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Mops Billy macht im Hunderollstuhl Hamburg unsicher

Hamburg Der Mops Billy steht mit zwei Beinen im Leben - und mit zwei Rollen: Denn seit einer Lähmung der hinteren Gliedmaßen bewegt sich der Hund in einem Hunderollstuhl durch Hamburg. Damit ist er zu einer Sehenswürdigkeit geworden.

Billy blinzelt in die Sonne, schleckt sich über die Schnauze und stellt seine Vorderbeine fest auf den Asphalt. Sein schwarzes Fell mit den grauen Stellen glänzt. Er ist bereit. Schnell läuft er los, schnüffelt an Bäumen und Wurzeln und wartet auf andere Hunde zum Spielen. Billy steht mit zwei Beinen im Leben - und mit zwei Rollen. Denn das linke Hinterbein des fast 12-jährigen Mopses ist gelähmt, das rechte wird immer schwächer. Dass Billy trotz seines Handicaps ein normales Hundeleben führen kann, hat er seinem Hunderollstuhl zu verdanken.

«Vor einem Jahr fing Billy auf einmal an zu humpeln», erzählt Rüdiger Thomalla. In der Hamburger Tierklinik wurde kurze Zeit später eine schwere Wirbelsäulenkrankheit diagnostiziert. Der 46-Jährige hat den Mops als kleinen Welpen bekommen, seitdem haben die beiden viel zusammen durchgemacht. «Wenn es mir mal nicht gut ging, hat Billy mich immer aufgebaut. Da ist es doch klar, dass ich ihn auch unterstütze und nicht einfach einschläfern lasse», fügt der Hundebesitzer hinzu. Und tatsächlich gab es eine Lösung.

Über das Mops-Forum hat der Baumarkt-Angestellte den Hunderolli gefunden. Er ist eine Leihgabe von anderen Hundehaltern. Den sonst üblichen Preis von knapp 400 Euro musste er daher nicht zahlen, sondern hat lieber einen Hundeverein mit einer kleinen Spende unterstützt. Das Gestell aus Aluminium und Plastik ist sogar mit einem Reflektor und einer Rückleuchte versehen. Seitdem Billy damit durch die Hamburger Straßen rollt, ist es blau-schwarz und wird von mehreren HSV-Aufklebern geschmückt. Mit einem Gurt wird der kleine Hund in seinem Rolli gut angeschnallt. Die beiden Hinterbeine hängen in zwei Schlaufen, damit sich nicht auf dem Boden schleifen. Und dann kann es losgehen - selbst seine «Geschäfte» kann Billy mit seinem Wagen problemlos machen.

«Billy hat sich sofort an den Wagen gewöhnt und sich damit gleich im Kreis gedreht», sagt Thomalla stolz. «So als wollte er sagen: Danke!» Nur in scharfen Kurven oder mit dem Abschätzen der Breite des Wagens gibt es manchmal Probleme. Doch selbst da weiß der Roll-Mops, wie er sein Gestell rangieren muss, um nicht an einer Tür hängen zu bleiben. Seitdem Billy seinen Hundewagen habe, sei er wieder glücklich. Und er kann ohne Schmerzen die Straßen unsicher machen. Beim Gassigehen wird Billy zur Attraktion: Autofahrer halten an, neugierige Passanten erkundigen sich nach seinem Schicksal. Sogar Würstchen-Geschenke und Fanpost hat er schon bekommen. «An den Kämpfer Billy mit seinem großen Löwenherz», schreibt eine Verehrerin.

«Der Hunderollstuhl hat Billy seine Selbstständigkeit wiedergegeben», sagt Thomalla und gibt seinem Liebling einen Kuss auf die Schnauze. «Ohne ihn hätte er wahrscheinlich schnell aufgegeben.» Wie lange Billy trotz seiner Krankheit noch derart mobil sein wird, weiß Thomalla jedoch nicht. Solange lässt sich der rollende Mops jedenfalls noch richtig verwöhnen: Jeden Abend bekommt er von seinem Herrchen und dessen Partnerin Manuela Reghenzi eine wahre Wellness-Behandlung mit Rotlicht und Massagen. Von Laura Schneider, dpa

dpa-infocom


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