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Kundenkarten lohnen sich nicht immer

Berlin Einst war der Mensch ein Jäger und Sammler. Doch Pilze, Beeren und Fleisch gibt es heute im Supermarkt.

Vielleicht ist aber so zu erklären, warum der moderne Mensch derart hinter Treuepunkten her ist. Dabei sind die Vorteile von Kundenkarten eher gering.

Die modernen Jagdgebiete des Homo Sapiens sind Drogerien, Autovermietungen, Supermärkte, Tankstellen und viele andere Einzelhändler und Dienstleister, die ihre Kundschaft mit Kundenkarten an sich binden möchten und dafür Rabatte und Prämien versprechen. Mehrere Millionen solcher Kundenkarten stecken in den Portemonnaies der Deutschen.

Beliebt sind zum Beispiel die sogenannten Multipartnerprogramme wie Payback oder DeutschlandCard. Ihr Vorteil: Kunden benötigen nicht für jedes einzelne Geschäft eine andere Karte - es stecken gleich mehrere Firmen hinter einer Karte. Der Marktführer Payback hat 30 Partnerunternehmen aus Handel und Dienstleistung sowie etwa 300 Online-Partner. Nach Angaben des Unternehmens werden 20 Millionen Payback-Karten genutzt, Tag für Tag etwa 1,5 Millionen von ihnen eingesetzt.

Den Kunden bringen die Karten finanzielle Vorteile, einen besonderen Service oder Sachprämien. Und das sind die Gründe, warum so viele Millionen Menschen in Deutschland den Punkten hinterherjagen. Verbraucherschützer kritisieren das allerdings, mal mit schärferen, mal mit weniger scharfen Worten: «Miese Prozente gegen meine Daten - so heißt hier das Prinzip», sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. In der Regel gebe es nur wenig Rabatt.

Auch die Stiftung Warentest hat jüngst Kundenkarten unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die regelmäßige Ersparnis mit Kundenkarten selten höher als drei Prozent liegt. «Wie viel Geld bei den Multipartnerprogrammen gespart werden kann, ist schwer messbar, weil jedes teilnehmende Unternehmen andere Punkte für den Umsatz gutschreibt», erklärt Uwe Döhler, Kundenkarten-Experte bei der Stiftung Warentest in Berlin.

Das Sparpotenzial sei abhängig vom Nutzen, sagt Nina Purtscher von Payback in München. «Wer Coupons geschickt einsetzt und Punkte-Wochen und Aktionen nutzt, kann im Jahr bis zu 200 Euro sparen.» Diese Summe erreicht allerdings nur, wer konsequent in den Partner-Unternehmen einkauft. Dadurch würden die Kunden jedoch vom Preisvergleich mit anderen Geschäften abgehalten, findet Tryba: «Dabei lohnt sich Feilschen oder Preise vergleichen meist deutlich mehr als Punkte sammeln. Häufig ist die andere Tankstelle, an der ich keine Punkte bekomme, günstiger.»

Neben der Kundenbindung versprechen sich die Unternehmen laut Verbraucherschützern von den Programmen, mehr über ihre Kunden zu erfahren. Die gespeicherten Daten, so die Idee, können dazu genutzt werden dem Kunden personalisierte Angebote zu unterbreiten. Diese neue Form des Marketings stecke allerdings bei vielen Unternehmen mit Kundenkarte noch in den Kinderschuhen, weiß Oliver Götz, Juniorprofessor für Marketing an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster. «Momentan werden zwar viele Daten gesammelt, aber letztendlich nur selten genutzt um maßgeschneiderte Werbung zu machen.» Künftig werde es aber mehr personalisierte Werbung geben, da ist sich Götz sicher.

Ob man das als Kunde möchte oder nicht, muss jeder individuell entscheiden und im Zweifel auf den Gebrauch von Kundenkarten verzichten. Die meisten lohnen sich am ehesten für Stammkunden. «Wenn ich sowieso regelmäßig in einen Laden gehe, dann kann ich die Punkte auch mitnehmen», findet Tryba. Nur wegen ein paar Punkten einen großen Umweg in Kauf zu nehmen oder gar ohne Preisvergleich zu kaufen, das ende jedoch eher in einem Minusgeschäft.

Von Kundenkarten, die etwas kosten oder bei denen ein Rabatt erst nach einem Mindesteinkauf gewährt wird, rät Döhler ab. «So wird man getrieben, höhere Umsätze zu machen und eventuell Dinge zu kaufen, die man gar nicht braucht.» Die Kaufgewohnheiten allein wegen einer Kundenkarte zu ändern, lohne sich also nicht. Kundenkarten-Antrag nicht an der Kasse ausfüllen Wer sich für eine Kundenkarte interessiert, sollte den Antrag mit nach Hause nehmen und in Ruhe lesen und ausfüllen. Im Sinne des Datenschutzes wird empfohlen, nur die Pflichtangaben auszufüllen. Angaben wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, Familienstand, Einkommensklasse oder Konfektionsgröße sind nicht notwendig. Beim Beantragen lässt sich der Nutzung der Daten für Werbezwecke widersprechen. Von Nadine Hantke, dpa

dpa-infocom


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