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Renault Trafic «Trophy»: Der Flitzer unter den Lieferwagen

Hamburg Sie jagen über die linke Spur, parken in der zweiten Reihe und sind mit der Sackkarre im Treppenhaus schneller als mancher Jogger - wer Pakete ausliefert, ist immer in Eile. Der Renault Trafic «Trophy» wäre in dem Fall genau das Richtige.

Zwar diskutieren Politiker und Verkehrsexperten über ein Tempolimit für Lieferwagen, doch zumindest dieses Auto will davon nichts wissen: Der Renault Trafic «Trophy», der in einer Nacht- und Nebelaktion zum Renntransporter umgebaut wurde. Und während bei der IAA Nutzfahrzeuge (23. bis 30. September) in Hannover nüchterne Kastenwagen, nackte Fahrgestelle, Pritschen und Kleinbusse im Rampenlicht stehen, rast über eine einsame Rennstrecke in der Eifel der vielleicht schärfste Expressfrachter der Republik.

Schnapsidee mit Hintersinn

Hinter dem Projekt steckt Bernd Hütter, der bei Renault in Deutschland den Motorsport koordiniert. Inspiriert von Rennserien für Lieferwagen in England und Portugal hat er den Trafic mit einem kleinen Team binnen weniger Wochen zu einem veritablen Sportwagen umgebaut. Was klingt, als wäre es aus einer Bierlaune geboren, hat allerdings einen tieferen Sinn: Weil die Straßenzulassung beim Umbau erhalten bleibt, wäre der rund 35 000 Euro teure Eilfrachter deshalb der ideale Renntransporter für all jene Renault-Fahrer, die am Wochenende mit Clio oder Mégane über die Rennstrecke jagen. Die Anhängerkupplung jedenfalls hat Hütter dafür schon mal ans Heck geschraubt.

Obwohl Zeit und Geld ausgesprochen knapp waren, ist der Trafic gründlich umgebaut worden. Von außen nur an den vielen bunten Aufklebern und der etwas reduzierten Bodenfreiheit zu erkennen, blickt man innen in einen waschechten Rennwagen. Der Laderaum ist nach der Demontage aller Kleinteile und dem Ausbau der schweren Schiebetüre eine nackte, dunkle Höhle, und von der Fahrerkabine ist nicht viel mehr geblieben als das Armaturenbrett - und selbst aus dem ragt ein kleines Rennlenkrad mit Schnellverschluss heraus.

Schalensitz statt Komfortsessel

Wer den Trafic «Trophy» fahren will, muss durch einen Überrollkäfig klettern, sich in stramme Schalensitze zwängen und danach die Hosenträgergurte festzurren. Dann genügt ein Griff zum Zündschlüssel und das Spektakel beginnt: Der 2,5 Liter große Dieselmotor brüllt auf und klingt deutlich lauter als in der Serie. Weil er einen neuen Chip hat, steigt seine Leistung um etwa 20 Prozent auf 132 kW/180 PS. Und auch wenn der Wagen noch gar nicht auf dem Prüfstand war, merkt man bei der ersten Testfahrt schnell, dass hier mehr als die serienmäßigen 320 Nm zu Werke gehen.

Derart potent bestückt und obendrein um etwa 300 Kilogramm abgespeckt, kommt der Trafic flott in Fahrt: Bei einem Sprintwert von knapp unter zehn Sekunden und einem Spitzentempo, das Rennpate Hütter auf «gut und gerne 200 km/h» schätzt, fährt er so mancher Mittelklasse-Limousine locker davon. Was er dabei verbraucht, spielt im Rennzirkus natürlich keine Rolle. Doch weil Chiptuning zumindest auf den Normzyklus keinen Einfluss hat und der Wagen deutlich weniger wiegt als das Serienmodell, dürfte er in der Theorie sogar noch unter den 8,8 Litern (Co2-Ausstoß: 232 g/km) des normalen Trafic 2.5 dCi liegen.

Straßenlage wie ein Sportwagen

Noch eindrucksvoller als die schiere Beschleunigung ist allerdings das Fahrverhalten des roten Riesen: Wo man Lieferwagen sonst wie Dickschiffe um die Kurven bugsieren muss und bei flotterer Fahrt durch enge Radien bisweilen um die sicheren Stand fürchten muss, klebt dieses Auto förmlich auf der Piste. Nicht umsonst fährt es auf Breitreifen mit Rennprofil und hat ein einstellbares Gewindefahrwerk. Außerdem haben die Entwickler die Bremsanlage aus der Rennversion des Mégane eingebaut, mit der man den rasenden 1,8-Tonner genauso schnell auch wieder zum Stehen bekommt. Festgezurrt in die Schalensitze treibt man den Trafic so über den Kurs, als gäbe es kein Morgen mehr und freut sich diebisch am entnervten Blick des Vordermanns, der mit seinem aufgemotzten Clio partout keinen Vorsprung herausfahren kann.

FAZIT: Verrückt aber faszinierend

Natürlich ist ein Transporter als Rennwagen etwa so sinnvoll wie ein Geländewagen als Coupé oder eine Großraumlimousine mit Cabrio-Verdeck. Doch als Einzelstück taugt der Trafic «Trophy» tatsächlich zum Traumwagen, und wenn sich davon nur genügend Bleifüße anstecken lassen, ist ruckzuck auch in Deutschland eine kleine Rennserie etabliert.

Datenblatt Renault Trafic «Trophy»
Motor und Antrieb: Vierzylinder-Commobrail-Diesel
Hubraum: 2464 ccm
Max. Leistung: 132 kW/180 PS
Max. Drehmoment: k.A.
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Maße und Gewichte
Länge: 4782 mm
Breite: 1904 mm
Höhe: 1915 mm
Radstand: 3098 mm
Leergewicht: ca. 1800 kg
Zuladung: k.A. kg
Kofferraumvolumen: 5000 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: ca. 200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: ca. 9,7 s
Durchschnittsverbrauch: k.A.
Reichweite: k.A.
CO2-Emission: k.A.
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: k.A.
Kosten
Basispreis der Modellreihe: 24 585 Euro
Grundpreis des Trafic «Trophy»: ca. 35 000 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer pro Jahr: k.A.
Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: Schalensitze, Hosenträger-Gurte, Überrollkäfig
Komfort: -

dpa-infocom



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