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Stanislawskis harte Linie greift - nun zu Bayern

Hamburg 20 000 Fans, elf Spielern und Holger Stanislawski war es völlig egal, dass ein Eigentor für den ersehnten Sieg herhalten musste: Bis nach Mitternacht schallten die St.-Pauli-Rufe über den Hamburger Kiez.

«Zieht den Bayern die Lederhosen aus», skandierten die Fans nach dem 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern mit Blick auf den 11. Dezember - endlich hatte sich der Aufsteiger für seinen Kampf gegen Mitaufsteiger mit einem Erfolg belohnt. «Uns ist es egal, wer das Tor schießt», bekannte Coach Stanislawski nach dem Fauxpas von Christian Tiffert (48. Minute).

Zu oft waren seine Schützlinge für ihr gutes Offensivspiel gelobt worden, doch Zählbares war seit sechs Partien nicht herausgekommen. Nun will die schlechteste Offensive der Liga sogar in München punkten. «Da haben wir nichts zu verlieren, wir wollen etwas mitnehmen», kündigte Kapitän Fabio Morena frech an. «Gegen Bayern - das ist ein Spiel, auf das viele von uns sieben, acht, neun Jahre hingearbeitet haben. Deshalb wird es ein absolutes Highlight, wir können mit breiter Brust dort auftreten und befreit aufspielen», pflichtete ihm Mittelfeldmann Fabian Boll bei.

Ob ein recht glücklicher Sieg, der mit Kämpferqualitäten über die Runden gebracht wurde, schon eine Trendwende einläuten kann, darf angesichts des Programms bis Weihnachten bezweifelt werden. Denn zum Vorrundenabschluss kommt noch Mainz ans Millerntor.

Auf Begnadigung und eine Reise zum Meister hoffen die drei aussortierten Hamburger, die in dieser Woche Stanislawskis harte Hand zu spüren bekamen. Carlos Zambrano, Charles Takyi und Deniz Naki sollen zu spät gekommen sein - offiziell wollte das keiner einräumen - und wurden aus dem Kader gestrichen.

«Jede Mannschaft hat Regeln, einen Verhaltenskodex», sagte Stanislawski. Über weitere Gespräche oder Strafen wollte er sich nicht äußern: «Das bleibt innerhalb der St.-Pauli-Familie.» Sportchef Helmut Schulte stärkte ihm den Rücken: «Was die Spieler angeboten haben, hat unseren Trainern nicht gereicht, um sie in den Kader zu nehmen. Was sie gemacht haben, hat nicht ausgereicht, im Training, im Spiel und Drumherum.»   

Mit jeweils 17 Punkten liegen beide Teams nach 15 Saisonspielen im unteren Mittelfeld - Grund zur Zufriedenheit für die Verantwortlichen. «Es wird so schnell vergessen, dass wir Aufsteiger sind. Beide Mannschaften haben bewiesen, dass sie zu Recht in der Bundesliga sind, das finde ich klasse», sagte Stanislawski. FCK-Coach Marco Kurz nahm den Dämpfer nach dem 5:0-Paukenschlag gegen Schalke gelassen: «Wir waren letzte Woche nicht zu euphorisch und werden dies nun auch nicht überbewerten.»

Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz kritisierte indes: «Wir haben zu wenig investiert, wir haben nicht die Galligkeit gehabt.» Besonders Topstürmer Srdjan Lakic hatte nichts zu melden. «Ich habe mir vorgenommen, ihn aufzufressen», erklärte Innenverteidiger Ralph Gunesch. Lakic soll langfristig an Lautern gebunden werden, im Januar will sich Kuntz mit dem Kroaten zusammensetzen: «Er weiß, was er für einen Stellenwert hat, Lautern ist ein guter Platz für Stürmer. Er braucht auch Wertschätzung, die bekommt er bei uns.» Von Britta Körber, dpa

dpa-infocom


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