Gleich mal bei K nachsehen.

K wie Kulturflatrate: Sie wird entweder als Zwangsabgabe oder freiwillige Gebühr immer wieder ins Spiel gebracht, um die Zukunft der Inhalte-Anbieter zu gewährleisten. Denn die Gratis-Webkultur hat bei manchem das Bewusstsein kaputtgemacht, dass Gutes kostet. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Rolling Stone» fordert zum Beispiel der frühere Universal-Deutschland-Chef Tim Renner (jetzt: Motor FM), der Bundesverband Musikindustrie solle eine eigene Kulturflatrate für Internetnutzer einführen - und zwar 12,90 Euro («soviel pro Monat, wie eine CD gefühlt kostet») für einen unbeschränkten Zugriff auf das Repertoire der Plattenfirmen.

L wie Livestream: Der Browser ist zu einer Fernbedienung mit Tausenden von Fernseh-Programmen geworden. Neben dem Video-Giganten YouTube gibt es zahlreiche Medienunternehmen und Privatleute, die ihre Bewegtbilder übers Netz anbieten. Einige Sender strahlen ihr komplettes Programm per Livestream übers Internet aus - allerdings oft gegen Gebühr. Voraussetzung ist eine schnelle Verbindung.

M wie Mafia Wars: Millionen eigentlich friedfertiger Menschen üben sich seit einigen Monaten in Geldwäsche, Drogenhandel und Überfällen. Natürlich nur virtuell - im Online-Spiel «Mafia Wars». Es steht für einen Trend beim virtuellen Zeitvertreib: grafisch nicht sehr aufwendige Simulationen, die in soziale Netzwerke wie Facebook und MySpace eingebunden sind. Der Reiz liegt vor allem im Austausch mit anderen Nutzern - nur wer andere für seine Bande gewinnt, kommt bei seiner Kriminellen-Karriere voran. Wer mit der Mafia nichts zu tun haben will, kann auch in der Landwirtschaftssimulation «Farmville» Erdbeeren pflanzen. Viele Spiele kommen von der Firma Zynga.

N wie Netzwerke: Der Boom sozialer Netzwerke wie Facebook, MySpace, die VZ-Netzwerke, Wer-kennt-wen, Twitter oder neuerdings Google Buzz dauert an. Mancher aber wendet sich schon wieder enttäuscht ab, weil da angeblich doch nicht so viel los ist. Offline in allen Ehren (siehe U): Manchmal liegt es auch nur an falscher Anwendung. Niemand sollte posten, dass er gerade aufs Klo geht oder sich einen Tee kocht. Sinnvoller ist es, als eine Art Boulevardjournalist in eigener Sache zu agieren. Wer Inhalte mit Nachrichtenwert weitergibt, die seine Mitleser - sprich: Freunde - emotionalisieren, bekommt auch Reaktionen. Und hat dementsprechend Spaß.

O wie Online-Popstars: Im Internet spielt längst die Musik - im übertragenen Sinne, aber auch im wörtlichen. Dank sei dem Format MP3 und Programmen wie iTunes. Portale wie YouTube und MySpace bringen neben den etablierten Popstars übrigens ihre ganz eigenen Promis hervor, die Musik oder Comedy machen. Zwei Beispiele von vielen sind der britische Teenager Charles Joseph «Charlie» McDonnell (http://dpaq.de/ZMKlx) oder der deutsche Liedermacher Jasper mit Songs wie «Der HDL-Song» oder «Neidlos» (http://dpaq.de/RSlqh).

P wie Podcasts: Die abonnierbaren Mediendateien (das Wort setzt sich aus iPod und Broadcast zusammen) sind «total 2006», wenn man den Zeilen unter H glaubt. Für viele Menschen aber auch einfach nur eine neue Normalität. Siehe auch R.

Q wie Qype: Als Beispiel für eine Online-Community. Inhalt: nutzer- generierte Bewertungen von allem möglichen. Besonders bekannt ist dieser Dienst aus Hamburg für Restaurantbewertungen. Die Community soll mit ihren Daten inzwischen viele Millionen Euro wert sein.

R wie RSS-Feeds: Füttern den Adressaten wie ein Nachrichtenticker mit kurzen Informationen, die aus einer Schlagzeile mit kurzem Textanriss und einem Link zur Originalseite bestehen. Spezielles Format, das Neuigkeiten auf Webseiten oder von Podcasts einfach und bequem bereitstellt.

S wie Street View: «Google Street View» ist eine Ergänzung zum Online-Kartendienst «Maps». Während die klassischen Karten und Satellitenbilder nur eine Sicht von oben bieten, zeigt die neue Funktion einen Rundum-Blick des Straßenzuges, inklusive Häusern, Autos und Passanten. Google nennt die Panoramabilder «virtuelle Reise». Kritiker sehen mit ihnen die Privatsphäre verletzt. Einer der Kritikpunkte ist, dass die Bilder aus 2,90 Metern Höhe gemacht werden und somit mehr Einblick geben als ein normalgroßer Mensch je hätte. Google wehrt sich gegen den Vorwurf, Voyeurismus zu bedienen: Gesichter und Autokennzeichen werden unkenntlich gemacht. Wer Bilder seines Hauses nicht im Netz haben will, könne sich beschweren und diese pixeln lassen.

