pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Computer     » News   » Spiele & Soft    » Surftipps    » PC-Tipps    » Multimedia

Zunehmend Ärger für Wikileaks und Assange

Berlin Der Druck auf Wikileaks wächst von allen Seiten: Während der Kopf der Enthüllungsplattform, Julian Assange, weiterhin auf den internationalen Fahndungslisten steht, hat Amazon die geheimen Dokumente von seinen Servern verbannt.

Derweil werden einige Politiker immer wütender. In jüngst enthüllten Berichten beschreiben amerikanische Diplomaten Russland als «Mafia-Staat». Der Oberste Gerichtshof in Stockholm wies am Donnerstag eine Klage des 39-jährigen Australiers Assange ab. Damit hatte er die Aufhebung seines schwedischen Haftbefehls wegen Vergewaltigungsverdachts erreichen wollen. Die Staatsanwaltschaft hatte diesen bereits vor der umstrittenen Veröffentlichung geheimer Dokumente aus US-Botschaften in aller Welt erlassen. Assange bleibt damit auch auf der «roten Interpol- Liste».

Der gesuchte Internet-Aktivist hält sich nach Angaben der britischen Zeitung «The Times» seit Oktober in Großbritannien auf. Wegen eines Formfehlers der schwedischen Behörden in dem gegen ihn ausgestellten europäischen Haftbefehl konnte er dem Bericht zufolge aber noch nicht festgenommen werden. Assange wird vorgeworfen, bei einem Schweden-Besuch im August zwei Frauen vergewaltigt und sexuell genötigt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe und sieht sie als Teil einer aus den USA gesteuerten Verschwörung gegen ihn.

Auch von technischer Seite kamen massive Hürden für Wikileaks hinzu: Der Internet-Konzern Amazon nahm die enthüllten Dokumente von seinen Servern. Wikileaks hatte sie in den Rechenzentren des Konzerns verteilt, um einen möglichst schnellen und stabilen Zugriff auf die Daten zu ermöglichen. Die Dokumente sind aber in anderen Speichern im Internet weiter zugänglich. Wikileaks nutzt nun europäische Internet- Anbieter.

Nach Medienberichten hatte Amazon mit dem Bann auf Intervention von US-Senator Joe Lieberman reagiert. Der parteilose Vorsitzende des Senatsausschusses für Heimatschutz habe Amazon mit Boykott gedroht, berichtete der britische «Guardian». Der mit dem Online-Handel von Büchern groß gewordene Konzern bietet auch Dienstleistungen für das sogenannte Cloud Computing an. Dabei können Unternehmen zum Beispiel die Speicherung von Daten in Rechenzentren auslagern.

Im Internet waren ebenfalls Boykott-Aufrufe gegen den Online- Händler laut geworden. Sowohl in den USA als auch in Europa kündigten Nutzer öffentlich an, nicht mehr bei Amazon einzukaufen - und das pünktlich zum Weihnachtsgeschäft.

Auch die Internationale Atomenergiebehörde IAEA verschärfte ihre Informationssicherheit. Die UN-Behörde in Wien war schon vorher vom Iran dafür kritisiert worden, dass immer wieder vertrauliche Informationen nach außen sickerten. Wikileaks soll mehrere Hundert US-Dokumente zur IAEA besitzen.

Während mehr und mehr Details aus den geheimen Berichten ans Licht kommen, werden einige Regierungschefs immer wütender. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte die Strafverfolgung von US-Diplomaten, die in ihren Berichten über angebliche Konten des Politikers in der Schweiz geschrieben hatten. In türkischen Medien hieß es, Erdogan berate sich mit seinem Justizministerium.

Am Donnerstag schossen sich viele internationale Zeitungen auf das Thema Russland ein: ein «Mafia-Staat», dessen autoritäre Führung kriminelle und korrupte Strukturen fördere, zitierten Blätter aus US- Dokumenten auf Wikileaks. In ungewöhnlich deutlicher Weise wurden Verbindungen zwischen dem russischen Regierungschef Wladimir Putin und den kriminellen und korrupten Strukturen im Land gezogen - ohne Beweise.

Moskau wird in den von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten als eine Stadt in den Händen der «Kleptokratie» geschildert. Die Polizei, die Sicherheitsstellen und die Behörden kassierten Schmiergelder, die immer weiter nach oben gereicht würden - teilweise bis in den Kreml. US-Diplomaten beschrieben laut «New York Times» Russland als «stark zentralisiert, manchmal brutal und unabänderlich zynisch und korrupt» - und das trotz aller öffentlichen Bekundungen, wonach sich das Verhältnis zwischen den USA und Russlands Führung verbessert habe.

In Deutschland bleibt ein Rätsel weiter offen: Wer war der FDP- Informant der Berliner US-Botschaft? Das wollen die Liberalen klären, schrieb die «Hannoversche Allgemeine Zeitung». Man schließe nicht mehr aus, dass es sich um einen Bundestagsabgeordneten handeln könnte.

Einer aber reagierte auf «Cablegate» nur mit Abwinken: Für den italienischen Schriftsteller Umberto Eco handelt es sich bei den Enthüllungen lediglich um bereits bekannte Zeitungsinformationen. «Warum also so viel Aufregung über die Enthüllungen dieser Dossiers?», fragt der Bestseller-Autor in der französischen Zeitung «Libération».

CNN-Bericht

Twitternachricht von Wikileaks

Bericht Guardian

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
rz lexikon
Energiesparen