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Ferraris Motivation: Schumacher im «falschen» Auto

Melbourne Michael Schumachers Comeback im «falschen» Auto treibt Ferrari im Titelrennen zusätzlich an.

«Es ist eine extra Motivation, gegen Michael zu fahren», sagte sein ehemaliger Teamkollege Felipe Massa in Melbourne.

Für Fernando Alonso ist es «natürlich etwas ganz Besonderes, die WM gegen Schumacher zu gewinnen». Dem Spanier glückte dieser Coup mit Renault zweimal, ehe der damals für die Scuderia fahrende Rekord-Weltmeister Ende 2006 aus der Formel 1 ausgestiegen war.

Für die meisten Ferraristi wäre es Krönung und Genugtuung zugleich, den «abtrünnigen» Deutschen im Silberpfeil zu schlagen. Luca di Montezemolo hatte der Wechsel des bis dahin geliebten und geschätzten «Michele» zu Mercedes besonders getroffen. Mehrfach hatte der Fiat-Präsident geklagt, es müsse sich dabei um «Schumachers Zwillingsbruder» handeln. Und nach Schumachers sechstem Platz beim Saisonstart in Bahrain hinter Sebastian Vettel und seinem Teamkollegen Nico Rosberg hatte ein Ferrari-Vertreter lakonisch festgestellt: «Er ist ja nur drittbester Deutscher.» Allerdings gibt es auch Führungskräfte wie Teamchef Stefano Domenicali und Schumachers ehemaligen Renningenieur Chris Dyer, die das Ganze rein sportlich sehen. «Es war eine fantastische Zeit mit Michael», sagte Domenicali.

Massa bestätigte vor dem Großen Preis von Australien, dass es «natürlich» etwas Besonderes sei, seinen Freund Schumacher zu besiegen. «Wenn das Rennen zu Ende ist und du siehst, vor wem du alles ins Ziel gekommen bist, dann gibt es dir ein tolles Gefühl, wenn sogar Michael hinter dir war», sagte der Brasilianer der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Aber wir sind nicht nur hier, um gegen ihn zu fahren, wir kämpfen gegen jeden und wollen niemanden an uns vorbei lassen», betonte Massa, dass sein einstiger Lehrmeister nicht der alleinige Gegner ist.

«Jeder von uns geht mit einem geladenen Revolver in diese Saison», hatte Domenicali beim traditionellen Ferrari-Medientreffen im italienischen Wintersportparadies Madonna di Campiglio im Januar angekündigt. Damit eröffnete der Teamchef aber nicht verbal die Jagd auf Schumacher, sondern drückte nur drastisch aus, dass nach der verkorksten Saison 2009 dieses Jahr alles besser werden müsse. Wie gut die «Roten» in Schuss sind, zeigten sie in Bahrain. «Der Doppelerfolg hat uns viel Selbstvertrauen gegeben», sagte Auftaktsieger Alonso. «Aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen, wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.»

Der Spanier und sein Teamkollege Massa , der in der Wüste Zweiter geworden war, sagten wortgleich: «Es gibt vier Teams und acht Fahrer, die um den Titel kämpfen.» Neben der Scuderia sind dies Red Bull mit Vize-Weltmeister Sebastian Vettel und Mark Webber, Mercedes Grand Prix mit dem siebenmaligen Champion Schumacher und Rosberg sowie McLaren mit Titelverteidiger Jenson Button und dessen Vorgänger Lewis Hamilton.

Di Montezemolo hat trotz des Vorjahres-Debakels volles Vertrauen in seine Untergebenen: «Ich weiß die künftige Entwicklung der Weltmeisterschaft in guten Händen - in euren.» Bei der erhofften Rückkehr zu den glorreichen Zeiten mit Schumacher, der zwischen 2000 und 2004 fünfmal in Serie triumphierte und für Ferrari insgesamt 72 Siege einfuhr, soll Alonso das neue Zugpferd sein. «Michael hat die Gabe, ein Team um sich herum aufzubauen. Fernando hat ähnliche Fähigkeiten», sagte Domenicali. «Er ist ein fantastischer Fahrer. Aber wir wollen das Ganze Stück für Stück angehen.» Von Elmar Dreher, dpa

dpa-infocom



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