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Film

Alfred Müller gestorben - «James Bond des Ostens»

Berlin Der Schauspieler Alfred Müller ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren, wie seine Künstleragentur am Samstag in Berlin bestätigte.

Der gebürtige Berliner galt als James Bond des Ostens, weil er 1963 durch den DDR-Agententhriller «For eyes only» («Streng geheim») bekannt geworden war.

Zu DDR-Zeiten spielte er mehr als 100 Film- und Fernsehrollen und trat darüber hinaus jahrelang am Maxim-Gorki-Theater auf. Nach der Wende war er unter anderem in den TV-Serien «Unser Charly» und «Polizeiruf 110» zu sehen. An der Dresdner Komödie stand er noch im vergangenen Jahr in dem Lustspiel «Eine gute Partie» auf der Bühne. Zuletzt tourte er mit einem Tucholsky-Abend durch verschiedene deutsche Städte.

Dass er oft auf seine frühe Rolle als tollkühner Stasi-Spion reduziert wurde, brachte Müller auch im hohen Alter noch in Rage. «Als hätte ich nichts anderes gemacht», schimpfte er kurz vor seinem 80. Geburtstag. Nur zwei Jahre nach dem Erfolg von «For eyes only» spielte er in der DEFA-Produktion «Das Kaninchen bin ich» einen skrupellosen Richter. Das SED-Regime verbot damals den Film, der sich kritisch mit den Verhältnissen in der DDR auseinandersetzte.

Nach dem Mauerfall blieb Müller zwar im Geschäft, aber die Angebote wurden weniger. «Den Fuß habe ich nicht wieder richtig 'reingekriegt», bilanzierte er vor einigen Jahren. Seinen größten Bühnenerfolg im Westen feierte er in den 90er-Jahren auf der Musicalbühne des Berliner Theater des Westens. Dort sang und tanzte er sich durch fünf Produktionen, und für das Musical «Blue Jeans» lernte er mit fast 70 Jahren noch Rock 'n' Roll.

Wann und unter welchen Umständen der populäre Schauspieler starb, wollte seine Agentur auf Wunsch der Familie nicht mitteilen. Müllers Angehörige veröffentlichten am Samstag eine Traueranzeige in der «Berliner Zeitung». Darin heißt es, Müller werde auf eigenen Wunsch im engsten Familienkreis seebestattet. Von Axel Hofmann, dpa

dpa-infocom