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Wie Studenten das Internet richtig nutzen

Leipzig/Frankfurt/Main Mit Büchern lernen? Unpraktisch! Da kann man keine Volltextsuche machen.

Im Web findet man Stoff für Hausarbeiten viel schneller. Das stimmt. Nur ist das Netz mit seinen unzähligen Quellen verworrener als die größte Uni-Bibliothek.

Die Fakten gibt es bei Wikipedia , den Überblick bei Google und die Analyse in einem Blog. Mit Hilfe des Internets sollte eine Seminararbeit eigentlich im Handumdrehen gelingen. Ganz so einfach ist es leider nicht. Aber wer Bücher und das Netz clever kombiniert, kann sich die Arbeit deutlich erleichtern. Die wichtigsten Fragen dazu im Überblick.

Mein Thema für die Seminararbeit habe ich. Wie geht's weiter?

Wer sein Thema als Erstes bei Google eintippt, dürfte schnell ernüchtert sein. Wissenschaftlich verwertbare Quellen findet man dort allenfalls zufällig. «Nutzen Sie besser Google Scholar», rät Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig. Die Wissenschafts-Suchmaschine vermittele einen guten Eindruck, welche Literatur es zu einem Thema gibt.

Welchen Seiten im Internet kann ich trauen?

«In Büchern findet man 90 Prozent Seriöses und 10 Prozent Unsinn - im Internet ist es umgekehrt», meint Roland Schimmel, Professor an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Aber wie findet man die seriösen Inhalte? Als Erstes sollte man schauen, von wem die Seite ist. Daten vom Statistischen Bundesamt sind sicher seriös. «Auch bei Texten, die eine Uni oder ein bekanntes Forschungsinstitut ins Internet stellt, kann man der Quelle in der Regel vertrauen», ergänzt Werner Sesink, Professor an der Technischen Universität Darmstadt.

Und was ist mit Wikipedia?

Als Quelle ist Wikipedia bei den meisten Prüfern nicht gern gesehen, weil jeder dort mitschreiben kann und keine offizielle Qualitätskontrolle stattfindet. Aber vor allem die Verweise am Ende der Artikel können einem dabei helfen, einen Überblick über wichtige Texte zum Thema zu finden. «Die Linksammlung unter einem Text ist häufig wichtiger als der Text selber», sagt Schneider.

Und was ist mit den vielen Seiten von weniger bekannten Autoren?

Im Internet finden sich auch viele gute Texte von Autoren, die sich noch keinen Namen gemacht haben. Das Problem dabei ist: Eigentlich müsste man schon Experte sein, um eine Quelle bewerten zu können. «Sonst kann man kaum unterscheiden, ob eine These nur sehr ungewöhnlich oder ob der Autor ein Spinner ist», erklärt Schneider.

Kann ein Blog eine Quelle sein?

«In Blogs schreiben Autoren ganz unterschiedlicher Art - auch hoch renommierte Wissenschaftler», erläutert Sesink. «Das ist dann in den meisten Fällen nicht unbedingt eine Quelle, die man zitieren kann. Aber Blogs können dem eigenen Denken gewaltig auf die Sprünge helfen und Wege zu Quellen weisen, die man sonst nicht gefunden hätte.»

Wie zitiere ich Internet-Quellen richtig?

«Copy and Paste» ist das falsche Motto. Wer mit einem Plagiat auffällt, riskiert im schlimmsten Fall seinen Abschluss. Entscheidend ist deshalb, bei Texten aus dem Internet immer die Quelle anzugeben. Dabei nennt man den Autor, den Titel des Texts, nach Möglichkeit das Veröffentlichungsdatum, die Internetadresse und - ganz wichtig - das Datum, an dem man die Seite zuletzt aufgerufen hat. «Das Internet ist ein flüchtiges Medium. Was heute noch zu finden ist, ist übermorgen schon nicht mehr da oder deutlich verändert», sagt Sesink. Am besten sollte man alle Seiten abspeichern und dem Prüfer auf CD mit einreichen - nur so seien Online-Quellen nachvollziehbar.

Google Scholar

Prof. Roland Schimmel über Wikipedia Von Marc Herwig, dpa

dpa-infocom


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