pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Auto     » News     » Tests     » Liebhaber-Autos     » Aus zweiter Hand     » Auto-ABC     » Recht

Nissan Micra: Stadtzwerg auf Sparflamme

Berlin Er ist klein, niedlich und ein Erfolgsmodell: Kein Auto hat Nissan in Europa so oft verkauft wie den Micra. Mitte November geht der Stadtflitzer in die vierte Generation und macht dann alles anders als bislang.

Denn aus der niedlichen Knutschkugel wird mit vorsichtig gestrecktem Format und neuer Form ein Kleinwagen, der weltweit ernst genommen werden will. Das zeigt sich nicht nur im Abschied vom Kuschel-Look, sondern auch bei der Technik. Die Motoren sind sparsamer als sonst in dieser Klasse, die Assistenzsysteme sind intelligenter und die Sicherheitsausstattung ist umfangreicher. Nur beim Geld drehen die Japaner den Spieß um: Mit einem Grundpreis von 10 470 Euro ist der neue Micra rund 500 Euro billiger als der alte ­ und hat obendrein noch zwei Türen mehr. Denn weil es jetzt ja den Pixo als Einstiegsmodell gibt, hat Nissan den alten Dreitürer genauso wie das Cabrio komplett gestrichen.

Mit dem Knutschkugel-Look ist es vorbei

War der letzte Micra vor allem ein Frauenschwarm, der mit Kulleraugen und runden Formen die Mutterinstinkte wecken wollte, soll das neue Modell auch die Männer erreichen. Deshalb schaut der Wagen deutlich ernsthafter in die Welt, wirkt muskulös und erwachsen. Das hilft zwar ohne Zweifel bei der Akzeptanz, raubt dem Micra allerdings auch seinen Charakter und macht den Kleinwagen gefährlich austauschbar.

Innen dagegen ist der Micra so pfiffig wie eh und je. Zwar trägt er im Basismodell ein tristes Einheitsgrau und legt erst in den gehobenen Ausstattungsvarianten ein wenig Farbe auf. Doch mit einer riesigen Frontscheibe und witzigen Bedienelementen etwa für Klima und andere Funktionen in der Mittelkonsole kommt allemal ein bisschen Lebensfreude auf im Großstadt-Dschungel. Außerdem gibt es ringsum viele praktische Ablagen bis hin zum Geheimfach unter dem Kissen des Beifahrersitzes. Selbst das Handschuhfach ist beim Micra geräumiger als in manchem Mittelklasse-Modell.

Dafür allerdings ist der Kofferraum mit 265 Litern allenfalls mittelmäßig. Ebenfalls nur durchschnittlich ist das Platzangebot für die Passagiere: Vorn sitzt man ganz bequem, aber hinten wird es für alle Fahrgäste diesseits des Vorschulalters schnell ungemütlich: Viel mehr darf man bei 3,78 Metern Länge und 2,45 Metern Radstand offenbar nicht erwarten.

Sicherheitsausstattung ist vorbildlich

Üppig ist dafür die Ausstattung des Stadtflitzers: Sechs Airbags, Servolenkung und der Schleuderschutz ESP sind serienmäßig, und gegen Aufpreis gibt es neben Klimaanlage und Navigationssystem auch ein paar ungewöhnliche Extras: So ist der Micra der erste Kleinwagen, der im Vorbeifahren die Parklücken vermessen und so eine Entscheidungshilfe vor dem Rangieren liefern kann.

Das angestammte Revier des Kleinwagens ist der Stadtverkehr. Dort macht auch der neue Micra eine gute Figur. Er ist handlich und übersichtlich, mit einem Wendekreis von rund neun Metern sehr agil und bis Tempo 50 auch flott unterwegs. Nur über Land braucht man ein bisschen mehr Geduld und guten Willen. Schließlich dauert der Spurt auf Tempo 100 knapp 14 Sekunden. Und bis der Wagen seine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h erreicht hat, vergeht dann noch einmal eine kleine Ewigkeit. Außerdem wird es bei höherem Tempo deutlich lauter, und die Fahrkultur lässt zusehends nach.

Der neue Motor ist laut, aber sparsam

Neben Plattform und Karosserie hat Nissan auch den Motor des Micra neu entwickelt. Zum Start gibt es einen 1,2 Liter großen Dreizylinder, der die Konkurrenz mit vergleichsweise üppigen 59 kW/80 PS und maximal 110 Nm ausstechen möchte. Er klingt zwar mit zunehmender Drehzahl laut und rau, läuft aber für einen Dreizylinder überraschend vibrationsarm. Außerdem ist er sehr sparsam. Auch weil der Micra rund 34 Kilo abgespeckt hat, ist er mit 5,0 Litern zufrieden und kommt so auf einen CO2-Ausstoß von 115 g/km.

Noch besser wird es allerdings im nächsten Frühjahr. Dann gibt es den Motor auch als Direkteinspritzer mit Kompressor und Start-Stopp-Funktion. Während die Leistung damit auf 72 kW/98 PS steigt, sinkt der Verbrauch auf 3,99 Liter. Mit einem CO2-Ausstoß von 95 g/km wird der Micra dann zum saubersten Benziner der Welt.

Fazit: Vorbildlich, aber ein wenig langweilig

Unter dem Strich hat Nissan mit dem kleinen Micra einen großen Sprung gemacht: Der Preis ist eine Kampfansage an Konkurrenten wie den VW Polo oder den Opel Corsa, die Ausstattung ist üppig, die Extras sind pfiffig und die Motoren passen in die Zeit. Schade nur, dass der kleine Japaner auf dem Weg zum Streber viel von seinem Charme eingebüßt hat.

Datenblatt: Nissan Micra 1.2
Motor und Antrieb: Dreizylinder-Benziner
Hubraum: 1198 ccm
Max. Leistung: 59 kW/80 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 110 Nm bei 4000 U/min
Antrieb: Front
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe
Maße und Gewichte
Länge: 3870 mm
Breite: 1665 mm
Höhe: 1520 mm
Radstand: 2450 mm
Leergewicht: 970 kg
Zuladung: 415 kg
Kofferraumvolumen: 262-1135 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 13,7 s
Durchschnittsverbrauch: 5,0 Liter/100 km
Reichweite: 820 km
CO2-Emission: 115 g/km
Kraftstoff: Benzin
Schadstoffklasse: EU5
Kosten
Basispreis der Modellreihe: 10 470 Euro
Grundpreis des 1.2: 10 470 Euro
Typklassen: k. A.
Kfz-Steuer pro Jahr: 24 Euro
Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: ESP, Front-, Seiten- und Kopfairbags
Komfort: Servolenkung, Elektrische Fensterheber, Funkfernbedienung

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
rz lexikon
Energiesparen