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Naturschutz als Uni-Fach

Frankfurt/Main An der Frankfurter Universität lehrt seit dem Wintersemester Professor Manfred Niekisch «Internationalen Naturschutz».

Der Biologe und Chef des Frankfurter Zoos will Strategien im Naturschutz und globale Zusammenhänge behandeln.

Bei der Auftaktvorlesung sei der Hörsaal proppenvoll gewesen, sagte Niekisch. Es gebe bereits zahlreiche Anfragen wegen Diplomarbeiten. Niekisch, der dem Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen angehört, ist an der Frankfurter Hochschule seit Juli Kooperationsprofessor - es ist die einzige Professur in diesem Fach in Deutschland.

Was umfasst Ihr Thema?

Niekisch: «Es geht mir in der Lehre sehr stark um die Vermittlung des Wissens, das man nicht in jedem Lehrbuch nachlesen kann, also um Strategien und Instrumente des internationalen Naturschutzes, globale Zusammenhänge, Überschneidungen mit der Entwicklungsproblematik, aktuelle Entwicklungen bei den relevanten Konventionen. Wichtig ist mir, die Wechselwirkungen zwischen biologischer Vielfalt und Klima zu behandeln. Leider werden diese eigentlich eng miteinander verflochtenen Stränge international und national allzu parallel, ohne die Zusammenhänge diskutiert.»

Gibt es einen Unterschied zwischen Naturschutz in Industrieländern wie Deutschland und Entwicklungsländern?

Niekisch: «Der wichtigste Unterschied ist wohl, dass die Menschen in den Entwicklungsländern den Verlust an biologischer Vielfalt, an Wasser und fruchtbaren Böden sehr viel eher und stärker zu spüren bekommen als wir in den Industrieländern. Wir haben mit Importen, Krediten, Technologien sehr viel mehr Spielräume. Das sieht man sehr schön in der Fischerei. Sind die 'klassischen' Nutzfischarten weg, gehen wir halt in die Tiefsee und weichen auf andere Arten aus. Diese Möglichkeiten haben Menschen in armen Ländern nicht. Umso beachtlicher ist es, welch große Naturschutzgebiete diese Länder ausweisen. Das muss viele Industrienationen eigentlich beschämen.»

Ist Naturschutz an den Hochschulen ausreichend vertreten?

Niekisch: «Leider ist dieses Fach , das man interdisziplinär angehen muss, nur an sehr wenigen Hochschulen in Deutschland vertreten. So, wie hier jetzt in Frankfurt, gibt es bundesweit keine Professur 'Internationaler Naturschutz'. Übrigens ist die an manchen Hochschulen vertretene 'Naturschutz-Biologie' nicht vergleichbar, denn hier werden die - wichtigen - biologischen Grundlagen erforscht und vermittelt, es fehlen aber weitgehend der interdisziplinäre Ansatz und strategische Aspekte.»

Was können Absolventen mit ihrem Wissen anfangen?

Niekisch: «Es gibt ein breites Spektrum von Stellen. Das reicht von privaten Naturschutzorganisationen und Universitäten und Forschungszentren über Landes- und Bundesbehörden wie dem Umweltministerium oder dem Bundesamt für Naturschutz bis hin zu staatlichen Institutionen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und der Welt-Naturschutzunion IUCN oder auch der Consulting-Wirtschaft. Der Bedarf ist nach wie vor groß, und ich sage voraus, dass er angesichts der großen Umweltprobleme noch weiter wachsen wird. Natürlich brauchen wir mehr Stellen für Ökologen und 'gelernte' Naturschützer.»

dpa-infocom


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