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Hobby-Obstbauer in Aktion

Mayen-Koblenz - Werner Ohlig ist Hobby-Obstbauer. Der 66-Jährige bereitet derzeit seine 50 Zwetschgen-, Aprikosen-, Mirabellen- und Weinbergspfirsichbäume auf die Blüte vor.

Als ehemaliger Gemüsebauer kennt er sich allerdings besser mit Gewächsen am Boden als mit Obstbäumen aus. So hat er sich für den Qualitätsbaumschnitt Verstärkung geholt: Adolf Weber ist ein Kenner par excellence.

Der 78-Jährige war in Diensttagen Obstbauerberater im Landratsamt Mayen-Koblenz und ist selbst aktiver Hobby-Obstbauer. Immer wieder ruft er Ohlig zu: "Der hier muss weg", und zeigt mit der Hand, für welchen Zweig das letzte Stündlein geschlagen hat. Bereitwillig folgt Werner Ohlig den Anweisungen seines Freundes. 50 Bäume sollen in einigen Wochen blühen und später eine volle Ernte bringen. Für eine Hobby-Obstanlage ist das viel Holz. Doch die Männer im Ruhestand machen sich keinen Stress. Sie arbeiten nur halbe Tage. "Wir arbeiten nicht im Akkord", sagt Adolf Weber. Innerhalb von 15 Minuten haben sie einen Baum beschnitten.

Draußen zu sein, sich zu bewegen, später die Früchte als Lohn für den körperlichen Einsatz zu ernten, diese Leidenschaft verbindet die beiden Hobby-Obstbauern. Eine Frucht zu essen, die "baumreif" ist, diese weiche Süßigkeit vom Zweig direkt in den Mund zu pflücken ... "Das ist mit nichts zu vergleichen", schwärmt Ohlig. Sein älterer Freund nickt wissend. Früher, da gab es noch Dorfläden. Obst und Gemüse wurden reif geerntet und vom Feld direkt in die Einkaufskörbe gepackt. "Das gibt es heute kaum noch", sagt Ohlig. Discounter und Supermärkte hätten zum Aussterben dieser Essens- und Geschmackskultur beigetragen.

In zwei Wochen sollen die ersten Bäume auf der Kesselheimer Parzelle blühen. Die Weinbergspfirsiche sind die schnellsten. Werner Ohlig liebt den Geschmack dieser Frucht. Seit 200 Jahren wird der Weinbergspfirsich in Kesselheim angebaut.

Keine Früchte, sondern Frühkartoffeln werden auf dem Acker nebenan geerntet - zumindest dann, wenn sie reif sind. Während Ohlig und Weber den Obstbäumen mit relativ kleinem Gerät zu Leibe rücken, bewegen Landwirt Franz Etringer und Sohn große Maschinen: einen Trecker und eine Kartoffelpflanzmaschine.

Doch so grob die Maschinen auch wirken: Vater und Sohn aus St. Sebastian müssen behutsam mit den keimenden Knollen umgehen, damit die Keime nicht abbrechen. Der Junior kippt die zu setzenden Knollen kistenweise in seine Treckerschaufel.

Franz Etringer fährt derweil mit einer Ladung über den Acker und bringt die keimenden Erdäpfel in die Erde. Noch ist der Boden durch den langen Winter etwas zu feucht, erzählt der Landwirt. Aber er hofft, die Kartoffeln wie im Vorjahr um den 20. Mai herum ernten und verkaufen zu können. Wer möglichst zeitig seine Frühkartoffeln anbietet, bekommt noch gutes Geld. (Katrin Steinert)

RZO