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Körpergeräusche lassen sich oft vermeiden

Lörrach/Frankfurt/Main Hicks!: Wer mitten in einer Besprechung aufstoßen muss oder beim Geschäftsessen vom Schluckauf heimgesucht wird, ist häufig peinlich berührt.

Auch wenn im Theater der Magen knurrt oder sich mitten in gemütlicher Runde der Körper sonst wie geräuschvoll meldet, ist das für viele Menschen unangenehm. Doch manch ein lästiges Geräusch lässt sich häufig vermeiden, wenn man weiß, wie es entsteht.

Schluckauf: Ein Schluckauf entsteht , wenn sich das Zwerchfell plötzlich außerhalb des normalen Atemrhythmus unkontrolliert zusammenzieht. Dann dehnt sich die Lunge ruckartig. Es strömt vermehrt Luft ein. Die Stimmritze schließt sich blitzartig, das Einströmen der Luft wird unterbrochen und schon macht es «hicks». «Mögliche Auslöser für die Zwerchfellreaktion sind der Genuss von kalten oder kohlensäurehaltigen Getränken, von Bier oder auch von scharfen Gewürzen», sagt Ursula Junker, Atemtherapeutin aus Lörrach. Auch Stress und Aufregung können zu Schluckauf führen.

Nicht erwiesen ist, dass die bekannten Gegenmittel funktionieren. Aber einen Versuch wert sind sie: tief einatmen und die Luft anhalten, sich erschrecken lassen, in Essig getränkten Würfelzucker im Mund zergehen lassen. Oder mit der flachen Hand leicht oberhalb des Nabels auf den Bauch drücken. «Schluckauf bekommt man auch in den Griff, indem man langsam ein paar Schlucke trinkt, zum Beispiel stilles Wasser», rät Lis Droste, Etikette-Trainerin aus Frankfurt.

Dagegen empfiehlt es sich nicht , gleichzeitig essen oder trinken und reden zu wollen: Dabei gelangt viel Luft in den Magen, die sich einen Ausweg sucht. Dauert der Schluckauf über Stunden an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Beschwerden können auch medizinische Ursachen wie Abszesse im Bauchraum oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse haben.

Aufstoßen: Ein sehr voller Magen lässt viele Menschen aufstoßen. Vor allem aber durch das Verschlucken von viel Luft kommt es dazu - wenn hastig gegessen und schlecht gekaut wird, durch gleichzeitiges Essen und Reden oder durch kohlensäurehaltige Getränke. Luft und Gas steigen aus dem Magen auf, entweichen durch die Speiseröhre und passieren mit hohem Druck den Kehlkopf, bevor sie nach außen dringen. Der Geräuschpegel wird reduziert, wenn der Mund geschlossen bleibt.

Magenknurren: Magenknurren ist dann zu hören, wenn statt Essen Luft im Magen bewegt wird. «Schnelle Abhilfe schafft eine gut verdauliche, leichte Zwischenmahlzeit», empfiehlt Prof. Volker Groß von der Gastro-Liga in Gießen. Auch ein paar Schlucke lauwarmes Wasser helfen: Wärme entkrampft den Magen.

Blähungen: Blähungen und Darmgeräuschen ist schwerer beizukommen. «Die gurgelnden, brodelnden Geräusche entstehen durch die Bewegung von Luft und Gasen im Darm», erklärt Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten in Wiesbaden. Auch hierbei spielt verschluckte Luft eine große Rolle. «Außerdem entstehen durch chemische Vorgänge im Laufe der Verdauung Gase, vor allem dann, wenn Darmbakterien beteiligt sind.»

Schwer verdauliche Nahrungsmittel wie Kohl oder Bohnen, ballaststoffreiche Rohkost sowie Zuckeraustauschstoffe führen besonders zu vermehrter Gasbildung. Empfindliche Menschen können diese Zutaten vor wichtigen Terminen meiden. Wer häufig unter Blähungen oder Darmgeräuschen leidet, sollte ärztlichen Rat suchen: Sie könnten auch Zeichen einer unerkannten Lebensmittelunverträglichkeit sein. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom



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