T wie TweetMeme und Topsy: Scharfe Suchmaschinen, die auch Dienste wie Twitter oder Flickr sekundenschnell nach aktuellen Inhalten durchsuchen. Die Schweizer Zeitung «Weltwoche» verstieg sich vor einigen Wochen zu der These, dass angesichts von ihnen der klassische Suchdienst von Google von gestern sei: «Es gibt kaum Nutzer unter 30, die Google noch brauchen. Sie brauchen TweetMeme, Scoopler, OneRiot und Topsy. Google ist etwas für über 50-Jährige.»

U wie Urlaub vom Internet: Feuilletonisten oder die Generation 50plus erzählen gerne, dass sie die Infoflut des Internets nicht brauchen - oder zumindest nicht immer. «FAZ»-Mitherausgeber Frank Schirrmacher («Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen») oder die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel («Das Glück der Unerreichbarkeit. Wege aus der Kommunikationsfalle») haben ganze Bücher drausgemacht. Der Journalist Christopher Keil («Süddeutsche Zeitung») schreibt in der März-Ausgabe des Magazins «GQ»: «Früher oder später werden wir lernen, unsere Macht über die Technik zurückzugewinnen. Die Avantgardisten unter uns sind schon heute wieder regelmäßig offline.»

V wie Verlieben: Singlebörsen im Netz sind sozusagen Suchmaschinen, die Sex, Freundschaft oder Liebe zu finden versprechen. Nachdem im 19. Jahrhundert die Dampfmaschine das Leben revolutioniert hat, ist es im 21. die Suchmaschine. Diese These stammt vom Autor Sven Hillenkamp in seinem preisgekrönten Buch «Das Ende der Liebe» (Verlag Klett-Cotta, 322 S., Euro 22,95).

W wie Wolke: Technik-Experten können geradezu poetisch sein, wie die Wortschöpfung «Cloud Computing» zeigt. Immer mehr Anwendungen, die bislang auf dem PC daheim oder im Büro installiert waren, gibt es jetzt auch in besagter Wolke: dem Internet. E-Mails, Textverarbeitung oder Speicherplatz für Dokumente und Fotos - für all das und noch viel mehr gibt es Online-Anbieter. Die Dienste rufen Nutzer über den Browser ab, die Daten speichern sie auf den Servern der Anbieter - daher ist der Datenschutz ein wichtiges Thema (siehe D).

X wie X-Rating: «XXX» steht international für sexuelle Inhalte. Pornografie ist im Netz Massenware - mehr unter Y. Eine eigene Adress-Endung für nackte Tatsachen lässt allerdings weiter auf sich warten: Die Internet-Verwaltung ICANN hat jüngst die Entscheidung über die Top Level Domain «.xxx» einmal mehr verschoben.

Y wie YouPorn und Co.: YouPorn klingt so ähnlich wie YouTube - kein Zufall. Die Plattform funktioniert so ähnlich, nur eben pornöser. «Das Leben von Jugendlichen, die nach 1990 geboren wurden, ist stärker von Pornografie geprägt als das ihrer Eltern. Als bei denen vor 20 oder 30 Jahren Brüste und Barthaare zu wachsen begannen, gab es VHS-Kassetten. Heute gibt es DSL-Kabel», schrieb kürzlich der Autor Johannes Gernert im Berliner Stadtmagazin «Zitty». Von ihm ist soeben auch ein Buch erschienen: «Generation Porno: Jugend, Sex, Internet» (Fackelträger-Verlag, 288 S., Euro 19,95).

Z wie Zusammenhalt durchs Internet: Für den amerikanischen Soziologen Jeremy Rifkin ist in den vergangenen Jahren eine Zivilisation der Empathie erkennbar geworden. Gezeigt hätten das unter anderem die Reaktionen nach dem Erdbeben in Haiti, sagte Rifkin kürzlich im Deutschlandradio Kultur. Bereits eine halbe Stunde danach tauchten die ersten Nachrichten auf Twitter oder YouTube auf. Innerhalb weniger Stunden hatte sich der ganze Erdball ins Bild gesetzt und zeigte Mitleid - als sei die Menschheit eine große Familie. Auch wenn es schlimme Verirrungen der Menschheit gab, meint Rifkin, habe es doch immer auch Mitgefühl für Verwandte, Mitglieder der eigenen Nation oder Religion gegeben. Sollte es nicht möglich sein, dieses Gefühl weltweit auszudehnen, als Bewusstsein der Biosphäre?

dpa-infocom



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