pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Gesundheit       » News       » Wellness

DAK-Studie: Stress Schlafkiller Nummer eins

Stuttgart Schlafstörungen sind zu einer verkannten Volkskrankheit geworden - meint die DAK Baden-Württemberg und brach mit einem Gesundheitsreport zum Thema aus Sicht einer Expertin ein Tabu.

Weder Ärzte noch Kassen, Gesundheitspolitiker und Betroffene selbst zollten dem Problem ausreichend Aufmerksamkeit, sagte die Fachfrau für Schlafmedizin des Theresienkrankenhauses Mannheim, Maritta Orth, in Stuttgart. Dabei haben fast zehn Prozent der Menschen hochgradige Schlafprobleme. Die meisten arbeiten aber dennoch weiter, so dass sich diese Problematik kaum im Krankenstand widerspiegelt. Laut DAK verursachen Schlafstörungen 2,4 Fehltage je 100 Versicherte.

Wann ist ein Schlafproblem wirklich gravierend?

Es reicht nicht aus, ab und zu schlecht geschlafen zu haben, um im klinischen Sinne Probleme zu haben. Medizinisch relevant werden sie laut DAK, wenn sie länger als einen Monat dauern und mindestens dreimal pro Woche auftreten und sich störend auf den Beruf auswirken. Unter solchen hochgradigen Schlafproblemen leiden knapp zehn Prozent der Erwerbstätigen in Baden-Württemberg - mehr als 500 000 Menschen zwischen Main und Bodensee. So hat etwa die Hälfte aller Baden-Württemberg häufiger oder manchmal damit zu kämpfen, nicht einschlafen zu können oder zu früh aufwachen zu müssen.

Was sind die Hauptgründe für Schlaflosigkeit?

Nach einer DAK-Umfrage sehen 40 Prozent der Betroffenen Stress und Belastungen als Schlafkiller Nummer eins. Dazu gehören auch Konflikte im Job, die sich angesichts der Wirtschaftskrise verstärkt haben. Jeder vierte grübelt nachts über Ängste und Sorgen. Schicht- und Abendarbeit rauben jedem fünftem die Nachtruhe. Weitere Ursachen sind Schmerzen und Lärm. Ältere Leute leiden eher unter Schlaflosigkeit als junge. Die Störungen sind oft ein Begleitsymptom von anderen Erkrankungen, etwa von chronischen Schmerzen und psychischen Krankheiten.

Welche Folgen haben Schlafschwierigkeiten?

Laut DAK können dies unter anderem Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen sein. Auch die Wahrscheinlichkeit von Verkehrs- oder Arbeitsunfällen nimmt zu. Greifen die Betroffenen längerfristig zu Schlafmitteln, können auch Medikamenten-Abhängigkeiten entstehen. «Chronische Schlaflosigkeit ist kein harmloses Lifestyle-Problem, sondern muss sehr ernst genommen werden», resümiert DAK-Landeschef Markus Saur.

Was kann man gegen Schlafprobleme unternehmen?

Auch bei gravierenden Problemen nehmen die Betroffenen aus Sicht der DAK zu wenig Hilfe in Anspruch. 70 Prozent aller hochgradig unter Schlafproblemen leidenden Menschen haben sich deswegen noch nie an einen Arzt gewandet. Ärzte sollten sich nach Überzeugung der DAK nicht scheuen, Arbeitsunfähigkeit wegen Schlaflosigkeit zu bescheinigen anstatt «Verlegenheitsdiagnosen» zu stellen. Von den Betroffenen selbst geben mehr als 50 Prozent an, auf regelmäßige Zeiten für das Zubettgehen und das Aufwachen zu achten. Jeder dritte sucht in Entspannungsübungen sein Heil. Jeder fünfte schränkt seine Zeit im Bett bewusst ein, und rund 15 Prozent verzichten auf Fernsehen direkt vor dem Schlafen. Für Schlaf-Expertin Orth ist der wichtigste Punkt, die Ursache des Schlaflosigkeit zu ergründen und auszuschalten, sei es die Trauer über eine Trennung vom Partner oder ein Problem am Arbeitsplatz.

Laut DAK sind diese längerfristigen Verhaltensweisen wichtige Alternativen zu Medikamenten. Orth sieht auch die Arbeitgeber gefordert, etwa indem sie «Nickerchen» zur Mittagszeit erlauben, gute Bedingungen für Pausen schaffen und den Arbeitnehmer an der Arbeitsplatzgestaltung mitwirken lassen. Die DAK verweist auf ihre Angebote für Stressmanagement und Entspannungstraining in Firmen.

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung: www.charite.de/dgsm/dgsm/

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
rz lexikon
Energiesparen