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Leichtmetallräder: Das kleine Runde kommt groß in Mode

Biberach/Schiltach Die Mode ist immer für eine Überraschung gut - auch in der Autowelt.

Zum Beispiel, wenn überall davon geredet wird, dass es in Sachen Leichtmetallräder vor allem auf die Größe ankommt und die Durchmesser wachsen und wachsen.

Das war auch in der Vergangenheit so , als riesige Geländewagen noch als Trend galten. Kaum jemand hat aber damit gerechnet, dass der Autokäufer selbst die Mode umdreht. Und zwar dadurch, dass er im Zuge der Abwrackprämie vor allem neue Kleinwagen kauft, in deren Radhäuser keine großen Räder passen. Das vergleichsweise kleine Leichtmetallrad kommt dadurch zu neuen Ehren.

«Die große Zahl von neu zugelassenen Kleinwagen ist nicht spurlos am Nachrüstmarkt vorübergegangen», bestätigt Mathias Albert, Sprecher des Verbandes Deutscher Automobil-Tuner (VDAT) in Roßbach/Wied. Den Trend zu kleineren Leichtmetallrädern habe man bereits zum Winter gespürt, als die Neuwagenbesitzer sich einen zusätzlichen Satz Felgen für die Montage der Winterreifen besorgten. Und dabei wird es wohl nicht bleiben: Denn viele der kleinen Autos wurden nur mit Stahlfelgen und tarnenden Kunststoffblenden ab Werk ausgerüstet - was noch manchen Besitzer auf Verschönerungsideen kommen lassen dürfte. Laut Albert wird daher eine Fortsetzung des Trends zur kommenden Saison erwartet.

Diese Entwicklung erwischte auch die Hersteller oft kalt. Sie hatten mangels Nachfrage teilweise kaum noch Räder in kleinen Formaten im Programm. Man musste also das Angebot wieder entsprechend erweitern. Doch die Kleinwagenfahrer wollen nicht einfach nur kleine Räder: Wie schon bei der Auswahl ihres oft günstigen Autos, geben sie sich auch bei der Auswahl des Zubehörs preisbewusst. «Durch die Abwrackprämie gibt es einen Trend hin zu günstigen kleinen Rädern», sagt Denis Matijasic vom Rad-Hersteller OZ Deutschland in Biberach.

Weiterhin wird es aber nicht nur die sparsame Kundschaft geben, sondern auch die selbsternannten Auto-Ästheten, die ihre Räder vor allem schick haben wollen - und dafür auch reichlich Geld ausgeben. Diese Menschen sitzen dann nicht in Kleinwagen, sondern in eher luxuriöseren und großen Gefährten. Und wer noch nicht gemerkt hat, dass ein großes SUV eigentlich gar nicht mehr zeitgemäß ist, der rüstet es auch gern mit Riesenrädern im Ultra-Breitformat aus, die heute Durchmesser erreicht haben, die noch vor wenigen Jahren als völlig plem-plem abgetan wurden. So sind laut Matijasic in dieser Fahrzeugkategorie 22-Zöller nichts Ungewöhnliches mehr.

Insgesamt rechnet aber Norbert Zumblick vom Hersteller BBS in Schiltach damit, dass sich 17 bis 19 Zoll als die üblichen Größen für nachgerüstete Leichtmetallräder etablieren werden. Denn schon Mittelklasse-Autos rollen heute mit 16-Zöllern vom Band. Wer nachrüstet, wählt daher eine Nummer größer. «20 bis 22 Zoll sind Exoten für Sportwagen und SUVs - und bei Letzteren ist der Absatz rückläufig», so Zumblick. Was nach und nach dann auch das Interesse an den entsprechenden Rädern sinken lassen dürfte.

Vergleichsweise wenig hat sich in der jüngeren Vergangenheit beim Design der Räder getan. Schon fast Standard sind schwarze Räder mit polierten Elementen und einer schwarz-silbernen Gesamt-Optik. Die Größen der Räder führten aber auch zu einem eher stabilen Design - ein riesiges Rad lässt sich eben nur schwerlich filigran gestalten, da es ja auch halten muss.

Die gebräuchliche Fünf-Speichen-Optik wird auch künftig noch verbreitet zu finden sein. Doch die Änderungen der Größen-Vorlieben dürften auch andere Designs hervorbringen: «Mit den kleineren Rädern wird auch eine filigranere Optik kommen», sagt Norbert Zumblick voraus. Statt der fünf werde es verstärkt sechs oder sieben Speichen im Rad geben.

Und auch bei den Farben kündigt sich, wenn auch noch etwas zurückhaltend, eine neue Entwicklung an. So hat das Schwarz laut Zumblick den Zenit überschritten, Silber bleibt weiter dominierend. Was kommen dürfte, sind wirkliche Farben: So weiß Zumblick von einer Entwicklung bei den Sportwagen hin zu Rädern in Wagenfarbe. Es ist anzunehmen, dass so ein Trend auch auf die «normalen» Autos abfärbt. Schon jetzt bieten verschiedene Hersteller Räder in Farben von Rot bis Blau an.

In der Zukunft ist noch eine weitere Entwicklung in Sachen Rad zu erwarten - und die hat mit der weiteren Verbreitung von Hybrid- und Elektroautos sowie dem Wunsch nach sparsamem Fahren zu tun. «Wir werden in den nächsten Jahren Räder sehen, die größer sind, aber schmalere Reifen haben», meint Denis Matijasic. Die neue Schmalheit hat mit einem gewünschten geringeren Rollwiderstand im Zuge der Energieeffizienz zu tun. Und das ist dann mal wieder eine optisch wirklich überraschende Mode.

Verband Deutscher Automobil-Tuner (VDAT): www.vdat.org Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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