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Balkonsanierung: Nicht alles ist Heimwerker-Sache

Berlin Der Bodenbelag blättert, Fliesen zeigen Risse oder lösen sich vom Untergrund: Frost und Kälte haben so manchem Balkon zugesetzt.

Da möchten einige Heimwerker selbst Hand anlegen, um Handwerker zu sparen. Mieter sollten ihr Vorhaben aber gründlich überlegen.

«Anstriche und Reparaturen auf dem Balkon sind Sache des Vermieters», erklärt Ulrich Ropertz, Pressesprecher des Deutschen Mieterbundes in Berlin. Oft gebe es zwischen Mieter und Eigentümer jedoch unterschiedliche Auffassungen darüber, wann eine Renovierung notwendig ist. Gegen das Anstreichen eines Balkongitters auf Kosten des Mieters in der gleichen Farbe sei nichts einzuwenden. Ein neues Fliesen oder Reparieren des Balkonbodens sei dagegen ein Eingriff in die Bausubstanz. Diese müsse vom Vermieter genehmigt werden.

«Auch Bewohner von Eigentumswohnungen können auf ihrem Balkon nicht frei schalten und walten», warnt Corinna Merzyn, Geschäftsführerin des Verbandes Privater Bauherren in Berlin. Denn der Balkon gehöre oft zum Gemeinschaftseigentum. Kommt es durch Maßnahmen des Eigentümers zu Schäden, könne die Gemeinschaft den Eigentümer haftbar machen.

Zum Reinigen der Balkone sind Mieter nach Angaben von Ropertz aber sogar verpflichtet. «Moose und Algen siedeln gerne auf Balkonböden, da im Herbst und Winter Feuchtigkeit für ein saures Milieu sorgt und die Fläche lange Zeit nicht betreten wird», erklärt der Gärtner und Buchautor Peter Himmelhuber aus Regensburg. Algen und Moos sollten dort, wo sie eine Rutschgefahr darstellen, entfernt werden. Ein teurer Hochdruckreiniger muss dazu nicht extra angeschafft werden. Baumärkte verleihen solche Geräte. Von Reinigern, die Moose und Algen vernichten, rät Himmelhuber jedoch ab. Denn solche Reiniger könnten Schadstoffe enthalten.

Der Bodenbelag sollte vor dem Erneuern erstmal gereinigt werden. Vor allem Fettflecken sollten entfernt werden, sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute in Frankfurt. Denn auf Fett halte keine Farbe. Vor dem Anstreichen sollte der Boden angeschliffen werden. Auf glattem Boden hafte Farbe grundsätzlich nicht.

Im Internet und in Ratgeberbüchern gibt es zahlreiche Anleitungen, wie ein Balkonboden mit Fliesen selbst belegt werden kann. Fliesenlegermeister Hans-Willibert Ramrath aus Korschenbroich in Nordrhein-Westfalen rät aber zur Vorsicht: «Laien sind einfach nicht ausreichend mit den bautechnischen Voraussetzungen vertraut.» Überprüft werden müsse unter anderen, ob der Estrich dick genug ist, genügend Gefälle hat oder ob eine Drainageschicht eingeplant werden sollte. Berechnet werden müssten auch notwendige Dehnfugen und Anschlüsse. Der Heimwerker sei damit meist überfordert.

Regen, Schnee, Frost und hohe Temperaturschwankungen setzen Balkon-Fliesen zu. Auch eindringendes Sickerwasser, das nicht entweichen kann, führt zu Schäden wie Rissen oder losen Fliesen. «Schäden an Fliesenbelägen sind aber nicht immer auf falsches Verlegen zurückzuführen», sagt Merzyn. Vor der Reparatur sollte deshalb immer ein Gutachter beauftragt werden. Nur so lasse sich verhindern, dass unter Umständen die Bausubstanz Schaden nimmt. Bei Sanierung an Wärmedämmung denken Balkone können unnötig viel Energie kosten. Das ist der Fall, wenn die Geschossdecke als Balkon nach außen gezogen worden ist. Solche Konstruktionen seien «energetisch betrachtet immer problematisch», sagt Corinna Merz vom Verband Privater Bauherren in Berlin. Denn durch die ungeschützte Balkonplatte fließe Heizenergie nach außen ab. Bei einer Balkonsanierung sollte deshalb eine nachträgliche, zusätzliche Wärmedämmung in Betracht gezogen werden. Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom


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