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Download einmal andersrum: Neue Chance für CD

Georgsmarienhütte/Berlin Auch wenn es tausendmal geschrieben wurde: Die gute alte Compact Disc ist noch nicht tot.

Trotz steigender Downloadzahlen und vieler anderer elektronischer Wege, an Musik zu kommen, halten die Konsumenten an dem Silberling fest.

Zumindest ist das in Deutschland so. «Die CD bleibt nach wie vor das Rückgrat der Musikverkäufe hierzulande», sagt Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie in Berlin. Und das, obwohl es hierzulande mittlerweile mit mehr als 40 digitalen Angeboten mehr Möglichkeiten als in den meisten anderen Ländern gibt, sich Musik übers Netz auf den iPod und den Computer zu laden. «Jeder Musiker ist doch darauf aus, eine eigene CD zu haben. Keiner sagt: Ist das nicht toll, wir haben jetzt einen Download», sagt Lothar Bökamp, Marketingleiter beim Musikversandhandel jpc aus Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Auch hier glaubt man an die Silberlinge und ist überzeugt, eine Marktlücke entdeckt zu haben.

Unter «indiewerk.de» bietet das Unternehmen neuerdings ein Portal, bei dem die Bands und Musiker ihre Musik, aber auch Grafiken und Entwürfe fürs Booklet hochladen können. Geliefert werden CDs mit professionell gemachtem Beiheft in beliebig hoher Auflage. Ein Download also einmal in die andere Richtung.

Zu den ersten Bands, die das neue Angebot nutzen, gehört «Ombre di Luci» aus Osnabrück. Seit den 90er Jahren hat sich die Truppe mit selbst geschriebener, handgemachter italienischer Musik einen Namen gemacht. Bei den Konzerten werden natürlich auch Tonträger verkauft. «Zumindest die Fans unserer Altersgruppe verlangen nach einer CD, für die käme ein Download nicht infrage», sagt der Schlagzeuger der Band, Karl Snelting. Um es überhaupt bezahlbar zu machen, musste die Gruppe bislang CDs in großer Stückzahl herstellen. «Das hat uns etwa 700 Euro für 1000 Stück gekostet», sagt er. Vielleicht verkaufen die fünf Musiker nach einem Konzert 20 Platten, entsprechend lang dauerte es, bis die Unkosten wieder hereingekommen waren. Mit dem neuen Portal könnten er und seine Musikerkollegen nun maßgeschneidert auf die Größe des Publikums CDs bestellen.    

«Wir haben dieses neue Angebot auch deshalb ins Programm genommen, weil wir Ausfälle an anderer Stelle kompensieren wollten», erläutert Bökamp. Denn aus dem Geschäft mit den Plattenläden in der Innenstadt hat sich jpc mittlerweile komplett zurückgezogen. Bis vor wenigen Monaten war das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von fast 36 Millionen Euro gemacht hat, in den Fußgängerzonen in Oldenburg, Göttingen, Osnabrück oder Bielefeld präsent. Diese Ära sei vorbei, sagt Bökamp, nicht ohne Bedauern: «Wir haben jetzt unsere letzten Läden geschlossen. Es hat sich einfach nicht mehr gelohnt.»

«Den guten alten CD- und Plattenladen , so wie wir ihn kennen, den gibt es seit einigen Jahren immer weniger», bestätigt auch Michalk. Die Lage habe sich geändert: Die großen Elektronikwarenhäuser hätten zwar immer noch ein breites CD-Angebot und Musik bleibe ein attraktives «Lockmittel» für Kunden. Abgesehen davon blühe der Handel in der Nische. Läden, die sich teilweise auf Second-Hand spezialisiert hätten, oder auf spezielle Musikrichtungen. «Die verkaufen dann entweder nur HipHop, nur Electronic, oder Ähnliches», sagt Michalk. Und für Ernste Musik sei mittlerweile der Buchhandel ein wichtiger Absatzkanal geworden.    

Vielleicht haben auch Plattenfirmen Interesse an dem neuen jpc-Angebot. «Wir verhandeln gerade», sagt Bökamp. Denkbar wäre, vergriffene CDs als Kleinauflage auf Anfrage von Liebhabern gezielt neu aufzulegen. Dass gerade Fans der Compact Disc die Treue halten, zeige der Erfolg einer im vergangenen Jahr veröffentlichten «Beatles»-Edition, sagt Michalk. «Man sieht, dass die Konsumenten, die mit der CD groß geworden sind, diese auch noch weiter kaufen.»

Weitere Infos: www.indiewerk.de Von Elmar Stephan, dpa

dpa-infocom



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