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VfB nur 1:1 im Derby: «Leidenszeit geht weiter»

Stuttgart Coach Jens Keller war konsterniert, Manager Fredi Bobic restlos bedient.

Selbst gegen 50 Minuten lang in Unterzahl spielende Hoffenheimer schaffte der VfB Stuttgart nicht den bitter notwendigen Sieg und musste sich mit einem 1:1 (1:1) begnügen.

«Wir müssen mit dem Punkt leben , können es aber leider nicht», klagte Keller nach dem nächsten Rückschlag im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt. «Nach der Roten Karte ist ein Punkt zu wenig.» Bobic grantelte wegen der verpassten Chance, sich wenigstens etwas Luft zu verschaffen: «Wir haben es leider versäumt, ihnen den Knockout zu geben. Die Leidenszeit geht weiter. Es wird sehr lange dauern.»

Die Kicker des seit Wochen kriselnden Clubs waren ebenso frustriert und angefressen wie ihre Chefs. Martin Harnik, der Schütze des Ausgleichstreffers (34. Minute) nach dem frühen 0:1 durch Sejad Salihovic (10.), bemängelte: «In Überzahl müssen wir mehr rausholen.» Cacau kritisierte: «Wir brauchen mehr Souveränität, mehr Geduld.»

Wie schon so oft in dieser Saison reichte Stuttgart auch im prestigeträchtigen Landesderby selbst eine Reihe hochkarätiger Torchancen nicht zum Dreier. Gegen ihre «kleine Filiale» - inzwischen stehen acht ehemalige VfB-ler in verschiedenen Funktionen in Diensten des von Software-Milliardär Dietmar Hopp finanzierten Dorfvereins - konnten sie sogar Isaac Vorsahs Platzverweis nach einer vermeintlichen Tätlichkeit (41.) nicht nutzen.

Gegen die sich geschickt und tapfer wehrenden Kraichgauer schien es wie verhext zu sein. Cacau hatte mit einem Pfostentreffer Pech (46.), Harnik köpfte am leeren Tor vorbei (82.). «Wir haben momentan nicht das Selbstbewusstsein, um einen Gegner mit zehn Mann auseinanderzunehmen», konstatierte Keller.

Dennoch glaubt der Trainer weiterhin an das Potenzial seiner Profis: «Ich kann der Mannschaft im Großen und Ganzen keinen Vorwurf machen. Wenn wir mit der Einstellung und dem Herz weitermachen, holen wir das Glück zurück.» Auch Bobic lobte Engagement und Willen. Aber um aus dem Tabellenkeller ins gesicherte Mittelfeld hochklettern zu können, braucht der VfB endlich Siege. Dafür spricht angesichts des schweren Restprogramms vor der Winterpause gegen Hannover 96 und Bayern München sowie des angeknacksten Selbstvertrauens wenig.

Keller & Co ist der Ernst der Lage bewusst. «Dass wir nach den ersten 15 Spielen so wenig Punkte haben, dafür werden wir in der Rückrunde noch lange leiden müssen», sagte er. Ob Keller dann im Fall eines weiteren sportlichen Dahinsiechens noch Coach ist, darf stark bezweifelt werden. «Wir sind in einer schwierigen Situation», stöhnte Kapitän Matthieu Delpierre. «Wir haben einen sehr negativen Lauf.»

Zu allem Überfluss zog sich Arthur Boka während des Derbys eine schmerzhafte Knöchelprellung zu. Der 27 Jahre alte Ivorer musste nach einem Zweikampf mit seinem Gegenspieler Tobias Weis ausgewechselt werden. Schon vor der Partie hatte sich Nationalspieler Serdar Tasci beim Aufwärmen verletzt und sein Comeback verschieben müssen. Nach seinem gerade erst ausgeheilten Muskelfaserriss erlitt der Innenverteidiger diesmal eine Oberschenkel-Zerrung.

1899 Hoffenheim war mit dem Punkt zufrieden, obwohl es auch beim fünften schwäbisch-badischen Kräftemessen nicht zum ersten Erfolg gereicht hatte. «Meine Mannschaft hat leidenschaftlich und mit viel Laufbereitschaft verteidigt. Unter dem Strich haben wir das Unentschieden verdient», lobte Trainer Ralf Rangnick seine Schützlinge. «Wenn wir elf gewesen wären, hätten wir gewonnen», versicherte Sebastian Rudy. Der vor der Saison als vorerst letzter VfB-ler an Hoffenheim verkaufte Mittelfeldmann hatte Mitleid mit seinen alten Kollegen: «Ich hoffe, dass der VfB da unten rauskommt.» Von Elmar Dreher, dpa

dpa-infocom


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