pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Auto     » News     » Tests     » Liebhaber-Autos     » Aus zweiter Hand     » Auto-ABC     » Recht

Zwischen Status und Stau: Neuheiten der Auto China

Peking Rund zehn Millionen Autozulassungen pro Jahr: In China ist der Bedarf an neuen Fahrzeugen riesengroß.

Das zeigt derzeit auch die Messe Auto China in Peking (23. April bis 2. Mai).

Was in den acht Hallen ausgestellt wird, ist dabei so gegensätzlich wie das Riesenreich selbst: Auf der einen Seite dominieren Glanz und Gloria für die Besserverdiener und Superreichen, die das Auto längst als Statussymbol entdeckt haben. Auf der anderen Seite stehen etliche Kleinwagen, die es ihren Fahrern erleichtern sollen, im immer dichter werdenden Verkehr der gut 300 Millionenstädte Chinas zu bestehen.

Dazwischen positioniert sind jede Menge Geländewagen vom Bonsai-Jeep bis zum gestreckten Land Rover - als hätte in China noch niemand von Straßenbau und SUV-Kritik gehört. Ein Thema allerdings eint die Extreme: die Suche nach alternativen Antrieben. Denn egal ob Prunklimousine oder Stadtflitzer: An jedem zweiten Messemodell klebt ein Schild, das auf Elektro- oder zumindest Hybrid-Technik hinweist.

Längst müssen sich die Chinesen nicht mehr hinter den Importeuren verstecken: Die Stände bunter, die Musik lauter und die Models freizügiger - in diesem Umfeld zeigen Konzerne wie Geely, BYD oder BAIC gleich Dutzende neuer Autos. Zwar gibt es kaum internationale Informationen, und Englisch spricht an den Ständen sowieso keiner. Doch was man auf den Drehtellern sieht und auf den Schautafeln entziffern kann, reicht allemal für eine eindrucksvolle PS-Parade.

Auf dem Rundgang entdeckt der Messebesucher Prunklimousinen wie den Geely GE mit einem einzelnen Sessel hinten sowie einem Plug-in-Hybrid unter der Haube. Und er sieht Wagen wie den jüngsten Hongqi, mit dem der Hersteller First Automotive Works an Regierungsfahrzeuge aus den Fünfzigern erinnert. Ausgestellt sind aber vor allem etliche elektrische Kleinwagen, die teils einen ganz soliden Eindruck machen.

Zwar wirken Entwürfe wie der Green-I bei Changan, der Zu von IAT oder der mit Flügeltüren und Solarzellen bestückte IG von Geely wie große Spielzeuge. Doch Autos wie der Zero von MG, der E-Coo von FAW oder der EV von BAIC sehen aus, als könnten sie schon bald durch Peking und Shanghai stromern. Wie weit sie dabei kommen werden, ist aber ungewiss. Denn viel mehr als grüne Aufkleber und rote Ladekabel haben die meisten Elektro-Exoten auf der Messe noch nicht zu bieten. Und der Blick unter die Haube bleibt Besuchern in der Regel verwehrt.

Neben Eigenständigem stehen in Peking auch dieses Jahr zahlreiche Kopien und Plagiate: die chinesischen Ausgaben von Smart und Mini etwa oder freizügig imitierte Nachbauten von Mercedes M-Klasse und Mitsubishi Colt. Dazu kommen Deja-vu-Erlebnisse anderer Art: General Motors macht für China aus dem Opel Astra den Buick Excelle, der Rover 75 lebt als Roewe 750 weiter. Und kaum sind die Rechte an Saab 9-3 und 9-5 nach China verkauft, stehen die beiden Schweden auch schon mit neuem Gesicht als BAIC C60 und C71 auf der Messe.

Weil die Importeure ebenfalls mit vollen Containern gekommen sind, gibt es in Peking auch viele Premieren von internationaler Relevanz - vor allem bei deutschen Herstellern. Dazu gehören die für den chinesischen Markt entwickelten langen Versionen von BMW 5er und Mercedes E-Klasse - oder auch der überarbeitete VW Phaeton. Vor allem ist die Mercedes-Studie «Shooting Break» zu sehen. Sie ist nach Unternehmensangaben der sehr konkrete Vorbote der nächsten Generation des CLS. Er wird zum Winter als viertüriges Coupé und danach binnen 24 Monaten tatsächlich auch als sportlicher Kombi an den Start gehen.

Neben den Chinesen und Deutschen haben andere Marken in Peking einen schweren Stand. Nur US-Amerikaner drängen sich noch auf die Premierenbühne: zum einen Chevrolet mit einer elektrisch angetriebenen Großraumlimousine auf Basis des Volt und zum anderen Ford mit der Kleinwagen-Studie «Start-Concept». Den quietschroten Stadtflitzer aus dem kalifornischen Ford-Designstudio wünscht sich mancher Messebesucher schnellstmöglich als Ersatz für den Ka. Allerdings machen die Entwickler solche Hoffnungen schnell zunichte: Viel mehr als der neue Dreizylinder-Motor, so heißt es am Stand, wird von diesem Auto nicht in die Serie gehen.

Das dürfte «Start-Concept» mit vielen Studien auf der Messe gemein haben. Denn die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt: Kaum sind die Hallen in Peking wieder geschlossen, sind viele der vermeintlich so spektakulären Schaustücke schon vergessen. Die Serienfassungen der Studien von 2008 jedenfalls sucht man 2010 in der Mehrzahl vergebens. Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
rz lexikon
Energiesparen