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Risiko: Viele wissen nicht von ihrer HIV-Infektion

Köln Die Medizin ist gegenüber HIV und Aids längst nicht mehr machtlos, ein großes Risiko ist aber die hohe Zahl unerkannter Infektionen.

«Viele Menschen wissen nicht von ihrer HIV-Infektion und geben das Virus unwissentlich weiter», sagte Prof. Jürgen Rockstroh.

«Es gibt in Europa eine sehr große Gruppe, die erstmals zum Arzt kommt, wenn schon deutliche Immundefekte bestehen», erklärte der Präsident der Deutschen Aids Gesellschaft (DAIG/Bonn) zum Weltaidstag am 1. Dezember. Die Behandlung einer HIV-Infektion sollte möglichst früh einsetzen, bevor die körpereigene Abwehr (Immunsystem) erheblichen Schaden nehme. «Wir können die Infektion in eine Art Dauerschlaf versetzen. Die Virus-Vermehrung ist zu stoppen, HIV bleibt aber dennoch weiter unheilbar.» Denn ganz aus dem Körper entfernen lässt sich das Virus nicht.

Ein Übergang der HIV-Infektion in die Immunschwächekrankheit Aids ist aber heute in vielen Fällen vermeidbar. Rockstroh betonte: «Das Elend der Erkrankung und die Todesfälle sind aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden.» Obwohl derzeit bundesweit 70 000 Menschen mit HIV oder Aids leben. «Der Schreck ist gesunken. Die medikamentöse Beherrschbarkeit hat die Angst vor der Erkrankung etwas genommen. Die Verträglichkeit der Medikamente ist auch deutlich besser geworden.»

Sorglosigkeit sei aber keineswegs angebracht. Noch immer ist Aids auch in Deutschland eine tödliche Krankheit: 431 Menschen starben im vergangenen Jahr an der Immunschwäche, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Und die Zahl der neuen Infektionen verharrt nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts in diesem Jahr mit 3000 auf hohem Niveau. Wichtig seien mehr HIV-Tests, betonte Rockstroh. «Als Fachgesellschaft drängen wir auch darauf, dass die Allgemeinmediziner bei Krankheiten, die auf eine Immunschwäche deuten, also zum Beispiel eine Pilzinfektion im Mund oder eine Gürtelrose, auch an HIV denken - und an einen entsprechenden Test.» Diese Tests müssten gezielt auch dort angeboten werden, wo sich viele homosexuelle Männer treffen, die nach wie vor die größte Gruppe unter den neu Angesteckten bildeten.

dpa-infocom



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