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Alles war «perfekt»: FIFA verteidigt WM-Wahlmodus

Abu Dhabi Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Doppel-Wahl der WM-Ausrichter für 2018 und 2022 gegen Kritik verteidigt.

Das am 2. Dezember in Zürich praktizierte Abstimmungs-Verfahren sei «perfekt organisiert, völlig transparent und perfekt unter Kontrolle» gewesen, sagte FIFA-Generalsekretär Jérome Valcke in Abu Dhabi.

Bis zum Jahr 2018 habe die FIFA nun Zeit, über eine mögliche Änderung des Wahl-Modus zu entscheiden, meinte der Franzose. Dann kürt die Exekutive den WM-Ausrichter 2026. Die WM 2018 findet in Russland, die Endrunde 2022 in Katar statt. Valcke verteidigte die geheime Abstimmung: «Ich will so etwas nicht mitteilen, denn es ist meine Freiheit zu entscheiden, für wen ich stimme, ohne das öffentlich bekanntzugeben.»

Matthias Sammer sprach sich gegen die wachsende Vergabe von Turnieren in Länder ohne große Fußball-Tradition aus. «Die Vergabe der WM 2022 nach Katar ist das eine, aber wenn ich sehe, dass die kommenden Europameisterschaften der U 17 und U 19 in Rumänien, Serbien, Estland, Litauen und der Slowakei stattfinden, muss man das schon hinterfragen dürfen», sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der Zeitung «Die Welt». «Denn man darf nicht vergessen, dass die großen Fußballnationen diesen Sport zu dem gemacht haben, was er heute ist.» Der Solidargedanke sei grundsätzlich richtig, aber man müsse auch die Verhältnismäßigkeiten berücksichtigen.

FIFA-Vizepräsident Jack Warner verteidigte die klare Entscheidung gegen Englands Bewerbung um die WM 2018. «Die FIFA-Exekutive konnte nicht für England stimmen, nachdem sie von dessen Medien auf schlimmstmögliche Weise beleidigt worden war», sagte er. Wenn die Entscheidung zugunsten Englands gefallen wäre, wäre dies eine absolute Beleidigung des Dachverbandes gewesen.

Britische Medienberichte über Bestechungsvorwürfe haben auch nach Ansicht des japanischen FIFA-Exekutivmitglieds Junji Ogura eine Rolle gespielt. «Was ich sagen kann ist, dass die Berichte definitiv einen Einfluss auf Englands Bewerbung hatten. Daran gibt es keinen Zweifel», wurde der Japaner von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert. Einige Exekutivmitglieder hätten hinter den Berichten Rassismus gesehen.

FIFA-Exekutivmitglied Chuck Blazer aus den USA versicherte, der Wahlprozess sei «keinesfalls missglückt». Er widersprach Medienvorwürfen, er habe entgegen seiner ursprünglichen Ankündigungen gewählt. «Ich habe nie irgendjemandem Versprechungen gemacht, wie ich wählen werde. Ich habe deshalb sicher niemals jemand enttäuscht», sagte Blazer. «Ich habe für Russland und die USA gestimmt und habe so entschieden, weil ich glaubte, dass die Gründe dafür gut und ausreichend seien.»

Mitte November waren die FIFA-Exekutivmitglieder Reynald Temarii aus Tahiti und Amos Adamu aus Nigeria suspendiert worden, weil sie ihre Stimme zum Kauf angeboten haben sollen. Afrikanische Exekutivmitglieder seien über die Berichterstattung der britischen Zeitung «Sunday Times» erbost gewesen, wurde Exekutivmitglied Ogura zitiert. Es sei sogar eine Klage gegen das Blatt erwogen worden.

Die BBC hatte zudem über Bestechungsvorwürfe gegen die Exekutivmitglieder Ricardo Texeira (Brasilien), Nicolás Leoz (Paraguay) und Issa Hayatou (Kamerun) berichtet. Das Trio wies diese Anschuldigungen zurück. Die FIFA erklärte den Fall aus den 90er Jahren für «gegenstandslos» und erledigt. Ogura, dem nach eigenen Aussagen keine Bestechungsgelder angeboten worden waren, meinte, dass es keine Beweise gebe und er nichts Genaues wisse.

Für Australien, das mit nur einer Stimme als Bewerber um die WM- Endrunde 2022 scheiterte, sei es «ein grundlegender Fehler gewesen, dass wir sauber gespielt» haben. Diese Auffassung vertrat Peter Hargitay, der als Experte zum australischen Bewerbungskomitee gehörte, in einem Interview des TV-Senders SBS. Hargitay war früher auch ein Berater von FIFA-Präsident Joseph Blatter.

dpa-infocom

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