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Neue Infotainment-Lösungen fürs Auto

München/Ingolstadt Je enger Auto und Internet zusammenrücken, desto bunter wird das Unterhaltungsprogramm.

Man hört Web-Radio, navigiert mit Google und spielt in den Pausen Pacman.

Über den Bildschirm flimmern die Fotos von Google Earth, der Nachwuchs surft mit dem iPad durchs Internet, und aus den Boxen schallt das Programm von «Radio K-ROCK» aus Neufundland. Auf gewohntes Infotainment muss man im Auto immer weniger verzichten.

Möglich macht das integrierte Internettechnik, mit der Limousinen der Oberklasse bereits seit einiger Zeit verdrahtet sind. Egal ob Audi A8, BMW Siebener oder Mercedes S-Klasse: Nach Angaben der Hersteller lassen sich diese Fahrzeuge mit zusätzlichen Mobilfunkempfängern längst zu rollenden Hotspots aufrüsten. Vor kleineren Fahrzeugen macht die Entwicklung kein Halt: Auch wenn etwa im Mini oder im Smart noch das Mobiltelefon als Schnittstelle ins Internet dient.

Der mobile Zugang als solcher ist für Autofahrer im Prinzip nichts Neues. «Doch peu à peu greift jetzt auch die Fahrzeugelektronik selbst auf Daten aus dem Internet zurück», erläutert Audi-Sprecher Josef Schloßmacher. Als Beispiel nennt er das Navigationssystem von A7 und A8. Zum ersten Mal haben die Bayern eine Verknüpfung mit Google programmiert. Auf dem Bildschirm sehe der Fahrer neben üblicher Karten und Fotos von Google Earth auch Informationen zu Sonderzielen. Das nächste Kino, ein Schuhgeschäft oder die Stadtbücherei, sei so auf Anhieb gefunden, sagt Schloßmacher.

Neben der Navigation profitiert vom rollenden Internetzugang vor allem das Unterhaltungsprogramm: Web-Radio ist ein Stichwort, mit dem etwa Smart und Mini ihren Kunden die aufpreispflichtige Integration des iPhones schmackhaft machen wollen. Mini-Sprecher Cypselus von Frankenberg sagt, empfangbar seien nicht nur die konventionellen Radiosender der jeweiligen Region, sondern über «25 000 Stationen auf dem ganzen Globus».

Aber es geht offenbar noch mehr: So hat Audi den Prototypen eines Q7 vorgestellt, in dem mit 62 Lautsprechern der perfekte Raumklang erzeugt wird. Dafür nutzen die Entwickler die sogenannte Wellenfeldsynthese-Technologie (WFS), die auf exakt modulierten Schallwellen fußt. Egal wo man sitzt, sind die einzelnen Quellen, zum Beispiel ein Sänger, die Gitarre oder das Schlagzeug, aus jeweils einer anderen Ecke zu hören - wie bei einem Konzert. Und Denis Credé, Leiter der Soundentwicklung bei Audi, stellt für die Zukunft noch mehr Hörgenuss in Aussicht.

Während Audi den Klang verfeinert, arbeitet BMW intensiv an der weiteren Vernetzung des Autos. Eine Art Musikserver soll Wagen und Wohnzimmer miteinander verbinden, erläutert Pressesprecherin Katharina Singer. Das Hörbuch, dem man eben noch auf dem Sofa gefolgt ist, läuft dann an der gleichen Stelle wieder im Auto an. Die Musik vom Heimweg erwartet einen zu Hause. Sogar an der Stimmung des Fahrers will sich die Elektronik künftig orientieren: «Ein Knopfdruck genügt, und schon spielt die virtuelle Jukebox auf dem Musikserver nur Songs, die zur Gemütslage passen - egal ob man stinkwütend oder in Hochstimmung ist.» Seine Laune muss der User dem System über vordefinierte Spielarten aber noch selbst mitteilen.

Auch Spielernaturen sollen auf ihre Kosten kommen. Weil das Auto der Zukunft weiß, wann eine Ampel wieder grün wird oder sich eine Bahnschranke öffnet, machen Tacho & Co in der Vision der BMW-Entwickler deshalb bei Stillstand vorübergehend Platz für einen Computerbildschirm. Dort können E-Mails und aktuelle Schlagzeilen einlaufen - oder ein Computerspiel gezockt werden, bis es weiter geht. Entwickler Marc Bechler: «So wollen wir die sprichwörtliche Freude am Fahren auch im Stehen erhalten.» Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


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